Porträt einer lächelnden Frau mit schulterlangem, braun-grauem Haar, rotem Ohrring, Brille und weißem Blazer vor einem unscharfen, grünen Außenhintergrund.

Hallo aus Bagdad,

mein Name ist Karina Frainer und ich leite seit 2025 das Local-Governance-Vorhaben der GIZ im Irak.

Gemeinsam mit meinem Team unterstütze ich staatliche Institutionen dabei, Verwaltungsstrukturen zu stärken und die Dezentralisierung voranzubringen. Das bedeutet ganz konkret: Provinzen sollen mehr Verantwortung übernehmen  – etwa wenn es darum geht, den Zugang zu Trinkwasser zu verbessern oder behördliche Dienstleistungen bürgernäher zu gestalten.

Was mich an dieser Aufgabe besonders motiviert, ist die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Menschen in den verschiedenen Bereichen der Verwaltung im Land. Immer wieder entstehen dabei Momente, in denen gemeinsam an praktischen Lösungen gearbeitet wird – etwa wenn Provinzen Prozesse so weiterentwickeln, dass Dienstleistungen transparenter, koordinierter oder näher an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sind. In diesen Gesprächen spürt man deutlich, wie viel Potenzial im Irak steckt und wie groß die Bereitschaft ist, neue Wege zu gehen.

Bevor ich in den Irak kam, habe ich bereits Projekte in Jordanien und Kolumbien betreut. Die Arbeit in verschiedenen Umgebungen hat meinen Führungsstil geprägt: zuhören, präzise analysieren, Klarheit schaffen – und Teams so begleiten, dass sie auch unter herausfordernden Rahmenbedingungen handlungsfähig bleiben. Achtsamkeit spielt dabei eine wichtige Rolle: im Umgang miteinander, im Blick auf das Umfeld und auch im eigenen Arbeitsalltag.

Aufgewachsen bin ich in Brasilien, einem Land, in dem Vielfalt selbstverständlich ist und unterschiedlichste Migrationsgeschichten aufeinandertreffen. Diese Prägung begleitet mich bis heute. Sie hat meinen Wunsch verstärkt, andere Realitäten kennenzulernen, im Austausch zu sein und herauszufinden, wie Zusammenarbeit in unterschiedlichen Umfeldern funktioniert. Nach meinem Jurastudium und einigen Jahren Arbeitserfahrung ging ich nach Deutschland, um mich beruflich weiterzuentwickeln. Hier entdeckte ich meine Leidenschaft für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Seit über 15 Jahren arbeite ich nun für die GIZ – in der Bildungsarbeit, im Bereich Sport für Entwicklung und heute im Governance-Sektor. Mich motiviert, gemeinsam mit Kolleginnen, Kollegen und Partnerinstitutionen Veränderungen anzustoßen, die Menschen unmittelbar zugutekommen.

Internationale Mitarbeitende der GIZ leben in Bagdad im Pendelrhythmus – auch ich bin abwechselnd einige Wochen hier und dann wieder in Deutschland. Diese Balance funktioniert nur mit guter Vorbereitung und einem starken Rückhalt. Sie ermöglicht mir, meine Aufgaben konzentriert wahrzunehmen und gleichzeitig meiner Familie nah zu bleiben.

Ich bin dankbar, im Irak arbeiten zu dürfen und so einen Beitrag zu den Entwicklungen im Land leisten zu können. Dabei ist es mir wichtig, mich gemeinsam mit meinen Kolleg*innen für das Thema Gender starkzumachen. Die Zusammenarbeit hier zeigt mir jeden Tag, wie viel möglich ist, wenn Vertrauen und fachliche Expertise zusammenkommen.

Viele Grüße

Karina Frainer

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