13.11.2019

Algerien: Frauen liefern Naturkosmetik aus Schutzgebieten

Umweltschutz und wirtschaftlicher Erfolg schließen sich nicht aus: Das zeigt ein Projekt, das die Herstellung von Kosmetikölen durch Frauen in Algeriens Schutzgebieten unterstützt.

Algeriens Regierung setzt sich für mehr Umweltschutz ein. Verstädterung und zunehmende Industrialisierung belasten die Umwelt in dem größten Flächenstaat Afrikas. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt das algerische Umweltministerium darin, die Natur zu schützen. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums berät die GIZ beim Management und der Einrichtung von Naturparks und Schutzgebieten. Das Besondere: Bisher benachteiligte Frauen in den Gebieten werden eng in die Aktivitäten zum Naturschutz miteinbezogen. Da im ländlichen Algerien ein sehr traditionelles Geschlechterrollen-Verständnis vorherrscht, arbeiten die allermeisten Frauen im Haushalt. Traditionell sind es jedoch Frauen, die Beeren, Blätter oder Blüten ernten, um kosmetische Öle, so etwa das wertvolle Mastixpistazienöl, und andere Produkte für den Eigengebrauch und lokale Vermarktung herstellen. Umso wichtiger war die formelle Integration der Frauen in die Tätigkeiten rund um den Naturschutz. 

In einem bestehenden und einem mit Unterstützung der GIZ vorbereiteten Nationalpark der östlichen Mittelmeerküste haben sich Frauen organisiert und die ersten Frauenkooperativen Algeriens gegründet. In Abstimmung und Zusammenarbeit mit lokalen Behörden bauen die Frauen nunmehr die pflanzlichen Rohstoffe in den Schutzgebieten maßvoll ab. Eingeführt wird beispielsweise eine Ernte, die in zeitlichen Abständen rotiert – so wird eine Übernutzung verhindert. 

Durch Kurse haben sich die rund 90 Vertreterinnen der inzwischen fünf Kooperativen weitergebildet. Das Bundesunternehmen hat zudem Ölpressen finanziert, die die Produktion verbessert haben. Die Frauen können dadurch höhere Mengen in besserer Qualität herstellen und somit mehr Gewinne auf den heimischen Märkten erzielen. Darüber hinaus haben sie nicht nur ihr Angebot durch die Produktion von Salben und Seifen erweitert, sondern auch ihre Vermarktung optimiert: So nahmen einige der Frauen an internationalen Messen teil. Inzwischen exportieren sie über eine Vermarktungsfirma nach Frankreich. Außerdem sind die Ölproduzentinnen momentan dabei, ihre Produkte bio-zertifizieren zu lassen. Mit ihrem Handeln beweisen die algerischen Frauenkooperativen beispielhaft, dass Umweltschutz und wirtschaftliche Entwicklung keine Gegensätze sind. Sie bedingen einander. 

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