14.11.2017

Unterstützung für Klimamigranten

Der Klimawandel drängt immer mehr Menschen in Bangladesch aus ihren Dörfern in städtische Slums. Sie benötigen vor allem Infrastruktur und Arbeit.

Bei der Weltklimakonferenz, die gerade in Bonn stattfindet, geht es auch um sie: Menschen, denen der Klimawandel schon jetzt die Lebensgrundlage entzieht. Sie leiden unter Dürren, Sturmfluten oder Wirbelstürmen. Allein in Bangladesch haben bereits schätzungsweise sechs Millionen Menschen wegen der Klimaveränderungen ihre Heimat verlassen.

Meist arm und aus ländlichen Gebieten kommend, suchen viele Betroffene Zuflucht in Städten. Dort leben sie aber oft in Armut. In den großen Metropolregionen Khulna und Rajshahi sind mittlerweile rund 70 Prozent der Slumbewohner Binnenmigranten. In den informellen Siedlungen mangelt es vor allem an sanitärer Versorgung und sauberem Wasser. Die meist landwirtschaftlichen Fähigkeiten der neuen Bewohner sind in der Stadt nicht gefragt, so dass sie kaum Jobs finden. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist vor Ort, um die Lebensbedingungen der Menschen zu verbessern.

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bietet sie den Bewohnern von 19 Slums in Khulna und Rajshahi Kurse in Handyreparatur oder Motorradmechanik an. Fast 1.500 Frauen und Männer haben bereits teilgenommen.

Zudem baut die GIZ gemeinsam mit den Stadtverwaltungen die Infrastruktur, wie beispielsweise die öffentliche Beleuchtung, aus und verbessert den Zugang zu Wasser. Davon profitieren rund 14.000 Menschen – neben den Migranten auch Bewohner der aufnehmenden Gemeinden. So lassen sich Spannungen lösen und Konflikte vermeiden. Es wurden zum Beispiel Straßen, Abwasserkanäle und Toiletten gebaut. Bei den arbeitsintensiven Infrastrukturmaßnahmen werden die Bewohner beteiligt: 1.400 Menschen konnten vorübergehend Arbeit finden und Geld verdienen. Mit den neu erworbenen handwerklichen Fähigkeiten können sie außerdem leichter eine dauerhafte Arbeit finden.

Die Arbeit in Bangladesch hat Pilotcharakter für die GIZ: Das Projekt ist das erste, das sich ausdrücklich mit klimabedingter Migration befasst. Es ist Teil der der BMZ-Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“.