26.04.2018

Blockchain-Technologie vereinfacht Landregistrierung im Südkaukasus

Welche Chancen bieten neue digitale Technologien für die globale nachhaltige Entwicklung? Zu diesem und weiteren Themen wird kommende Woche auf der Digitalisierungskonferenz re:publica diskutiert.

Apps, die Korruption aufdecken, Drohnen, die Medikamente in entlegene Regionen liefern – es gibt viele Einsatzmöglichkeiten für digitale Technologien. Auf der diesjährigen re:publica widmet sich der Themenschwerpunkt „tech for good“ der Frage, welche Möglichkeiten die Digitalisierung für nachhaltige Entwicklung bietet. Auch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist dabei. Sie setzt bereits in mehr als 200 Projekten digitale Lösungen ein und stellt einige davon auf Europas größter Konferenz zu Digitalisierung und Gesellschaft vor.

Eine noch relativ neue Technologie ist die Blockchain. Es handelt sich dabei um eine Liste von Datensätzen, die alle jemals durchgeführten Transaktionen enthält. Jeder kann den letzten Stand des Tauschprozesses sehen, so dass Daten nicht ungesehen verändert werden können. Die Datensätze, genannt Blöcke, bauen aufeinander auf und werden dezentral an vielen Orten gespeichert. In drei Projekten setzt die GIZ die Technologie bereits ein:

In Georgien beispielsweise arbeitet das Bundesunternehmen im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums daran, zusammen mit der Regierung das Rechtssystem zu reformieren. Schließlich begünstigt eine wachsende Rechtssicherheit ausländische Investitionen – und damit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Dazu trägt die Blockchain bei: Das nationale öffentliche Register in Georgien stellt mit Hilfe der neuen Technologie Grundbucheinträge digital zur Verfügung. Deren Echtheit wird durch Einbindung in die Datensatzkette garantiert. Die Blockchain-Technologie verhindert so Manipulation und Korruption – und trägt dazu bei, das Vertrauen von Bevölkerung und Investoren in die Justiz zu fördern. Das System wird akzeptiert: Rund eine Million Vorgänge wurde bereits registriert.

Georgien möchte aber noch einen Schritt weitergehen: Künftig sollen Grundstücksgeschäfte vollständig über die Blockchain abgewickelt werden – inklusive Identitätsnachweis der Käufer bzw. Verkäufer. Rund 3,7 Millionen Einwohner Georgiens profitieren von der transparenten, sicheren und effizienteren Landregistrierung. Den Rechtsrahmen für die dafür benötigten sogenannten Smart Contracts wurde bereits von der GIZ entwickelt – und damit juristische Pionierarbeit geleistet.