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21.03.2022

Grün kühlen – Mit umweltfreundlicher Technik gegen den Klimawandel

Natürliche Kältemittel schonen Umwelt und Klima. In Lateinamerika und der Karibik ersetzen sie klimaschädliche Bestandsprodukte.

Der globale Warenverkehr mit immer längeren Kühlketten treibt besonders in südlichen Ländern die Nachfrage nach Klima- und Kälteanlagen in die Höhe. Diese verursachen weltweit zusätzliche Treibhausgasemissionen und tragen so zur Klimakrise bei.

Viele Wirtschaftszweige sind bei der Produktion, Lagerung und im Transport von Gütern auf zuverlässige und effektive Kühlsysteme angewiesen. Ein Beispiel: Die Blumenindustrie in Kolumbien, nach den Niederlanden der weltweit größte Exporteur von Schnittblumen. Damit kurzlebige Tulpen, Lilien und Sonnenblumen frisch bleiben, müssen sie durchgängig gekühlt werden. Das Problem: Die meisten Kühlsysteme verwenden immer noch umwelt- und klimaschädliche fluorierte Treibhausgase, sogenannte F-Gase, als Kältemittel.

Das müsste nicht sein, denn es gibt natürliche Alternativen wie Kohlenwasserstoffe, Kohlendioxid oder Ammoniak. Sie sind nicht nur umweltverträglich, sondern auch durch ihre höhere Energieeffizienz langfristig kostengünstiger. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH fördert ihren Einsatz in sieben lateinamerikanischen und karibischen Ländern. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) und kofinanziert durch die Europäische Union (EU) setzt sie sich dafür ein, Treibhausgasemissionen in der Kältetechnik zu minimieren.

Zusammen mit dem Entwicklungsprogramm (UNDP) und der Organisation für industrielle Entwicklung (UNIDO) der Vereinten Nationen unterstützt die GIZ vor Ort Konzepte, die auf die jeweiligen nationalen Bedingungen und Herausforderungen abgestimmt sind. Im Austausch mit lokalen Unternehmen und Nutzer*innen von Kühlgeräten werden Lösungen entwickelt, die die Umstellung auf moderne Kältetechnologien erleichtern sollen.

Know-how für eine „coole“ Zukunft

Dies beinhaltet einerseits Maßnahmen, die Emissionen direkt reduzieren. Veraltete Kühlschränke und Klimaanlagen werden fachgerecht entsorgt. Gleichzeitig baut das Projekt ein umfassendes Wissensmanagement auf. 47 Handbücher und Leitfäden wurden erstellt, die Initiativen vor Ort dabei helfen, die Umstellung auf natürliche Kältemittel praktisch umzusetzen.

Zugleich macht das Vorhaben zusammen mit seinen Partnern nachhaltige Kühltechnologien leichter verfügbar. In Costa Rica etwa haben Hotels und öffentliche Gebäude 100 umweltfreundliche Klimaanlagen eingebaut. Schulungen für Kältetechniker*innen, in denen sie den Betrieb und die Wartung der modernen Kühlgeräte kennenlernen und den sicheren Umgang mit natürlichen Kältemitteln lernen, runden das Paket ab. In der gesamten Region gab es insgesamt 65 Trainings, in denen mehr als 1.600 Teilnehmer*innen gelernt haben, wie sie effizient kühlen und gleichzeitig das Klima schützen.