Finanzielle Inklusion in Tunesien fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Finanzielle Inklusion in Tunesien (IFT)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tunesien
Politischer Träger: Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Investitionsförderung (MEFAI)
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2023

Ausgangssituation

Große Teile der Bevölkerung werden in Tunesien wirtschaftlich und sozial ausgegrenzt – besonders in ländlichen und stadtnahen Gebieten. Dies ist eine der Hauptursachen der sozialen Spannungen, die 2011 im Land zur Revolution geführt hatten. In strukturell benachteiligten Regionen im Landesinneren liegt die Arbeitslosenquote nahezu doppelt so hoch wie im Landesdurchschnitt. Hinzu kommt, dass einkommensschwache Bevölkerungsgruppen formelle Finanzdienstleistungen nicht ausreichend nutzen. Frauen sind von Arbeitslosigkeit und struktureller Benachteiligung deutlich stärker betroffen als Männer.

Analphabetismus, Schulabbrüche und informelle Beschäftigungen verstärken die Geschlechterkluft und verhindern die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen. Die Widerstandsfähigkeit gegenüber finanziellen Rückschlägen ist gering, da weder Ersparnisse noch Rücküberweisungen zur Bewältigung eingesetzt werden können. 

Ziel

Einkommensschwache Menschen, vorwiegend in ländlichen und stadtnahen Räumen sowie Frauen, nutzen mehr formelle Finanzdienstleistungen.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt dabei, einen regulatorischen und institutionellen Rahmen weiterzuentwickeln und Zuständigkeiten für die Regulierung und Überwachung von Finanzdienstleistungen zu klären. Dafür arbeitet das Projekt mit dem Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Investitionsförderung und der tunesische Zentralbank (BCT) zusammen. 

Für private Finanzdienstleister*innen soll es einfacher werden, in die Entwicklung digitaler Finanzdienstleistungen und Vertriebskanäle zu investieren. Durch die Nationale Strategie für finanzielle Inklusion (SNIF) sollen die nationalen Akteur*innen diese Entwicklungen in benachteiligten Regionen fördern. Dafür baut das Projekt die Kompetenzen der Beteiligten auf. 

Um das Angebot an Produkten und alternativen Vertriebswegen zu verbessern, werden Finanzdienstleister*innen für die finanzielle Bedürfnisse der benachteiligten Bevölkerung sensibilisiert. Darüber hinaus werden durch Bildungsmaßnahmen im Bereich Finanzen eine finanzielle Grundbildung und gezielter Verbraucherschutz ermöglicht.

Stand: Juli 2021

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