Strukturwandel für eine nachhaltige und inklusive Entwicklung in Lateinamerika und der Karibik

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Strukturwandel für eine nachhaltige und inklusive Entwicklung in Lateinamerika und der Karibik
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Chile
Politischer Träger: UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (CEPAL)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2016

Chile. Sitz der Comisión Económica para América Latina y el Caribe (CEPAL), Santiago de Chile. © GIZ

Ausgangssituation

Seit 1980 arbeiten die UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (ECLAC, spanisch: CEPAL) und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zusammen, um eine sozial und ökologisch nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu fördern. Seit 2003 verbindet die beiden Akteure zudem eine strategische Partnerschaft, die die Zusammenarbeit in den jeweils zweijährigen Kooperationsprogrammen weiter intensiviert. Die CEPAL agiert dabei als Think Tank für Lateinamerika und die Karibik und analysiert und erarbeitet Politikvorschläge.

Ziel

Ausgewählte Mitgliedsstaaten der CEPAL haben Reformvorschläge und Instrumente zur Förderung eines klimasensiblen und sozial-ökonomischen Strukturwandels ausgearbeitet.

Vorgehensweise

Das Vorhaben fördert die Kooperation der CEPAL mit Projekten der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Die CEPAL profitiert von den Erfahrungen dieser Projekte, kann so ihre Strategien und Politikvorschläge verbessern und Strategien besser auf lokaler Ebene umsetzen. Das Vorhaben konzipiert und organisiert hochrangige Veranstaltungen des politischen Dialogs zwischen Lateinamerika oder der Karibik und der Europäischen Union. Themen der Foren sind beispielsweise nachhaltiger Strukturwandel, soziale Sicherungssysteme, Energieeffizienz und erneuerbare Energien sowie die Herausforderungen des Klimawandels.

Wirkungen

Die CEPAL führte auf Wunsch der Energieministerien Zentralamerikas eine Studie zu den Möglichkeiten der Reduzierung des Schwefelgehalts im Dieselkraftstoff durch. Die Empfehlungen wurden daraufhin auf ministerieller Ebene diskutiert und umgesetzt – ein großer Erfolg angesichts der starken gesundheitlichen Belastung durch die hohe Schwefelemission in den Hauptstädten.

In Brasilien wurden die Maßnahmen der Regierung des Staates Amazonas zum Schutz der Abholzung evaluiert. Diese Aufgabe wurde mit Unterstützung der GIZ und des Instituts für angewandte Wirtschaftsforschung (Ipea) durchgeführt. Eine Reihe der daraus entstandenen Empfehlungen hinsichtlich nachhaltiger Produktionsförderung sowie zur Bodenordnung befinden sich derzeit in Umsetzung.

Weitere Regierungen wurden darin gestärkt, Politiken und fiskalpolitischen Mechanismen zu entwickeln, um dem Klimawandel wirkungsvoll entgegenzutreten. Die CEPAL beriet beispielsweise die Regierungen Ecuadors und El Salvadors, woraufhin in Ecuador erste Abgaben auf Fahrzeuge, abhängig von deren CO2-Ausstoß, sowie ein Pfandsystem für Plastikflaschen eingeführt wurde. In El Salvador wurden auf dieser Grundlage die Auswirkungen des fluktuierenden Benzinpreises auf die Wirtschaft und mögliche Maßnahmen analysiert.

Bei den sozialen Sicherungssystemen unterstützte die CEPAL das Ministerium für soziale Wohlfahrt und Familie in Costa Rica bei der Vorstellung und Förderung des Gesetzes zu Pflege und frühkindlicher Entwicklung, das im März 2014 verabschiedet wurde. In gleicher Weise wurde El Salvador zur Stärkung und Institutionalisierung eines Systems universeller sozialer Sicherheit und eines Gesetzes zu Entwicklung und sozialer Sicherung beraten, das im April 2014 verabschiedet wurde.

Im Laufe der Jahre wurde eine umfangreiche Datenbank von Indikatoren zur Messung von Energieeffizienz (EE) aufgebaut. Die CEPAL nutzt die Arbeitstreffen, die zur Entwicklung der Datenbank dienen, um die Fähigkeiten der teilnehmenden Regierungsbeamten zu stärken, effizienterer EE-Politiken umzusetzen. Hochrangige politische Dialoge fördern zudem den regionalen Austausch und ermöglichen horizontale und internationale Kooperationen rund um das Thema Energieeffizienz.