© GIZ/Clara Yanguas de Benito

13.10.2021

Togo: Sichere Familienplanung auch in Pandemiezeiten

Trotz Coronakrise kann sich medizinisches Personal fortbilden und zur besseren Gesundheitsversorgung für junge Frauen, Schwangere und Mütter beitragen.

Schwangere und Mütter können in Togo allzu oft nicht ausreichend gesundheitlich versorgt werden. Es fehlt vor allem an gut ausgebildetem Gesundheitspersonal. Kanlanfai Elyse Gnibante Tebin ist Hebamme und damit eine der so dringend benötigten Fachkräfte. Als das Angebot für die Weiterbildung kam, zögerte sie keinen Moment. „Ich wollte diese Gelegenheit nicht verpassen, um meine Gemeinde besser zu unterstützen“, sagt die Hebamme. Ein halbes Jahr lang hat sie dann an einer Fortbildung der Hebammenschule in der togoischen Region Kara teilgenommen. 

Viele Frauen in Togo sterben während der Schwangerschaft oder der Entbindung, weil sie schlecht versorgt werden. Es fehlt an Gesundheitsdiensten wie die Schwangerschaftsbegleitung, Geburtshilfe oder die Beratung zur Verhütung. Hinzu kommt, dass viele Frauen heimlich abtreiben, weil die Schwangerschaft nicht gewollt war. Das hat oft verheerende Folgen. Die Coronakrise hat die Situation weiter verschärft. Durch Ausgangsbeschränkungen wurde es noch schwerer, die grundlegenden Behandlungen und wichtigen Informationen zu bekommen. „Es ist zwingend notwendig, dass wir Frauen auch während der Pandemie bei Familienplanung, Schwangerschaft und Geburt begleiten“, sagt Gnibante Tebin.

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) setzt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in der Region Kara im Norden Togos ein Projekt zur Förderung des Gesundheitssystems um. In Kooperation mit 80 Gesundheitszentren bietet die GIZ Weiterbildungen für medizinisches Personal an, zum Beispiel zu Infektionen, Müttergesundheit oder Familienplanung. Um sicherzustellen, dass die Trainings auch während der Corona-Pandemie stattfinden können, wurde die Größe der Kurse reduziert und die Anzahl der Sitzungen erhöht. Allein im ersten Halbjahr 2021 haben rund 130 Krankenpfleger*innen, Ärzte und Ärztinnen sowie Hebammen an den Fortbildungsmaßnahmen teilgenommen. 

Darüber hinaus setzt das Projekt auf die Zusammenarbeit mit mehr als 4.000 geschulten Change Agents – junge Mütter und Väter oder Gemeindeführer. Sie geben ihr Wissen über Fragen der Familienplanung an die Einwohner*innen ihrer Gemeinden weiter. Und das ist wichtig, denn für die Frauen geht es hierbei um mehr als die körperliche Gesundheit: „Eine selbstbestimmte Familienplanung ist ein Schlüssel für die Selbstbestimmung der Frauen“, sagt Gnibante Tebin.