10.03.2021

Bangladesch: Mit Daten Klimaanpassungen voranbringen

Daten helfen bei der Anpassung an den Klimawandel. In Bangladesch unterstützt GIZ-Mitarbeiterin Emilia Huss Ministerien dabei, Klimadaten wirksam zu nutzen.

Harte Dürreperioden, Überschwemmungen, starke Regenfälle. Die Folgen des Klimawandels sind für die Menschen in Bangladesch bereits spürbar. Das erlebt auch Emilia Huss, die seit fast zwei Jahren für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH in Bangladesch arbeitet. Ein Kollege von ihr wohnt direkt an einem Fluss. „Er kann zusehen, wie sich das Wasser seinem Haus nähert“, erzählt sie. Prognosen zufolge wird Bangladesch bis 2050 mehr als zehn Prozent seiner Landmasse verlieren – das entspricht in etwa der Fläche Schleswig-Holsteins. Für die 160 Millionen Bewohner*innen des dicht besiedelten Landes bedeutet das: weniger Platz, weniger fruchtbare Böden und hohe Verluste bei der dringend benötigten Ernte.

Land und Menschen schützen

Um mit diesem Zukunftsszenario umgehen zu können, will Bangladesch das Land und die Menschen darauf vorbereiten. Dafür sind Klimadaten, wie Niederschlagsmengen, Wasserpegel oder Temperaturschwankungen, besonders wichtig. Sie helfen, die richtigen Anpassungen am richtigen Ort zu realisieren: wo eine Straße gebaut wird, wie eine Stadt geplant wird, welche Anbaumethoden oder Pflanzenarten genutzt werden.

Doch der Zugang zu aktuellen und qualitativ hochwertigen Daten ist eine Herausforderung. Im Auftrag des Bundesentwicklungsministeriums (BMZ) unterstützen Emilia Huss und ihr Team die lokalen Behörden dabei, die Informationen aus unterschiedlichen Quellen zusammenzuführen, sie korrekt zu interpretieren und passende Maßnahmen abzuleiten. So können die Daten dazu beitragen, das Land und die Bevölkerung zu schützen.

Know-how aus Bayern und Bangladesch

Für das Vorhaben ist viel Know-how gefragt. „Wir tauschen uns daher nicht nur mit den Ministerien hier in Bangladesch, sondern auch mit GIZ-Kolleginnen und Kollegen in Bayern aus. Sie sind die ausgewiesenen Expert*innen für Klimawandel und Agrarfragen“, erzählt Huss. Die Zusammenarbeit funktioniert gut – auch wenn auf Grund der Corona-Pandemie seit Monaten alle Gespräche virtuell stattfinden. Trotzdem freut sich Emilia Huss schon auf die Zeit danach, auf persönliche Gespräche und den Besuch von Veranstaltungen, wie beispielsweise das jährliche Frühlingsfest Pohela Falgun.

Lesen Sie mehr über Emilia Huss in „akzente“, dem Magazin der GIZ.