Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist seit 1976 in Lesotho aktiv. Sie setzt EU-kofinanzierte Vorhaben unter den Team-Europe-Initiativen „Metsi a Lesotho“ (Wasser) und „Renewable Lesotho“ (Energie) über globale Programme und das Portfolio der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) um.
Lesotho zwischen Wasserreichtum und Energieabhängigkeit
Lesotho ist der „Wasserturm“ des südlichen Afrikas. Nur drei Prozent der Fläche des Oranje-Senqu-Beckens liegen im Land, dennoch trägt Lesotho 40 Prozent des jährlichen Oberflächenabflusses bei. Überweidung, Bodenverschlechterung und extremere Wetterereignisse verursachen Erosion, zerstören Anbauflächen und mindern die Wasserspeicherfunktion der Böden. Das gefährdet die Wasserversorgung von mehr als 19 Millionen Menschen, darunter die der südafrikanischen Wirtschaftsregion Gauteng.
Lesotho ist derzeit auf Stromimporte aus Südafrika angewiesen. Weil Lieferverträge auslaufen, muss Lesotho eigene Kapazitäten zur Stromversorgung aufbauen. Sonne, Wind und Wasser bieten dafür großes Potenzial, doch Rechtsrahmen und Projektvorbereitung sind noch nicht investitionsfreundlich genug.
GIZ in Lesotho: Wasser, Energie und Beschäftigung
Die GIZ arbeitet mit der Regierung Lesothos, kleinen und mittleren Unternehmen sowie der Zivilgesellschaft zusammen. Sie konzentriert sich auf folgende Bereiche:
- Klima- und Umweltschutz,
- Nachhaltige Infrastruktur,
- Wirtschaft und Beschäftigung.
Im Bereich Klima- und Umweltschutz setzt die Regierung mit ReNOKA landesweit einen Ansatz für integriertes Einzugsgebietsmanagement (ICM) um. Die GIZ unterstützt dabei, Land und Wasser nachhaltig zu nutzen, eine Koordinierungseinheit aufzubauen und den Rechtsrahmen zu verbessern. Sie begleitet zudem die Entwicklung eines Finanzierungsmodells: Unternehmen, die Wasser nutzen, und Investoren sollen Menschen dafür bezahlen, dass sie Böden und Wasserquellen schützen. Das ICM senkt Erosion, macht Flächen wieder nutzbar und mindert langfristig Risiken für Infrastruktur wie Dämme und Solaranlagen.
Im Bereich Nachhaltige Infrastruktur unterstützt die GIZ mit GET.transform und GET.invest den Aufbau eines widerstandsfähigen und investitionsreifen Energiesektors. Sie berät zu investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen und begleitet die Entwicklung konkreter Investitionsprojekte. Der Sektordialog „Lesotho Energy Access Dialogue“ bringt relevante Akteure zusammen. So trägt die GIZ dazu bei, erneuerbare Energien auszubauen, die Versorgungssicherheit zu stärken und den Zugang zu sauberem Strom zu erweitern. Bis Oktober 2026 half sie, mehr als neun Millionen Euro zu mobilisieren – für die Stromversorgung von rund 250.000 Haushalten.
Im Bereich Wirtschaft und Beschäftigung berät die GIZ das Handelsministerium und Unternehmen dabei, die Möglichkeiten des EU-SADC Economic Partnership Agreement zu nutzen. Das Abkommen regelt den Handel zwischen der EU und den Staaten des südlichen Afrikas. Die GIZ unterstützt das Ministerium bei der Entwicklung lokaler Trainings- und Wertschöpfungsangebote, etwa zentraler Produktionsstätten. Unternehmen hilft sie, neue Märkte über Messen, Geschäftsmodellentwicklung und Exportzertifizierung zu erschließen.
Steckbrief Lesotho
GIZ Mitarbeitende
Stand: 31.12.2025
- 44 Nationale Mitarbeitende
- 10 Internationale Mitarbeitende