29.08.2018

GIZ weist Vorwürfe zu Korruption und Baumängeln in Afghanistan zurück

Gute Bauqualität auf 0,5 Meter dickem Fundament

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH weist die Vorwürfe zu Korruption und schweren Baumängeln beim Landtagsgebäude im afghanischen Kundus zurück. Im Gegensatz zur Berichterstattung in der ZEIT befindet sich das Gebäude, das im Auftrag der Deutschen Bundesregierung errichtet wurde, in einem guten baulichen Zustand. Alle Mitarbeiter und Firmen, die mit der GIZ zusammenarbeiten, sind vertraglich strikt dem integren Verhalten verpflichtet, das Korruption ausschließt.

 

Die Qualität des Baus wurde täglich vor Ort überprüft und unter anderem in einem Bautagebuch mit Fotos dokumentiert. Das passiert durch einen in Kundus ansässigen Gutachter. Das Gebäude steht keineswegs auf einer Müllhalde, sondern auf einem 0,5 Meter dicken Fundament, das aufgrund des Lößbodens gelegt wurde. Am Gebäude wurden leichtere Mängel an der Mauer zur Einfriedung des Geländes und den Gehwegen festgestellt, die die Funktionalität oder Sicherheit des Gebäudes in keiner Weise beeinträchtigten. Diese oberflächlichen Risse werden im Rahmen der Gewährleistung auf Kosten des Bauunternehmens ausgebessert. Auch der Provinzrat bestätigte die Qualität des Baus bei der Übergabe des Gebäudes im Oktober 2017 und bei der Nachprüfung im Juni 2018.

 

Die Gewährleistung für das Gebäude läuft bis Ende dieses Jahres und für die bereits erfolgten Nachbesserungen bis Mitte 2019 - sollten sich bei einer nun angesetzten weiteren Überprüfung noch Baumängel zeigen, werden diese innerhalb der Gewährleistung beseitigt.

 

Bei Bauprojekten in Afghanistan arbeitet die GIZ gezielt mit lokalen Unternehmen zusammen: seit 2008 mit 259 verschiedenen allein in Nordafghanistan. Durch die Zusammenarbeit mit den afghanischen Partnern und der lokalen Wirtschaft soll die Region langfristig gestärkt werden. Die Vergabe von Bauvorhaben erfolgt von der GIZ-Zentrale in Deutschland in Zusammenarbeit mit dem Landesbüro in Afghanistan nach einem transparenten, öffentlichen Verfahren. Auf diese Weise werden Compliance-Anforderungen sichergestellt. Generell unterliegt die GIZ strengen Prüfkriterien, dazu gehören regelmäßige Prüfungen durch die interne Revision und externe Wirtschaftsprüfer.

 

Seit mehr als 15 Jahren unterstützt die GIZ im Auftrag der Bundesregierung den Wiederaufbau in Afghanistan. Die Sicherheit der Mitarbeiter hat höchste Priorität, daher reisen derzeit deutsche und internationale Mitarbeiter nicht nach Kundus. Die Umsetzung von Projekten findet aktuell durch lokale Experten statt, die Ergebnisse werden eng gemonitort.