08.11.2018

Nachhaltig und ertragreich: Biobaumwolle aus Tansania

In Tansania setzen Landwirte mit Unterstützung der GIZ zunehmend auf den Anbau von Biobaumwolle. So können sie ihre Erträge steigern und die Umwelt schonen.

Baumwolle gehört zu den wichtigsten Exportgütern Tansanias. Doch der konventionelle Anbau stellt das Land vor Probleme: Boden und Grundwasser leiden unter dem Einsatz von Pestiziden. Kleinbauern und Anbauhelfer, die häufig mit einfachsten Mitteln arbeiten, gefährden ihre Gesundheit. Die fehlende Vielfalt im Anbau und neue Schädlingsresistenzen führen zu sinkenden Erträgen für die Bauern und eine geringere Wirtschaftsleistung.

Anders beim Anbau von Biobaumwolle: Boden und Grundwasser werden geschont, weil auf Pestizide verzichtet wird. Es entstehen neue wirtschaftliche Chancen, denn die globale Nachfrage wächst und übersteigt zum Teil das Angebot. Neben den höheren Biobaumwollpreisen sind geringere Kosten für Produktionsmittel sowie gesteigerte Ernteerträge weitere wichtige ökonomische Faktoren für die tansanischen Produzenten.

In Tansania unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH den Anbau von Biobaumwolle. Im Auftrag der C&A Foundation arbeitet sie dazu mit der schweizerischen Entwicklungsorganisation Helvetas zusammen. Der Auftrag wird über den Geschäftsbereich International Services der GIZ abgewickelt. Ziel ist es, die Produktion von Biobaumwolle zu erhöhen und die tansanischen Produzenten an den Weltmarkt anzuschließen.

In Zusammenarbeit mit lokalen Baumwollunternehmen erlangen die Bauern in Trainings zu verschiedenen Bereichen des biologischen Anbaus Fertigkeiten und Kenntnisse, um umweltschonend und ertragreich anzubauen, zum Beispiel durch eine Fruchtfolge mit Kichererbsen und Mais sowie den Einsatz natürlicher Schädlingsmittel. Mittelfristig sollen die Bauern diese Biopestizide – die im Moment noch von den Unternehmen kommen - selber herstellen und auch vermarkten können. Das bietet ihnen eine weitere Einkommensquelle. In der ersten Erntesaison nach Anlauf des Projekts konnten die Biobauern in Teilen bereits höhere Erträge erzielen als diejenigen, die konventionelle Baumwolle anbauen. Die Vermarktung der Produkte auf lokalen und internationalen Absatzmärkten mit höheren Preisen und damit mehr Einkommen für die Bauern ist eines der Hauptziele des Projekts.

Des Weiteren lernen Bauern im Rahmen von Farmer Business Schools (FBS) betriebswirtschaftliches Denken und Handeln. Mit den FBS unterstützt die GIZ inzwischen Kleinbauern in 15 Ländern Afrikas. In Tansania werden so die Vorteile eines Umstiegs auf Biobaumwolle aufgezeigt und spezielle betriebswirtschaftliche Kenntnisse hierfür vermittelt. In der ersten Baumwollsaison nahmen bereits 8.000 Bauern teil, bis 2020 sollen weitere 10.000 hinzukommen.

Die GIZ unterstützt die Baumwollunternehmen auch dabei, umfangreiche Daten über den Anbau zu erheben und zu verwalten. Das ermöglicht es ihnen, sich für Biobaumwoll-Siegel zu zertifizieren, die auf dem Markt verstärkt nachgefragt werden. Rund 6.900 Bauern sind bereits zertifiziert – das sind etwa 45 Prozent der tansanischen Biobaumwollbauern.