25.02.2021

„Wissen nutzen“: GIZ stellt Evaluierungsbericht 2020 vor

Im Zuge einer Reform verbessert die GIZ die Qualität und Vergleichbarkeit der Evaluierungsdaten. Die Ergebnisse liefern wichtige Rückschlüsse für die Projektarbeit.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH hat ihr Evaluierungssystem reformiert und legt mit dem aktuellen Evaluierungsbericht erste Ergebnisse vor. Insgesamt bildet der Bericht 215 Projektevaluierungen und deren Bewertung ab und zeigt: Die Evaluierungsreform greift. Qualität und Vergleichbarkeit der Evaluierungen wurden erhöht. Mit der Reform setzte die GIZ strengere Maßstäbe bei den Evaluierungen und verbesserte neben der methodischen Qualität auch deren Unabhängigkeit: Die Evaluierungen werden zentral von der Stabsstelle Evaluierung gesteuert, die mit unabhängigen externen Expert*innen arbeitet.

Der Bericht wurde am Donnerstag in Berlin vor Parlamentariern und Pressevertretern vorgestellt. Martin Jäger, Aufsichtsratsvorsitzender der GIZ und Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), sagte bei der Vorstellung des Berichts: „Evaluierung bekommt immer mehr Gewicht und Aufmerksamkeit in der internationalen Zusammenarbeit und das zu Recht: Sie ist Korrektiv und Wegweiser zugleich. Wir müssen unsere Ansätze immer wieder auf ihre Zukunftsfähigkeit und Wirksamkeit hin überprüfen. Mit ihrer Evaluierungsreform erfüllt die GIZ die hohen Ansprüche deutscher und internationaler Standards an Qualität und Transparenz.“

GIZ-Vorstandsmitglied Ingrid-Gabriela Hoven betonte: „Wir wollen unsere Arbeit so wirksam wie möglich gestalten. Evaluierungen bilden hierfür eine unverzichtbare Grundlage. Sie liefern Fakten, auf die sich dann weitere Entscheidungen in der Projektarbeit aufsetzen lassen. Als Bundesunternehmen in der internationalen Zusammenarbeit haben wir immer den Anspruch, Transparenz zu schaffen, unsere Instrumente weiterzuentwickeln und so unsere Leistungen dauerhaft zu verbessern. Denn wir wollen wissen, was wirkt und als Institution dazulernen.“

In einem Schwerpunkt setzt sich der aktuelle Evaluierungsbericht mit der Arbeit der GIZ im Bereich der guten Regierungsführung (Good Governance) auseinander. Ob Korruptionsbekämpfung, Stärkung der Zivilgesellschaft oder funktionierende kommunale Verwaltungen – das Governance-Portfolio ist vielschichtig. Die im Bericht betrachteten 65 Governance-Vorhaben schnitten als „insgesamt erfolgreich“ ab. Gleichzeitig zeigt die Evaluierung, dass die Governance-Beratung stark von politischen Rahmenbedingungen beeinflusst wird. In fragilen Ländern stellen sich so besondere Herausforderungen. Daher hat die GIZ eine sogenannte Kontextanalyse eingeführt, bei der die Rahmenbedingungen schon im Vorfeld des Projekts analysiert werden, um die Projektarbeit so effektiv wie möglich aufzustellen.

In einem weiteren Schwerpunkt untersuchte die GIZ ihre Arbeit im Bereich Flucht und Migration. Dabei ging es nicht um eine abschließende Bewertung, sondern darum aus den Erfahrungen laufender Projekte zu lernen. Diese wurden zu Beginn der Flüchtlingskrise 2015 teilweise unter großem Handlungsdruck und schwierigen Bedingungen umgesetzt. Die Ergebnisse der Evaluierung bestärken die GIZ in ihrem integrativen Ansatz, sowohl Geflüchtete als auch die aufnehmenden Gemeinden zu unterstützen. Darüber hinaus, so die Analyse, müssen unmittelbare Unterstützung und mittel- und langfristige Maßnahmen stets miteinander verknüpft werden. Dafür sei es auch wichtig, lokale Organisationen einzubinden und deren Beschäftige weiterzubilden.

Den Evaluierungsbericht 2020 finden Sie hier zum Download.