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Globale Expertise im Kampf gegen Infektionskrankheiten

Seit zehn Jahren bekämpft die Schnell Einsetzbare Expert*innengruppe Gesundheit (SEEG) weltweit gefährliche Infektionskrankheiten. Ihre Mission: Die Ausbreitung von Seuchen zu verhindern und Millionen Menschen zu schützen.

Testen von Choleraproben

Erinnern Sie sich noch an die Covid-Pandemie und wie schnell sich das Virus weltweit verbreitet hat? Norman Nausch, Leiter der SEEG, kennt die effektivste Gegenmaßnahme: „Das Wichtigste ist immer, das Risiko so schnell wie möglich einzudämmen.“ Die Einsatzgruppe hilft den betroffenen Partnerländern dabei, ihre Labore zu verbessern und mehr Tests durchzuführen. Sie berät und schult zu Infektionskontrolle und Früherkennung.

Bei akuten Infektionsfällen ergreift das Team Sofortmaßnahmen wie die Beschaffung von Schutz- und Testmaterialien und startet Aufklärungskampagnen. Seit 2015 war das Team über 70-mal in etwa 40 Ländern in Afrika, Asien und Lateinamerika im Einsatz, um Partner bei der Bekämpfung von Vogelgrippe in Gambia, Ebola in Uganda und Mpox in Sierra Leone zu unterstützen.

Lokales Know-how ist unerlässlich

Die SEEG handelt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), des Bundesministeriums für Gesundheit und des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Sie ist eine wirkungsvolle Maßnahme zur weltweiten Seuchenbekämpfung. Dennoch werden Anfragen mit Bedacht ausgewählt: „Wir gehen nur in die Länder, wo wir wirklich einen Mehrwert leisten können“, betont Nausch. 

Anfragen für Einsätze der SEEG kommen oft vom Gesundheitsministerium des jeweiligen Landes, über die deutschen Botschaften oder direkt an das BMZ. Die GIZ organisiert die Einsätze und stellt die Teams je nach Bedarf zusammen.

Zur SEEG gehören neben den Mitarbeiter*innen der GIZ auch Expert*innen vom Robert Koch-Institut, vom Friedrich-Loeffler-Institut, vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und der Charité Berlin. „Lokale Expertinnen und Partner sind besonders wichtig, da sie sich am besten auskennen“, erklärt Norman Nausch. Sie wissen, wo Material oder Know-how fehlt, was die richtigen Multiplikatoren sind und welche Vorbehalte oder Desinformationen in der Bevölkerung existieren. Dieses Wissen ist unerlässlich, um Epidemien erfolgreich zu bekämpfen.

Erfolgreiche Mpox-Bekämpfung in Sierra Leone

Hier brach im Sommer 2025 Mpox aus. Zwei stark betroffene Provinzen erhielten Wissen und Methoden zur Risikokommunikation, Infektionsschutz und Fallverfolgung von lokalen Experten und der afrikanischen Gesundheitsbehörde Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC). Über 50 Aufklärungskampagnen wurden durchgeführt, welche die Verbreitung des Virus eindämmten. „Die geschulten Teilnehmer*innen teilen ihr Wissen mit Kollegen und Gemeinden, sodass es auch ländliche Gebiete erreicht“, erläutert Radjabu Bigirimana, Programmleiter bei Africa CDC. 

Je mehr die Bevölkerung über Symptome, Sofortmaßnahmen, Schutzmaßnahmen und wirksame Aufklärung informiert ist, desto weniger verbreiten sich Viren und andere Krankheitserreger.

Relevante nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs):
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