24.05.2018

Kontrolle ist gut: Höhere Standards für Evaluierungen

Evaluierungen helfen dabei, die eigene Arbeit dauerhaft zu verbessern. Gleichzeitig schaffen sie Transparenz für Auftraggeber und Öffentlichkeit.

Wie lassen sich die Lebensbedingungen von Menschen weltweit dauerhaft verbessern? Welcher Projektansatz funktioniert besonders gut, wo muss gegebenenfalls nachgesteuert werden? Evaluierungen und die daraus folgenden Erkenntnisse sind für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unverzichtbar. Von der Planung bis zur Auswertung stehen die Arbeit des Bundesunternehmens und die erreichten Ergebnisse daher regelmäßig auf dem Prüfstand – extern und intern. 

So wurden beispielsweise 169 Projekte aus den Jahren 2015 und 2016 für den Ende Februar veröffentlichten Evaluierungsbericht untersucht. Die Analyse erfolgte anhand weltweit einheitlicher Standards der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Im Durchschnitt erhielten diese für das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) umgesetzten Projekte die Gesamtnote 1,9 – eine Verbesserung im Vergleich zum letzten Evaluierungsbericht mit der Gesamtnote 2,2. 

Aber auch das interne Evaluierungssystem selbst wird regelmäßig überprüft. Die letzte Analyse 2016 zeigte zwar, dass die Evaluierungen für die Projektarbeit als nützlich und insgesamt als kosteneffizient angesehen wurden. Nach internationalen Standards lag die Qualität der Projektevaluierungen jedoch im Mittelfeld. 

Um das zu ändern, hat die GIZ Mitte 2017 eine umfassende Reform des eigenen Evaluierungssystems gestartet. Die zuvor dezentral durchgeführten Projektevaluierungen werden seitdem zentral von der Stabsstelle Evaluierung koordiniert und verantwortet. Durchgeführt werden sie von unabhängigen, externen Experten, die an der Planung und Umsetzung der Projekte nicht beteiligt waren. Außerdem wurden die projektvorbereitende Prüfung und die projektbewertende Evaluierung voneinander getrennt. Auf diese Weise soll unter anderem die methodische Qualität der Evaluierungen verbessert werden. Auch die Ziele und Prinzipien der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung werden berücksichtigt. 

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Deutschen Evaluierungsinstituts der Entwicklungszusammenarbeit (DEval), der auf einer Datenerhebung von Oktober 2016 basiert, bestätigt die Erkenntnisse der GIZ: Die im Bericht genannten Empfehlungen sind hinsichtlich der internen Projektevaluierungen weitgehend deckungsgleich mit den bereits umgesetzten Reformen. Weitere Empfehlungen werden unter Federführung des BMZ abgestimmt, da sie das gesamte Evaluierungssystem der deutschen Entwicklungszusammenarbeit betreffen.