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Hallo aus Washington,
mein Name ist Jonas Wittern und ich arbeite als entsandter GIZ-Agrarökonom bei der Weltbank. In meinem Team beschäftigen wir uns mit Agrarpolitik. Wir analysieren, wie Länder ihre Landwirtschaft fördern, beraten Regierungen bei Reformen und begleiten Pilotprojekte, die neue Ansätze für eine nachhaltigere Agrarpolitik aufzeigen.
Die Weltbank und die GIZ sind in vielen ähnlichen Bereichen im Einsatz. Indem wir eng zusammenarbeiten, können wir unsere Stärken bündeln und wirksame Lösungen in größerem Umfang voranbringen. Das ist gerade in Zeiten knapper Budgets wichtig. Die GIZ ist eine geschätzte Wissenspartnerin: Sie hat viel Erfahrung aus Projekten in Ländern weltweit und weiß, was vor Ort funktioniert. Die Weltbank wiederum kann bewährte Konzepte mit Regierungen in größerem Maßstab umsetzen.
Ein Beispiel dafür ist Sambia. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) arbeitet die Weltbank dort gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium daran, die Agrarförderung nachhaltiger auszurichten. Dabei greift unser Team auch auf Know-how der GIZ zurück.
Die GIZ begleitet das Land im südlichen Afrika unter anderem dabei, Anbaumethoden einzuführen, die den Boden schonen und dem Klimawandel besser standhalten. Sie arbeitet daran mit, die Beratungsangebote für Landwirte zu verbessern und ihnen den Zugang zu landwirtschaftlichen Krediten zu erleichtern. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse liefern eine wertvolle Grundlage für politische Reformen und helfen, Erprobtes auszubauen. Aufbauend darauf kann die Weltbank mit der sambischen Regierung diese Maßnahmen landesweit verankern und umsetzen. So greifen technische und finanzielle Zusammenarbeit ineinander.
Zur internationalen Zusammenarbeit bin ich durch praktische Projekterfahrungen in Lateinamerika gekommen, unter anderem in Armutsvierteln, mit landwirtschaftlichen Kooperativen und bei Feldversuchen zu effizienteren Bewässerungstechniken. Dort habe ich erlebt, wie konkrete Maßnahmen vor Ort Menschen unmittelbar erreichen und einen wirklichen Unterschied in ihren Lebensbedingungen machen. In meinem Studium der Agrarwissenschaften und Agrarökonomie hat mich dann vor allem die Frage interessiert, wie Entwicklungszusammenarbeit über die Projektebene hinaus wirken kann.
Nach der Uni führte mich mein Weg zur GIZ. Dort habe ich zunächst das BMZ zu agrarpolitischen Themen beraten, in einem Agrarhandelsprojekt in Westafrika gearbeitet und war zuletzt in der Zusammenarbeit mit politischen Partnern sowie der Kommunikation agrarpolitischer Themen tätig. Ende 2025 hat sich die Möglichkeit ergeben, zur Weltbank nach Washington zu wechseln. Für mich ist das ein spannender Perspektivwechsel: Nachdem ich in der BMZ-Beratung eng mit der Weltbank zusammengearbeitet habe, kann ich die Kooperation nun von der anderen Seite aus mitgestalten.
Einen typischen Arbeitsalltag bei der Weltbank gibt es für mich nicht. Neben dem Austausch mit Regierungen und dem Erstellen von Analysen, beispielsweise zur Wirkungseffizienz von Agrarsubventionen, bin ich mit Kolleginnen und Kollegen international unterwegs. Wir bringen Erfahrungen und Wissen aus verschiedenen Ländern zusammen und prüfen, wie sich erfolgreiche Herangehensweisen auf andere Kontexte übertragen lassen. Wir schauen etwa, ob und wie sich erprobte Lösungen aus Südostasien oder Lateinamerika auch für das südliche Afrika eignen.
Ein großer Pluspunkt meiner Arbeit ist das Wirken in einem tollen Team. Es motiviert mich, zusammen mit anderen Menschen Dinge voranzubringen. Und besonders erfüllend ist es, wenn aus gemeinsamen Ideen konkrete Veränderungen in Politik und Praxis werden.
Herzliche Grüße
Jonas Wittern