Chilenisch-deutsche Projekte im Rahmen des Regionalen Fonds für Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Projekte im Rahmen des Regionalen Fonds zur Förderung der Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Chile und Drittländer aus Lateinamerika und der Karibik
Politischer Träger: Agencia de Cooperación Internacional para el Desarrollo (AGCID); Kooperationsagenturen der Drittländer
Gesamtlaufzeit: 2010 bis 2018

Ausgangssituation

Das Schwellenland Chile befindet sich im Übergang vom Nehmer- zum Geberland. Vor dem Hintergrund seines Beitritts in die Gruppe der OECD-Mitgliedsländer ist das Land auf der Suche nach neuen Formen und Möglichkeiten der internationalen Zusammenarbeit. Mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) aus dem regionalen Fonds für Dreieckskooperation in Lateinamerika und der Karibik führen Chile und Deutschland gemeinsam Entwicklungsprojekte in Lateinamerika durch. Seitens Chiles ist die staatliche Agentur Agencia Chilena de Cooperación Internacional para el Desarrollo (AGCID) direkter Kooperationspartner für die GIZ. Insgesamt wurden bisher sechs Projekte erfolgreich abgeschlossen. Fünf weitere Projekte befinden sich momentan in der Durchführung. Deutschland und Chile haben mit Mitteln des Fonds bisher in folgenden Partnerländern zusammengearbeitet: Paraguay, Kolumbien, Honduras, El Salvador, Dominikanische Republik, Guatemala und Haiti.

Ziel

Ausgewählte lateinamerikanische und karibische Länder und Deutschland haben gemeinsam erfolgreiche Entwicklungsmaßnahmen in Drittländern umgesetzt.

Vorgehensweise

Projektideen, die für eine Dreieckskooperation interessant erscheinen, werden zusammen mit der chilenischen Kooperationsagentur AGCID und den Partnerländern ausgearbeitet und dem Fonds präsentiert. Im Falle einer positiven Rückmeldung des BMZ wird auf einer offiziellen Auftaktveranstaltung die Durchführung detailliert geplant, Operationspläne und Inhalte werden gemeinsam erarbeitet,

Wirkungen

Mit Unterstützung der GIZ wurden in mittlerweile abgeschlossenen Projekten der Dreieckskooperation zahlreiche Wirkungen erzielt.

Dominikanische Republik. Chile und Deutschland förderten die Beschäftigungsmöglichkeiten für Jugendliche in benachteiligten ländlichen und urbanen Gebieten. Dazu bildeten die Partner bisher insgesamt 80 Dozenten und Ausbilder an unterschiedlichen Aus- und Fortbildungszentren des Landes fort. Mit den erlernten Methoden und fachlichen Inhalten schulten die Dozenten 900 Jugendliche. Über 800 Teilnehmer haben Projektvorschläge für eine selbstständige Beschäftigungsmöglichkeit erarbeiten können. Knapp die Hälfte aller Absolventinnen und Absolventen konnte durch die geförderten Maßnahmen bereits eine abhängige oder unabhängige Beschäftigung aufnehmen. In 40 Aus- und Fortbildungszentren wurden die im Rahmen des Projekts vermittelten Methoden und Inhalte zur Förderung der Jugendbeschäftigung in die jeweiligen Lehrpläne aufgenommen.

Paraguay. Ein DEK-Vorhaben unterstützte die Erarbeitung eines Managementmodells, mit dem öffentliche soziale Dienstleistungen lokal effizienter erbracht werden. Im Rahmen der aktuellen Sozialpolitik dient das Modell unter anderem als Grundlage zur Armutsbekämpfung. Weiterhin wurde erstmals ein landesweiter Plan zur Gestaltung und Umsetzung der paraguayischen Wohnraumpolitik erstellt. Er beschreibt unter anderem die Grundlage zur Bestimmung des Wohnraumbedarfs und der dafür nötigen öffentlichen Investitionen.

Honduras. Die Projektpartner trugen zur Verbesserung des Abfallmanagements bei. Sie erarbeiteten ein Handbuch zum Management von Mülldeponien. Auf dessen Grundlage entwickelten sie Fortbildungskurse für verschiedene Institutionen und Munizipien und führten sie durch. Sowohl die Inhalte des Handbuchs, als auch die Fortbildungen berücksichtigten die lokalen Bedingungen in Honduras. Das Handbuch kommt durch die nationale honduranische Umweltbehörde SERNA landesweit zum Einsatz.

Kolumbien. Im Mittelpunkt stand das Thema Sonderabfallmanagement. Das kolumbianische Umweltministerium unterstützte die Partner bei der Erstellung und Einführung eines Monitoringsystems. Das System ermöglicht es der Behörde, Erzeuger von Sonderabfällen, den Transport sowie die Endlagerung von Sonderabfällen besser zu prüfen und somit effizienter zu steuern. Zusätzlich wurden Studien zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, REP), zu Messmethoden von ökotoxischen Effekten sowie zur Handhabung von Sonderabfällen in Krankenhäusern erarbeitet. Sie unterstützen die chilenischen und kolumbianischen Fachministerien bei ihrer jeweiligen Politikgestaltung.

Guatemala. Die Verbraucherschutzbehörde DIACO wurde bei der Modernisierung ihres Managementmodells unterstützt. Dazu wurde vor allem eine virtuelle, automatisierte Plattform erstellt, durch die heute landesweit Verbraucheranfragen und Beschwerden deszentralisiert bearbeitet werden können.

Die Maßnahme wird finanziert aus Mitteln des Programms