Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ist seit 1964 in Äthiopien tätig.
Durch die Modernisierung der Agrarwirtschaft, eine expandierende Textilindustrie, das Bauwesen und Dienstleistungen wächst die Wirtschaft des Landes schnell. Äthiopien verfügt zudem über Wasserkraft für erneuerbare Energie, viel landwirtschaftliche Fläche und Wasserressourcen, die einer Exportwirtschaft zugutekommen.
Zeitgleich leben viele Menschen in Armut. Der Klimawandel mit Dürren und Überschwemmung belastet die natürlichen Ressourcen wie Land und Wasser.
Aufgrund von Konflikten innerhalb Äthiopiens und den umliegenden Ländern gibt es viele Binnenvertriebene sowie Flüchtlinge aus Eritrea, Somalia und Südsudan im Land.
Die GIZ arbeitet in Äthiopien im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und kooperiert mit nationalen und internationalen Partnern zu folgenden Kernthemen:
- Wirtschaft und Beschäftigung
- Landwirtschaft und Ernährung
- Demokratie und Rechtsstaatlichkeit
Die GIZ fördert die äthiopische Privatwirtschaft, indem sie Kleinst-, kleine und mittelständische Unternehmen und innovative Start-ups schult und finanziell unterstützt. Sie berät zudem das Berufsbildungssystem und integriert Flüchtlinge sowie Binnenvertriebene in die Berufsbildung. Darüber hinaus stellt die GIZ Verbindungen zwischen Berufsschulen und der Privatwirtschaft her.
In der Landwirtschaft schult die GIZ zu umweltfreundlicher und sozial verträglicher Landnutzung, klimasensiblem Landmanagement und besserer Widerstandsfähigkeit gegen Dürre. Ergänzend berät sie zu höheren Erträgen für kleinbäuerliche Betriebe, besonders für Kaffee, Avocado, Soja und Ölsaaten.
Auch eine bessere Regierungsführung und eine gestärkte äthiopische Menschenrechtskommission stehen im Fokus der GIZ, um Rechtsstaatlichkeit und Bürgerbeteiligung auszubauen. Ebenfalls unterstützt sie die Regierung dabei, Dialoge und Prozesse zur Übergangsjustiz umzusetzen, die die Folgen der vergangenen Konflikte aufarbeiten. Der Zivile Friedensdienst (ZFD) der GIZ schult zudem Gemeinden darin, Konflikte um Ressourcen wie Land und Wasser friedlich miteinander zu lösen.
Über Äthiopien hinaus berät die GIZ die Zwischenstaatliche Behörde für Entwicklung (Intergovernmental Authority Development, IGAD), die Regionalorganisation in Ostafrika und dem Horn von Afrika, beispielsweise zu Migration und Klimaanpassung.
Außerdem arbeitet die GIZ im Auftrag des BMZ und des Auswärtigen Amts regional mit der Afrikanischen Union, die ihren Hauptsitz in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba hat. Hier setzt sie Projekte unter anderem zu ländlicher Entwicklung sowie Rechtsstaatlichkeit um.
Ebenfalls ist „GIZ International Services“, ein Angebot für Auftraggeber weltweit, in Äthiopien und Djibouti tätig. Schwerpunkte liegen in der Landwirtschaft, Wirtschaftsentwicklung, E-Governance und Reform des Justizwesens. Auftraggeber sind unter anderem die Bayerische Staatskanzlei, die Europäische Union und das Deutsche Biomasse Forschungsinstitut.
Steckbrief Äthiopien
GIZ Mitarbeitende
Stand: 31.12.2025
- 651 Nationale Mitarbeitende
- 148 Internationale Mitarbeitende
- 8 Entwicklungshelfer:innen
- 1 Integrierte Fachkraft
Einblicke