Eine Schulklasse in Mali

18.10.2017

Mali: Für Frieden und eine stabile Demokratie

Nach gewaltsamen Auseinandersetzungen befindet sich das westafrikanische Land in einem Friedensprozess. Verschiedenste Versöhnungsprojekte helfen dabei.

Im Jahr 2012 stürzte Mali in eine schwere Krise: Auf eine Rebellion folgte ein Militärputsch, schließlich besetzten separatistische Rebellen gemeinsam mit islamistischen Terrorgruppen den Norden des westafrikanischen Landes. Zwar besserte sich die Lage mit der Wahl einer neuen Regierung 2013. Ein 2015 geschlossenes Friedensabkommen zwischen der Regierung und bewaffneten Gruppen wird allerdings nur schleppend umgesetzt. Große Teile der 18 Millionen Einwohner Malis sind durch die anhaltenden Gewaltkonflikte traumatisiert.

Das Auswärtige Amt (AA) unterstützt die Regierung Malis bei ihren Bemühungen um Stabilität und Frieden. Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH vor Ort. Dabei arbeiten die Experten in allen Regionen des Landes mit allen Teilen der Bevölkerung.

Ein Teil der Arbeit konzentriert sich darauf, das Vertrauen zwischen verfeindeten Bevölkerungsgruppen im Norden des Landes wiederherzustellen. Dazu gehört das Gespräch miteinander. Im dem von der GIZ begleiteten Bürgerdialog einigen sich die Beteiligten in einem demokratischen Prozess auf gemeinsame Projekte, die der Versöhnung zwischen unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und dem sozialen Zusammenhalt dienen. Bis Ende 2017 wird voraussichtlich in jeder der 19 Kommunen der besonders instabilen und krisenhaften Nordprovinz Gao mindestens ein Projekt umgesetzt, das die Lebensbedingungen der Menschen dort verbessert – wie zum Beispiel die Sanierung eines Basketballplatzes. Während der Besatzung durch die Islamisten war Sport verboten – heute ist der Platz ein Ort der Begegnung für alle.

Für einen dauerhaften Frieden ist vor allem wichtig, die schrecklichen Erlebnisse des Bürgerkrieges aufzuarbeiten. Mitarbeiter der staatlichen Wahrheitskommission wurden daher zu Interviewtechniken, Opferbegleitung und Kommunikationstechniken geschult. Sie haben bislang etwa 5.500 Zeugenaussagen über schwere Menschenrechtsverletzungen aufgenommen. Auf dieser Basis können Verbrechen wie Morde, Vergewaltigungen und Diebstähle aufgeklärt, Entschädigungen ausgehandelt und festgelegt werden.

Die GIZ hat außerdem dabei unterstützt, das einzige Krankenhaus in der gesamten Nordregion zu sanieren: Heute können die Toiletten und Waschräume wieder benutzt werden, der Gebäudeflügel sowie der Innenhof des Krankenhauses in Gao stehen bei Regen nicht mehr unter Wasser. Von der besseren Gesundheitsversorgung profitieren rund 100.000 Menschen.

Über die Aktivitäten der Bundesregierung in Mali können sich Besucher in der Ausstellung „Mali & Deutschland – Partner für Frieden und Stabilisierung“ in Berlin informieren. Noch bis zum 30. November gibt diese im Lichthof des Auswärtigen Amt Einblicke in die langjährige und enge Zusammenarbeit der beiden Länder.