07.02.2018

Agrarversicherungen für Bauern in Peru

In Peru wird die Entwicklung und Verbreitung von Agrarversicherungen unterstützt. Landwirte können sich damit gegen von Extremwetterereignissen verursachte Ernteverluste absichern.

In Peru arbeiten drei Viertel der Bevölkerung in der Landwirtschaft, rund 60 Prozent der ländlichen Bevölkerung sind arm. Sie sind besonders verwundbar gegenüber Ernteverlusten, die beispielsweise durch Stürme, Dürren oder Überschwemmungen verursacht werden. Diese Wetterextreme treten durch den Klimawandel immer häufiger und heftiger auf – das verschärft die Situation in dem südamerikanischen Land zusätzlich.

Eine Initiative des peruanischen Landwirtschaftsministeriums schafft Abhilfe: Bereits seit 2014 wird mit Unterstützung der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und des Rückversicherers Munich Re ein Risikotransfersystem mit Agrarversicherungen aufgebaut – versicherte Bauern können sich so schneller von Ernteausfällen erholen. Die deutsche Beteiligung am Projekt wird aus Mitteln der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) finanziert.

Erste Erfolge sind bereits sichtbar: Mit mehr als 280.000 Landwirten sind heute fast doppelt so viele Kleinbauern wie zu Beginn des Projekts versichert. Außerdem werden staatliche Mitarbeiter und private Versicherungsunternehmen darin geschult, im Katastrophenfall schnell zu reagieren – damit das Geld rechtzeitig bei den Bauern ankommt.

Banken fördern die Verbreitung der Agrarversicherungen: Anbaukredite werden nur vergeben, wenn eine entsprechende Versicherung abgeschlossen wird. Die Bauern haben so die Chance, ihre Kreditraten auch dann weiterzubezahlen, wenn Ernteeinnahmen ausbleiben. Der Staat subventioniert die Prämien und sorgt für Rechtssicherheit.

Auch wenn die Bauern nun besser abgesichert sind, soll ein risikoreicher Anbau verhindert werden. In Peru pflanzen einige Bauern deshalb zum Beispiel vermehrt Bananen statt Reis an, um besser mit starken Dürren umgehen zu können. Denn Bananen verbrauchen deutlich weniger Wasser beim Anbau.