11.10.2018

Kultur schafft Frieden: Gemeinsame Projekte fördern gegenseitiges Verständnis

In Ruanda unterstützt die GIZ mit Kultur- und Bildungsangeboten das friedvolle Zusammenleben von Flüchtlingen und Gemeinden, die sie aufnehmen. Zum Beispiel mit Foto-Workshops, einer von Flüchtlingen gestalteten Zeitung oder Schulungen zur Konfliktlösung.

Ruanda ist seit Jahrzehnten Anlaufstelle für Flüchtlinge. Die meisten kommen aus der Demokratischen Republik Kongo und Burundi. Rund 150.000 Personen leben in sechs Flüchtlingscamps der Regierung; mehr als die Hälfte sind Kinder und Jugendliche. Die große Zahl von Menschen auf der Flucht stellt die aufnehmenden Gemeinden vor Herausforderungen.

In Ruanda arbeitet die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH mit dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (United Nations High Commissioner for Refugees, UNHCR) zusammen. Ziel ist es, die schwierigen Lebensbedingungen der Menschen in drei Flüchtlingscamps und den umliegenden Gemeinden zu verbessern. Zwei Mitarbeiter des Zivilen Friedensdienstes (ZFD) unterstützen Angebote, die das friedliche Miteinander stärken. 

Dies sind Kulturangebote, etwa eine Radiosendung, die das gegenseitige Verständnis einheimischer und geflohener Jugendlicher stärkt, Foto-Workshops, einer von Flüchtlingen gestalteten Zeitung oder Schulungen. Über 1000 Jugendliche haben bisher davon profitiert. 

Darüber hinaus hat das Projekt mehr als 100 Flüchtlingen und Ruander*innen eine Berufsausbildung ermöglicht. Ein Viertel hat bereits einen Abschluss, 2019 sollen es 61 Absolventen werden. Flüchtlinge und Bewohner*innen der umliegenden Gemeinden wurden zudem als soziale Multiplikatoren ausgebildet: Knapp 120 Gemeindeangestellte begleiten die Menschen psychosozial. So können Flüchtlinge traumatische Fluchterfahrungen verarbeiten, etwa sexuellen Missbrauch. 55 sogenannte Friedensbotschafter*innen vermitteln bei Konflikten, 260 Menschen haben an Schulungen zu friedlicher Konfliktlösung teilgenommen. 

Die Erfahrungen aus der Arbeit vor Ort sollen die weitere Planung bis 2021 bestimmen.