Ausgangssituation
Mauretanien ist sehr abhängig von den Einnahmen aus dem Rohstoffsektor. Der Bergbausektor allein generiert 29% aller Staatseinnahmen. Mauretanien exportiert Eisenerz, Kupfer und Gold, wobei Eisenerz wesentlich dominiert und der Rohstoffsektor trotz des geologischen Potentials noch wenig diversifiziert ist. Mauretanien ist somit wie kaum ein anderes Land abhängig von den Schwankungen der Weltmarktpreise für mineralische Rohstoffe.
Die mauretanische Regierung hat in den vergangenen Jahren schrittweise Reformen im Bergbau beschlossen, in Bezug auf den gesetzlichen Rahmen, die institutionellen Zuständigkeiten sowie im Bereich des Katasterwesen und des geologischen Informationssystems. Es fehlt jedoch eine kohärente Bergbaustrategie als Grundlage für eine aktive Steuerung des Sektors seitens der relevanten staatlichen Institutionen, damit der Bergbau sich in vollem Umfang zu einem Wirtschaftszweig entwickelt, der Arbeitsplätze schafft und die lokale Wertschöpfung erhöht.
Ziel
Das Ziel des Programms lautet „Grundvoraussetzungen für einen nachhaltigen und diversifizierten Rohstoffsektor in Mauretanien sind geschaffen".
Das Programm wird in zwei eng miteinander verzahnten und komplementär arbeitenden Programmkomponenten von der GIZ und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) gemeinsam durchgeführt. Die GIZ konzentriert sich dabei auf die Unterstützung der partizipativen Strategieentwicklung, die BGR auf die Erweiterung der Informationsbasis zu ausgewählten nichtmetallischen Rohstoffen.
Vorgehensweise
Im Zentrum der GIZ-Komponente stehen die strategische und technische Beratung des Ministeriums für Erdöl, Energie und Bergbau [Ministère du Pétrole, de l’Energie et des Mines (MPEMi)] zur Erarbeitung einer nationalen Bergbaustrategie und einer Kommunikationsstrategie.
Dies geschieht durch Politik-, Prozess- und Fachberatung des Ministeriums, durch die Schaffung von Beteiligungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaft und des Privatsektors an den Strategieerarbeitungsprozessen, durch Fortbildungen von Fach- und Führungskräften aus dem Bergbau- und Finanzministerium sowie von Mitgliedern zivilgesellschaftlicher Organisationen zu strategischen Fragen des extraktiven Sektors und durch die Förderung von Netzwerkbildung und Dialogforen zwischen den einzelnen Akteuren der Partnerinstitutionen.
Beispielhafte Leistungen der GIZ in diesem Unterstützungsprozess sind
§ Durchführung von Studien zur Analyse und Bewertung der strategischen Ausgangslage in ausgewählten Teilbereichen des Bergbausektors ( z.B. artisanaler Goldbergbau, industrielle Steinbrüche, institutionellen Kapazitäten);
§ Gestaltung der einzelnen Etappen in der Phase der Vorbereitung des Strategieprozesses, der Strategieformulierung und der Validierung der Strategien;
§ Sensibilisierung und Förderung der inhaltlichen Positionierung der Zivilgesellschaft im Strategieentwicklungsprozess für den Bergbausektor;
§ Durchführung von Fortbildungsmaßnahmen von Fach- und Führungskräften in Regierung und Verwaltung zu technischen und ökonomischen Fragestellungen, zu sektorpolitischen Standards sowie zu Reformprozessen im Bergbau in anderen afrikanischen Ländern;
§ Identifizierung und Umsetzung von zielgruppendifferenzierten Kommunikationsmaßnahmen
Wirkungen
Das GIZ-Programm hat auf Anfrage des Bergbauministeriums eine Sachstandsanalyse des Kleingoldbergbausektors in der Region Chami durchgeführt. Somit wurden zum ersten Mal feste Daten und Informationen zu dieser neuen Aktivität gesammelt, die für die Verwaltung dieses Sektors seitens der Behörden genutzt werden können. So wurden zum Beispiel durch die Beratung des Programms drei ministerielle Erlasse vorbereitet, um eine rechtliche Grundlage für diese neue Aktivität zu schaffen. Zudem werden Sensibilisierungsmaßnahmen im Hinblick auf diesen Sektor und die damit zusammenhängenden Potenziale und Risiken durchgeführt.
Weitere Wirkungen:
- Organisation und fachliche Begleitung von zwei Studienreisen nach Mali und Burkina Faso. Im Zentrum fand der Austausch zu den digitalen Bergbaukataster-systemen und den Erfahrungen im artisanalen Gold-bergbau.
- Identifizierung und Begleitung einer Kerngruppe der Zivilgesellschaft für den Bereich Bergbau, die Ansprech-partner für die Mobilisierung von Repräsentanten der Zivilgesellschaft in dem strategischen Dialogprozess mit der Regierung ist;
- Durchführung einer Diagnose zum Thema Kommunikation des Bergbauministeriums, auf deren Grundlage Maßnahmen zur Begleitung des neu ernannten Kabinettsberaters für Kommunikation abgeleitet und umgesetzt werden;
- Analyse zur Relevanz der von der Afrikanischen Union verabschiedete „Afrikanische Bergbauvision" (Africa Mining Vision) für Mauretanien und Beratung des Bergbauministeriums zur Berücksichtigung dieses panafrikanischen Rahmens im Rahmen der Strategieentwicklung;
- Erstellung einer Diagnose zum industriellen Steinbruchsektor und Identifizierung von Reglementierungs-lücken, die nun im Rahmen der Bergrechtsreform gefüllt werden.