Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH ist seit 2014 wieder im Sudan aktiv. Zuvor pausierte sie fast drei Jahrzehnte wegen des Bürgerkriegs. Seit dem Militärputsch 2021 unterstützt sie ausschließlich Vorhaben, die der Bevölkerung direkt zugutekommen.
Sudan: rohstoffreiches Land in der humanitären Krise
Der Sudan zählt trotz reicher Rohstoffvorkommen zu den ärmsten Ländern Afrikas. Der aktuelle Konflikt schwächt Haushaltseinkommen, landwirtschaftliche Produktivität, sozialen Zusammenhalt, lokale Regierungsführung und den Zugang zu Energie. Laut den Vereinten Nationen leidet fast die Hälfte der Bevölkerung an akuter Ernährungsunsicherheit. Über 4,5 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen, mehr als 6,8 Millionen im Land vertrieben. Anfang 2026 waren 12,7 Millionen Menschen von geschlechtsspezifischer Gewalt gefährdet. Weniger als ein Drittel der Haushalte hat Strom.
Besonders hart trifft es Haushalte, die von Frauen geführt werden. Auch frauengeführte Unternehmen fassen nur schwer Fuß am Markt. Bäuerliche Gemeinschaften müssen sich an veränderte Umweltbedingungen anpassen, um genug für ihre Familien und den Markt zu produzieren.
Diese Probleme treffen auch Geflüchtete. Der Sudan gehört zu den wichtigsten Aufnahmeländern Afrikas. Soziale Ausgrenzung und eine schwache Wirtschaft erschweren es ihnen, ihre Lebensgrundlage zu sichern.
Gleichzeitig organisieren lokale Akteure Nothilfe, fördern Dialoge gegen gesellschaftliche Polarisierung, setzen sich aktiv gegen Hassrede ein und dokumentieren Menschenrechtsverletzungen.
Resilienz und sozialen Zusammenhalt stärken: So arbeitet die GIZ im Sudan
Die GIZ arbeitet im Sudan mit lokalen, regionalen und internationalen Partnern, privaten Unternehmen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammen. Gemeinsam unterstützen sie aufnehmende Gemeinden, Binnenvertriebene und Geflüchtete, ihre Lebensgrundlage zu verbessern.
Sie konzentriert sich auf folgende Bereiche:
- Landwirtschaft und Ernährung
- Wirtschaft und Beschäftigung
- Frieden und Sicherheit
In den Oststaaten Kassala und Gedaref nutzen Bauernvereinigungen solarbetriebene Energiesysteme. Damit steigern sie Ernten, verringern Verluste nach der Ernte und erhöhen die Wertschöpfung. Sie erkunden zudem den Ausbau von gemeinsamen Maschinenparks. Mitglieder lernen, wie sie Einkommen erzielen, Lebensgrundlage sichern und Zusammenhalt stärken. Das stärkt auch den lokalen Privatsektor.
Sudanesische zivilgesellschaftliche Akteurinnen und Akteure setzen sich für eine friedliche und inklusive Entwicklung ein. Die GIZ unterstützt sie organisatorisch, vernetzt sie und fördert sie finanziell – für Friedensförderung, politische Bildung und Advocacy. Der Fokus liegt dabei besonders auf Jugendlichen und Frauen.
Gemeinsam mit lokalen Partnern setzt sich die GIZ auch gegen weibliche Genitalverstümmelung ein und stärkt den rechtlichen Schutz von Frauen. Sie baut psychosoziale Hilfen aus – auch für Überlebende konfliktbedingter sexualisierter und geschlechtsspezifischer Gewalt.
Hauptauftraggeber ist das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Steckbrief Sudan
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