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Löschroboter, Drohnen, Wissen: Hilfe für die Ukraine aus Fellbach

Im Interview erzählt Alexander Ernst, wie sein Unternehmen gemeinsam mit der GIZ den ukrainischen Katastrophenschutz unterstützt – und was Deutschland von der Ukraine lernen kann.

Unternehmer und Feuerwehrmann Alexander Ernst beim Training mit dem ukrainischen Katastrophenschutz
Unternehmer Alexander Ernst erzählt im Interview, wie er den ukrainischen Katastrophenschutz unterstützt.

Alexander Ernst ist Geschäftsführer der Barth Feuerwehrtechnik in Fellbach und seit 42 Jahren Feuerwehrmann. Schon vor Beginn des russischen Angriffskriegs belieferte sein Unternehmen den ukrainischen Katastrophenschutz in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH. Die GIZ unterstützt im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) den ukrainischen Katastrophenschutz. Seit Kriegsbeginn liefert Ernst neben Fahrzeugen auch Löschroboter und Drohnen. Zudem organisiert er mit dem Projekt praktische und theoretische Schulungen.

Feuerwehrleute üben mit einem Löschroboter.
Ukrainische Feuerwehrleute üben den Ernstfall mit einem Löschroboter.

Sie sind mit Ihrem Unternehmen sehr eng mit der Ukraine verbunden. Wie sieht die Zusammenarbeit seit Beginn des russischen Angriffskrieges aus?

Wir sind als Firma sehr gut am Markt vernetzt und finden für fast alle Bedarfe des ukrainischen Katastrophenschutzes die passende Lösung und den passenden Lieferanten – und das sehr kurzfristig. Feuerwehrtechnik hat teilweise Lieferzeiten von zwei Jahren. Das ist für die ukrainischen Feuerwehrleute vor Ort ein absolutes No-Go. Die brauchen das Equipment so schnell wie möglich, bei denen geht es täglich ums Überleben. Da sind wir durch unser europäisches Netzwerk richtig schnell und stellen auch selbst Ausrüstung her. Mit diesem Know-how können wir eigene Lösungen für die Ukraine entwickeln und Produkte anderer Lieferanten schnell anpassen.

Wie hat die Kooperation mit der Ukraine und der GIZ begonnen und was sind die aktuellen Entwicklungen?

Die Kooperation begann klassisch über eine Ausschreibung der GIZ zur Lieferung von 25 Vorausfahrzeugen. Das sind relativ kleine, wendige Busse, auf denen das ganze Rettungsgerät installiert ist. Nach Beginn des russischen Angriffskriegs organisierte ich dann eine Spendenaktion bei allen Feuerwehren in Baden-Württemberg. Dabei kamen 110 Tonnen Material für die Ukraine zusammen. Die GIZ hat die Logistik und die Verteilung vor Ort übernommen. Aktuell liefern wir einen Multi-Use-Anhänger mit Drohnen und einem Löschroboter, begleitet von umfangreichen Schulungen für ukrainische Einsatzkräfte, um ihre Fähigkeiten vor Ort zu stärken.

Löschroboter im Einsatz
Löschroboter im Einsatz beim Training.

Warum sollten sich mittelständische Unternehmen Ihrer Meinung nach in der Ukraine engagieren? 

Das hat mehrere Facetten. Ein Mittelständler ist klein genug, um schnell und flexibel auf die örtlichen Bedürfnisse reagieren zu können. Das Engagement in der Ukraine über die GIZ ist für uns wirtschaftlich interessant und hat uns neue Erfahrungen und Beziehungen eröffnet. Wir haben keine direkten Kontakte zu Entscheidungsträgern des Katastrophenschutzes oder zu anderen Behörden in der Ukraine. Das läuft alles über die GIZ. Dadurch haben wir keinen strategischen Vorteil für einen späteren Marktzugang in der Ukraine. Aber wir haben viele Menschen kennengelernt, die unser Gerät nutzen. Dadurch sind emotionale Bindungen entstanden. Es geht nicht nur um den monetären Aspekt, sondern auch darum, Menschen zu helfen und von deren Erfahrungen zu lernen. Eine moralische Verantwortung, wenn man es so sagen will.

Was würden Sie jetzt einem ukrainischen Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau sagen?

Ich habe diesen Menschen nichts zu sagen, sondern ich würde fragen: nach deren Erfahrungen und Bedürfnissen, um zu lernen, wie ich am besten helfen kann und welche Produkte sie weiterbringen.

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