Managementdienstleistungen

AFRIKA KOMMT! – Weiterbildungsprogramm für junge Führungskräfte

Die Initiative der deutschen Wirtschaft AFRIKA KOMMT! bietet Managementwissen für Nachwuchsführungskräfte aus Subsahara-Afrika.

Mit ihrer Initiative AFRIKA KOMMT! setzen führende deutsche Unternehmen seit 2008 ein Zeichen für Afrika: Sie bieten Nachwuchsführungskräften aus Ländern südlich der Sahara Einblicke in ihre Arbeitsabläufe und Managementmethoden. Während der Programmdauer von zwölf Monaten können beide Seiten wichtige Kontakte für eine dauerhafte Zusammenarbeit und erfolgreiche Wirtschaftskooperationen knüpfen.

Neunzehn führende deutsche Unternehmen gründeten 2008 eine gemeinsame Initiative zur Weiterbildung junger Führungskräfte aus Subsahara-Afrika: AFRIKA KOMMT!. Das Programm bietet Fortbildungsmöglichkeiten für junge, qualifizierte Fach- und Führungskräfte, die im Rahmen eines Praktikums insgesamt acht Monate in deutschen Unternehmen verbringen. Die Firmen investieren so in den Ausbau ihrer Kooperation mit afrikanischen Partnern – gleichzeitig profitieren sie von den landesspezifischen Kenntnissen der hochmotivierten Nachwuchsführungskräfte, die neue Ansätze und Einblicke mitbringen. Zudem fördern sie das Bewusstsein für Diversität in den Unternehmen. Seit 2017 können Teilnehmende auch Erfahrungen im Non-Profit-Sektor sammeln.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH führt das Programm im Auftrag der Unternehmensinitiative durch. Das Bundesunternehmen ist aufgrund seiner langjährigen Erfahrung mit verschiedenen Führungskräfteprogrammen sowie seiner Kontakte und Infrastruktur in Deutschland und Afrika ein idealer Partner für die Initiative. Das Programm wird vom Auswärtigen Amt und den deutschen Botschaften in Afrika südlich der Sahara unterstützt.

Schwarzer und weißer Geschäftsmann im Gespräch

Initiative mit hoher Strahlkraft

AFRIKA KOMMT! ist gefragt: Das zeigt sich vor allem in der Bewerbungs- und Auswahlphase: Mittlerweile bewerben sich pro Programmjahr bis zu 6.000 junge Menschen auf die 25-30 verfügbaren Plätze. Entscheidend für den gegenseitigen Mehrwert ist die Auswahl geeigneter Kandidaten. Die GIZ organisiert das Auswahlverfahren, wobei die Partnerunternehmen eine wichtige Rolle spielen: Sie verfassen ein Wunschprofil ihres Kandidaten und wählen die finalen Teilnehmenden während eines umfangreichen Assessment Centers in Afrika aus.

Die ausgewählten Fach- und Führungskräfte besuchen bereits in Afrika einen Deutschkurs und vertiefen ihre Sprachkenntnisse nach ihrer Ankunft in Deutschland in einem Intensivkurs. Drei internationale Management-Trainings der GIZ ergänzen die Praxisphase in den Firmen und vermitteln den Teilnehmenden theoretische und praktische Grundlagen in den Bereichen Projektmanagement, interkulturelle Kompetenzen, Konfliktmanagement und Leadership. In den Unternehmen sind sie unmittelbar in die Arbeitsprozesse eingebunden. Während ihres Aufenthalts in Deutschland und ihrer Fortbildung im jeweiligen Unternehmen begleitet und betreut die GIZ alle Teilnehmenden persönlich und fachlich.

Brücken bauen für deutsch-afrikanische Wirtschaftskooperationen

Nach Abschluss des Programms kehren die Nachwuchsführungskräfte in ihre Heimatländer zurück und werden Teil des Alumni-Netzwerks. Die Absolventen des Programms können sich dort austauschen, gleichzeitig können sich zukünftige Teilnehmende dort beraten lassen und Unterstützung finden. In ihren Heimatländern werden die Alumni zu Multiplikatoren: Indem sie ihre positiven Erfahrungen mit der deutschen Kultur und den deutschen Unternehmen weitergeben, können sie das Meinungsbild in ihrer Heimat prägen.

Die Alumni sind aber noch mehr: Mit ihren kulturellen und unternehmerischen Erfahrungen, Deutschkenntnissen und Kontakten in Deutschland sind sie wichtige Anlaufstellen für deutsche Unternehmen, die ihr Engagement in Afrika ausbauen möchten. Mehr als zwei Drittel der Teilnehmenden des vergangenen Jahrgangs ist sogar der direkte Einstieg in das jeweilige Partnerunternehmen gelungen, sie arbeiten nun in deren Niederlassungen in Afrika. Für die Robert Bosch GmbH, einem der Gründungsunternehmen von AFRIKA KOMMT!, arbeiten zum Beispiel inzwischen 11 Absolventen in Afrika. Einige Alumni konnten eine Niederlassung für ihr Partnerunternehmen in ihrem Heimatland eröffnen. So baute zum Beispiel Patrick Okello das erste Büro für die ANDREAS STIHL GmbH & Co. KG in Ostafrika auf. Andere Alumni, wie beispielsweise Lucy Wanjiku Mutinda aus Kenia, konnten durch die Programmteilnahme eine eigene Geschäftsidee entwickeln und umsetzen. Ihre Firma Ecocycle Ltd. hat mehr als 20 Mitarbeiter und installiert Kleinkläranlagen zur vollbiologischen Abwasseraufbereitung, die von einer Firma aus Schleswig-Holstein entwickelt werden.

Stand: Mai 2018