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14.04.2022

Malische Flüchtlinge im Niger: ein neues Zuhause für einen neuen Anfang

Seit Jahren leben Flüchtlinge aus Mali in Niger. Neue Häuser bieten ihnen jetzt die Chance auf ein friedliches Leben in einer neuen Gemeinschaft.

Agali Amina steht erleichtert vor ihrem neuen Haus. 2016 floh die heute 40-jährige vor der Gewalt in Mali in die benachbarte Republik Niger. Dort lebte sie mit ihren sechs Kindern nahezu fünf Jahre im Flüchtlingscamp Mangaise. Seit dem letzten Jahr hat sie endlich ein eigenes Zuhause in dem Dorf Ouallam, wo sie nun dauerhaft leben kann: „Hier sind meine Familie und ich geschützt vor schlechtem Wetter und wir haben auch unsere Privatsphäre zurück“, sagt sie.

Entstanden ist das Haus durch ein gemeinsames Projekt der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit dem UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR). Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums baut das Vorhaben Häuser in der Region Tillabéri im Westen des Landes und unterstützt die nigrische Regierung dabei, Flüchtlingen außerhalb von Camps sichere Unterkünfte zu ermöglichen. Die Häuser geben Flüchtlingen aus Mali und auch benachteiligten Nigrer*innen ein selbstbestimmtes Leben. Der Bedarf ist groß: Derzeit befinden sich rund 250.000 Flüchtlinge aus Mali und Nigeria in Niger. Für sie baut das Projekt insgesamt rund 2.300 solche Häuser.

Flüchtlinge und Einheimische packen selbst an und bauen gemeinsam ihre Zukunft auf

Damit auch die Aufnahmeregionen davon profitieren, unterstützt das Projekt die örtliche Wirtschaft: Über 9.500 Menschen aus der Gegend um Tillabéri – Einheimische, Binnenvertriebene und Flüchtlinge erhalten eine handwerkliche Grundausbildung, produzieren Ziegel und bauen die Häuser selbst auf. Das Projekt verbindet so das Know-how von UNHCR und GIZ und schließt Kenntnisse aus humanitärer Hilfe, langfristiger Entwicklungszusammenarbeit und Friedensengagement zusammen.

Agali Amina bezog ihr Haus in der felsigen Sahel-Hochebene von Tillabéri im März 2021. Nach der langen Zeit im Flüchtlingslager ist das Haus mehr als nur eine Unterkunft. Es ist ein Zuhause geworden: „Dank des Wohnbauprojektes sehe ich eine vielversprechende Zukunft für meine drei Kinder, die zur Schule gehen.“ Das Schulgebäude ist nur einen kurzen Fußweg von ihrem Haus entfernt.

In Ouallam verläuft das Zusammenleben mit der ansässigen Bevölkerung friedlich: „Manchmal laden uns Menschen aus der Gemeinde nach Hause ein oder zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten,“ sagt Amina. Auch der Häuserbau stärkt den sozialen Zusammenhalt vor Ort: Flüchtlinge und Ansässige absolvieren Seite an Seite die Trainings, produzieren die Ziegel und packen gemeinsam an, um ihre Zukunft aufzubauen.