18.12.2018

Krebsforschung in Belgrad und Heidelberg: Fachkräfte tragen Wissen in ihre Herkunftsländer

Internationaler Tag der Migranten: Der Mediziner Stefan Stefanovic lebt und arbeitet in Heidelberg und engagiert sich, um die Forschung in seinem Herkunftsland Serbien voranzutreiben.

Stefan Stefanovic fühlte sich sofort angesprochen: Von Freunden und Kollegen erfuhr er, dass das Centrum für Internationale Migration (CIM) Menschen unterstützt, die sich in ihrem Herkunftsland engagieren wollen.

Stefanovic kam mit 18 Jahren nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Am Universitätsklinikum Heidelberg beschäftigt er sich heute mit neuen Therapieformen für Brustkrebs. Dieses Wissen gibt er an Kollegen in seinem Herkunftsland weiter. In einem sechsmonatigen Einsatz trainierte er in Belgrad Ärzte zu aktuellen Forschungsansätzen und neuen Prozessabläufen und setzt den Austausch auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland fort.

Für sein Engagement bekam er Unterstützung durch das CIM, eine Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Bundesagentur für Arbeit (ZAV/BA). Fachkräften, die für einen ehrenamtlichen Einsatz in ihr Herkunftsland gehen, werden die Reiskosten erstattet und sie erhalten eine Aufwandsentschädigung. Auch für einen Versicherungsschutz wird gesorgt. Seit Start des Angebots 2017 hat das CIM bereits 130 sogenannte Diaspora-Fachkräfte wie Stefan Stefanovic unterstützt, die sich in ihren Herkunftsländern engagieren und ihr Wissen weitergeben.

Mit Unterstützung durch das CIM, das vom deutschen Entwicklungsministerium beauftragt ist, können Menschen einen Beitrag zur Entwicklung ihrer Herkunftsländer leisten. Zum Beispiel als rückkehrende Fachkräfte. Über 15.000 rückkehrende Fachkräfte hat das CIM seit 1980 so bereits unterstützt.

Die Idee dahinter: Migration bietet Entwicklungschancen – für Migranten, ihre Herkunftsländer und auch Deutschland.

So wie bei Stefan Stefanovic und seinen Kollegen in Serbien: „Gemeinsam arbeiten wir am klinischen Zentrum Belgrad beispielsweise an einem Forschungsprojekt, bei dem wir Patientinnen, die an Brustkrebs erkrankt sind, mit neuen Methoden untersuchen. Dadurch können wir passendere Therapiemöglichkeiten verordnen. Davon profitieren langfristig alle: meine serbischen Kollegen, die Klinik, und besonders die Patientinnen“, sagt der Mediziner.

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