15.01.2021

Kenia: Umfassendes Paket für den Start ins Berufsleben

Praxiserfahrung für junge Menschen und eine enge Zusammenarbeit mit Unternehmen bauen Vorurteile ab und schaffen Jobperspektiven, besonders für Frauen.

„Einige sagten mir, sie stellen keine Frauen ein. Andere erzählten mir, ich solle mich lieber auf einen Bürojob bewerben“, berichtet Mercy Marete über ihre frustrierende Jobsuche als frische Absolventin. Beinahe hätte sie aufgegeben. Denn trotz ihres Maschinenbau-Studiums fand sie nicht einmal ein Praktikum. Wie ihr geht es vielen jungen Kenianer*innen. Das Land hat mit 22 Prozent die höchste Arbeitslosenquote im Osten Afrikas. Durch anhaltende Vorurteile und ungleiche Behandlung sind Frauen besonders betroffen. Trotz aller Startschwierigkeiten: Heute ist Mercy Marete festangestellt in einem Pharmaunternehmen. Geholfen hat ihr dabei die Initiative Beschäftigung für nachhaltige Entwicklung in Afrika (Employment and Skills for Development in Africa, E4D).

Im Auftrag des Bundesentwicklungsministerium (BMZ) und gemeinsam mit der Privatwirtschaft, setzt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH seit 2015 die Initiative E4D in Kenia, Mosambik, Ghana, Tansania, Uganda, Kamerun und Südafrika um. Sie bietet für Berufseinsteiger*innen ein umfassendes Paket zur individuellen beruflichen Weiterentwicklung für einen erfolgreichen Start ins Berufsleben. Mehr als 70 internationale und lokale Unternehmen beteiligen sich an dem Programm. Diese enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft ermöglicht es den Teilnehmer*innen direkten Kontakt zu Unternehmen und potentiellen Geschäftspartnern herzustellen und bietet ein breites Vermittlungsangebot für praktische Berufserfahrung. Die Initiative, die unter anderem durch die Europäische Union, die Norwegische Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (Norad), das britische Außenministerium (FCDO) und weitere Partner finanziert wird, schafft aber nicht nur für die Arbeitssuchenden eine Perspektive. Besonders lokale Unternehmen profitieren, denn sie werden über Trainings weitergebildet, beispielsweise im Finanzmanagement. Entsprechend dieses ganzheitlichen Ansatzes profitieren sowohl Unternehmen als auch Arbeitnehmer*innen und tragen zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum bei.

Mehr Arbeitsplätze, bessere Arbeitsplätze

Von diesem Weg profitierte nicht nur Mercy: Mehr als ein Drittel der Teilnehmer*innen der Trainings sind Frauen, über die Hälfte Jugendliche. Insgesamt wurden mehr als 32.000 Menschen mithilfe von E4D in nachhaltige Beschäftigung gebracht. Knapp 71.000 Menschen haben ihr Einkommen um mindestens zehn Prozent erhöht. Gleichzeitig haben sich die Arbeitsbedingungen für fast 31.000 Menschen verbessert, denn über 35.000 Unternehmen profitierten bisher von durch E4D angebotenen Trainings und konnten so attraktivere Arbeitsplätze anbieten.

Weiterführende Informationen