Klimaschutz durch erneuerbare Energien auf Galapagos mit besonderer Berücksichtigung der Stromerzeugung durch Jatropha-Öl (ENERGAL)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Klimaschutz durch Erneuerbare Energien auf Galapagos mit besonderer Berücksichtigung der Stromerzeugung durch Jatropha-Öl (ENERGAL)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Ecuador
Politischer Träger: Ministerio de Electricidad y Energía Renovable (MEER)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2015

Ecuador, Galapagosinseln. Technikerschulung bei Inbetriebnahme der neuen Biotreibstoff-Generatoren auf Floreana. © GIZ

Ausgangssituation

Die Galapagosinseln, ein von der UNESCO anerkanntes Ökosystem, sind bedroht durch eine anfällige, CO2-intensive und fast ausschließlich thermische Stromversorgung.

Die vollständige Umstellung der Energieversorgung auf dem Galapagos-Archipel auf erneuerbare Energien (RE) bis 2020 ist das Ziel der ecuadorianischen Regierungspolitik „Null fossile Treibstoffe auf Galapagos“. Effizienterer Energieeinsatz, Wind- und Sonnenenergie sowie der Ersatz fossiler Kraftstoffe durch reines Pflanzenöl sind dabei von zentraler Bedeutung. Als Biokraftstoff soll das Öl der in Ecuador heimischen Jatropha Curcas (Purgiernuss) zum Einsatz kommen.

Ziel

Die Energieversorgung auf den Galapagosinseln wird auf einen adäquaten Mix aus erneuerbaren Energien umgestellt. Mit Jatropha-Öl betriebene Generatoren leisten einen signifikanten Beitrag zu nachhaltiger Energieversorgung, Umweltschutz und Minderung der Treibhausgase (THG).

Vorgehensweise

Das Vorhaben ist Teil der nationalen Politik der ecuadorianischen Regierung "Null fossile Treibstoffe auf Galapagos":

  1. Erneuerbare Energie: Versorgung und Vernetzung auf der Insel Floreana
    Auf Basis einer Machbarkeitsstudie der GIZ (2008) stellt die ecuadorianische Regierung die Energieversorgung der Inseln Floreana um. Ein Hybridsystem integriert zwei erneuerbare Energiequellen: Strom aus einer Solaranlage und von mit Jatropha-Öl betriebenen Generatoren. Das System soll zum ersten intelligenten Stromnetz (Smart Grid) Ecuadors ausgebaut werden.
  2. Bereitstellung von Jatropha-Öl
    Eine kleinbäuerliche, wirtschaftlich auskömmliche Produktion für Jatropha-Öl entspricht den quantitativen und qualitativen Anforderungen für Stromgeneratoren. Darüber hinaus trägt die Produktion zur Diversifizierung der Einkommen von Kleinbauern und somit zur nachhaltigen ländlichen Entwicklung der Provinz Manabi bei.
  3. Erneuerbare Energie: Wissensmanagement
    Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch zwischen Ecuador und Deutschland über den Einsatz erneuerbarer Energien und den Einsatz von Jatropha als Biotreibstoff bereichern das Wissensmanagement und den Aufbau von Netzwerken.

Wirkung - Was bisher erreicht wurde

  • In Fortschreibung eines vorangegangenen Projekts (2008-2011) wurden erneut eine Studienreise sowie Fortbildungs-, Planungs- und Trainingsmaßnahmen durchgeführt. Die Teilnehmenden können die Umsetzung des Regierungsprogramms "Null fossile Treibstoffe auf Galapagos" jetzt besser unterstützen und koordinieren.
  • Zahlreiche Weiterbildungen (2012-2013) für insgesamt 160 Mitarbeiter aus Stadtverwaltungen und Energieversorgungsunternehmen sowie für Politiker gewährleisten, dass RE-Projekte qualifizierte administrative und politische Unterstützung erhalten.
  • Bei den aktuellen Projekten zu Energieeffizienz, Stromerzeugung durch erneuerbare Energien und optimierter Ressourcennutzung auf dem Galapagos-Archipel und dem Festland wirken sich die Qualifizierungsmaßnahmen messbar positiv auf Fortschritt und Effizienz aus.
  • Auf der Insel Floreana versorgen seit Februar 2011 zwei mit Jatropha-Öl betriebene, umgerüstete Generatoren die erste Galapagos-Insel zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien. Die Jatropha-Ernte in der Provinz Manabi hat sich von 2009 bis 2011 verfünffacht. Der Ernteertrag (2012 und 2013) sicherte nicht nur den Jahresbedarf an Pflanzenöl auf Florena, sondern auch die Inbetriebnahme neuer Generatoren auf der Insel Isabela.
  • In Portoviejo wurde 2012 eine mobile Pressanlage zur Jatropha-Öl-Gewinnung in Betrieb genommen. 3.000 Kleinproduzenten erzielen so ein jährliches Zusatzeinkommen von rund 50 US-Dollar. Zusätzlich verbessern sich die Rahmenbedingungen für die Jatropha-Ölproduktion erheblich. Ein weiterer Meilenstein für "Null fossile Treibstoffe auf Galapagos" ist die Konsolidierung einer unternehmerischen Organisation zur Produktion und Verarbeitung von Jatropha-Nüssen. Der Prozess wurde durch fachlich-technische Beratung und 13 Trainingsmaßnahmen für 50 Kleinbauern begleitet. Die 15 teilnehmenden Frauen geben 2014 ihr neues Know-how als Multiplikatorinnen weiter.
  • Einen weiteren Beweis für die Nachhaltigkeit des Vorhabens ist das Isabela-Projekt, das Energieministerium und KfW Entwicklungsbank, im Auftrag des BMZ, gemeinsam umsetzen. Die grundlegenden Erfahrungen aus dem Projekt auf Floreana werden auf der Insel Isabela übertragen und erweitert (scaling-up): beim Aufbau einer Jatropha-Produktions- und Versorgungskette sowie eines thermisches Photovoltaik-Hybridnetzes (intelligentes Stromnetz Smart Grid).