Das Potenzial der Nutzung von Klärschlamm als Ressource in Jordanien erschließen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltiges Klärschlammmanagement in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanische Wasserbehörde (WAJ)
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2024

Die schlecht gewartete Entsalzungsanlage KEMAPCO, die von AquaTreat zur Wasserversorgung von Aqaba betrieben wird.

Ausgangssituation

In Jordanien werden jährlich in 31 Kläranlagen 150.000 Kubikmeter halbtrockener Klärschlamm (60 Prozent Trockensubstanzgehalt (TS)) und 357.000 Kubikmeter flüssiger Klärschlamm (zwei Prozent TS) produziert. Diese werden zum großen Teil entweder an Ort und Stelle gelagert oder auf dafür ungeeignete Deponien verbracht. Derartige Praktiken beeinträchtigen die Qualität der Wasserquellen und verursachen hohe Treibhausgasemissionen. Zudem werden Energie- und Materialressourcen verschwendet, und die Entsorgungskosten sind mit zwei bis acht Euro pro Kubikmeter hoch. Klärschlamm wird bisher hauptsächlich für begrenzte landwirtschaftliche Zwecke und für die Biogaserzeugung verwendet und sein potenzieller Wert damit nicht voll ausgeschöpft.

Ziel

Durch die Anwendung nachhaltiger Lösungen für das Klärschlammmanagement in Jordanien verbessern sich die Bedingungen und Standards für die optimierte Nutzung von Klärschlammprodukten.

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist darauf ausgerichtet, durch technologiebasierte Upcycling-Lösungen wie Pyrolyse und Pelletierung die wirtschaftliche und ökologische Nachhaltigkeit des Klärschlammmanagements in Jordanien zu verbessern. Der Klärschlamm wird durch die Behandlung aufgewertet und kann als alternativer Brennstoff, Industrierohstoff oder Kompostzusatz genutzt werden.

Durch die Verbesserung der Marktfähigkeit neuer Klärschlammprodukte fördert das Vorhaben einen wirtschaftlich effizienten und nachhaltigen Umgang mit Klärschlamm. Zu den Maßnahmen zählen auch die Förderung privatwirtschaftlicher Beteiligung, die Entwicklung von Vertriebskanälen auf nationalen und internationalen Märkten und die Einnahmengenerierung.

Ausgehend von gemeinsamen Entscheidungen und Maßnahmen der lokalen Akteure wird ein günstiges Umfeld für die Nutzung von Klärschlammprodukten gefördert. Das Vorhaben setzt sich auch dafür ein, die rechtlichen Grundlagen für die Herstellung und Nutzung behandelten Klärschlamms zu schaffen und internationales Know-how zu mobilisieren, und führt Öffentlichkeitskampagnen durch.

Stand: September 2021

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