Einkommen für benachteiligte Gruppen im Libanon schaffen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung benachteiligter, peripherer Nachbarschaften durch Cash-for-Work Maßnahmen im Libanon (C4WL)
Auftraggeber: Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)​​​​​​​
Land: Libanon​​​​​​​
Politischer Träger: Ministerium für Soziale Angelegenheiten (Ministry of Social Affairs, MoSA)​​​​​​​
Gesamtlaufzeit: 2021 bis 2024

Ausgangssituation

Der Libanon befindet sich inmitten einer strukturellen Wirtschafts- und Finanzkrise. Mehr als drei Viertel der Bevölkerung leben in Armut. Angesichts der Dauer und des Ausmaßes der Krise haben vor allem ärmere Teile der Bevölkerung sämtliche Bewältigungsstrategien ausgeschöpft. Zugleich hat der Libanon durch die Syrienkrise eine große Anzahl von Flüchtlingen aufgenommen. Konkurrenz um abnehmende öffentliche Dienstleistungen und Arbeitsplätze führt zu zunehmenden Spannungen zwischen Flüchtlingen und Mitgliedern der aufnehmenden Gemeinden.

Die schwierige wirtschaftliche Lage hat zur Folge, dass Budgets für öffentliche Infrastruktur und Unterstützungsleistungen an bedürftige Haushalte stark zurückgehen. Junge Erwachsene und Frauen sowie Menschen mit Behinderung sind hiervon besonders stark betroffen.

Ziel

Flüchtlinge und Bewohner*innen aufnehmender Gemeinden sind besser in der Lage, mit der Krise umzugehen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben schafft befristete Beschäftigungsmöglichkeiten (Cash for Work) für bedürftige Haushalte im Nordlibanon und Akkar. Begünstigte arbeiten für 40 Tage und erhalten dafür ein Einkommen. Die Arbeiter*innen verbessern die örtliche Infrastruktur, zum Beispiel indem sie öffentliche Plätze verschönern. Parallel bereitet ein Teil von ihnen in Gemeindeküchen Mahlzeiten für bedürftige Haushalte zu.

Die Maßnahmen werden durch lokale Planungs- und Steuerungskomitees begleitet, in denen Vertreter*innen der Gemeindeverwaltungen, zivilgesellschaftlicher Organisationen und der Bevölkerung sitzen. Das Vorhaben richtet sich speziell an den Bedarfen von Frauen und Menschen mit Behinderung aus. Indem die Cash-Worker*innen einen positiven Beitrag zur Verbesserung ihrer Gemeinden leisten, wird auch ihr Selbstbewusstsein und ihre mentale Gesundheit gestärkt.

Stand: März 2022