Umwelt und Klima

Klimaschutz: Indien setzt auf Sonnenenergie

Mehr erneuerbare Energien, weniger CO2-Ausstoß – Die Metro in Neu-Delhi fährt mit Solarstrom.

Nirgendwo wird so viel Energie verbraucht wie in den Städten dieser Welt. Schon heute lebt dort mehr als die Hälfte der globalen Bevölkerung. Tendenz steigend. Wo viel verbraucht wird, besteht auch großes Sparpotenzial: In Neu-Delhi zum Beispiel wird mehr und mehr Strom aus Solarenergie erzeugt – auch die energieintensive Metro profitiert davon.

Weltweit unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Regierungen und Unternehmen dabei, mehr Strom aus nachhaltigen Energiequellen zu erzeugen. Zwischen 2010 und 2015 hat das Bundesunternehmen dazu beigetragen, dass mehr als 8.000 Megawatt installierte Leistung erneuerbarer Energie hinzugebaut wurden.

So zum Beispiel in der indischen Großstadt Neu-Delhi: 2002 wurde eine Metro in der 16-Millionen-Einwohner-Stadt in Betrieb genommen, die inzwischen über ein Streckennetz von 190 Kilometern mit 142 Stationen verfügt. Zwar ist die Metro klimafreundlicher als Autos und die in Asien weit verbreiteten Motorräder, doch sie verbraucht enorme Mengen an Strom – monatlich so viel wie 100.000 indische Haushalte.

Die Metro produziert ihren eigenen Strom

Neu-Delhi schlägt nun zwei Fliegen mit einer Klappe: die Produktion von „grünem Strom“ und die zuverlässige Versorgung des Metro-Netzes. Denn bisher waren Stromausfälle aufgrund chronisch überlasteter, maroder Netze an der Tagesordnung. Die Lösung: Solarstrom, der da produziert wird, wo er verbraucht wird.

Die GIZ hat den Metro-Betreiber Delhi Metro Rail Corporation (DMRC) dabei unterstützt, entsprechende Solaranlagen zu errichten. Im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat sie die DMRC bei der Finanzierung und Planung der Solaranlagen beraten und ihr geholfen, geeignete Gebäude für die Installation der Solarpanels zu finden.

Indiens Klimaziel: Mehr Sonnenenergie

In einer Pilotphase wurden zunächst die Dächer von drei Metrostationen mit Solaranlagen bestückt. Inzwischen sind auf fünf weiteren Gebäuden der DMRC Solaranlagen installiert worden, die bereits eine Kapazität von drei Megawatt erreicht haben. Bis Ende 2017 sollen Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 50 Megawatt installiert werden. Die Metro von Neu-Delhi kann damit einen erheblichen Teil ihres Stroms selber erzeugen.

Ein kleiner Baustein zum Erreichen der Klimaziele, die sich Indien gesetzt hat: Das Schwellenland will den Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch in den kommenden Jahren auf 25 Prozent verfünffachen, einen Großteil davon über Solaranlagen. Bis 2030 will Indien außerdem den CO2-Ausstoß um mindestens 30 Prozent senken – trotz steigenden Energiebedarfs. Die GIZ hat seit dem Jahr 2000 dazu beigetragen, mehr als 163 Millionen Tonnen Treibhausgase in Indien einzusparen. Das ist mehr als der jährliche Treibhausgas-Ausstoß des gesamten Verkehrs in Deutschland.


Stand: September 2017