Deutsch-brasilianische Dreieckskooperation

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Deutsch-brasilianische Dreieckskooperation
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Brasilien
Politischer Träger: Brasilianische Agentur für Technische Zusammenarbeit (ABC)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Deutsch-brasilianische Dreieckskooperation. Bild: CTA/SENATI © GIZ

Ausgangssituation

Brasilien beteiligt sich schon seit Langem als Partner in Süd-Süd- oder Dreieckskooperationen an der internationalen technischen Zusammenarbeit. Dabei nutzt das Land Lösungen, die ursprünglich entwickelt wurden, um die Herausforderungen im eigenen Land zu meistern. Brasilien kann auf den verschiedensten Gebieten Erfolge vorweisen, darunter bei Armutsbekämpfung, sozialer Entwicklung, Ausbildung, technischen Innovationen und Umweltschutzvorschriften. In Anerkennung dieser Erfolge wächst in anderen Ländern die Nachfrage nach brasilianischer Fachkompetenz in Projekten der technischen Zusammenarbeit.

Deutschland und Brasilien gelten als internationale Vorreiter bei Dreieckskooperationen. Aus der Kombination der Stärken beider Länder ergibt sich ein großes Potenzial zur Schaffung relevanter und innovativer Lösungen für die Entwicklung von Drittländern. Seit 2010 setzen sie gemeinsam Projekte in anderen Ländern um, beispielsweise in Mosambik und Peru. Drei trilaterale Projekte wurden bereits durchgeführt:

  • Institutionelle Stärkung des Nationalen Instituts für Metrologie in Mosambik. Mit diesem Projekt wurde die Gesamtlage der Metrologie in Mosambik verbessert und das Qualitätssicherungssystem insgesamt gestärkt. Die mosambikanische Regierung konnte in den Bau eines neuen Institutsgebäudes investieren, wodurch die Einnahmen aus Kalibrierungs- und Zertifizierungsdienstleistungen zwischen 2011 und 2014 um mehr als das Zehnfache anstiegen. Nun sollen im Rahmen des noch andauernden Projekts die Partnerschaften des Instituts mit der Privatwirtschaft ausgebaut werden.
  • Katastrophen- und Risikomanagement in Mosambik. Um bessere Reaktionen auf Extremereignisse zu ermöglichen, wurden mosambikanische Techniker für die Bedienung von Klima- und hydrologischen Stationen und die Auswertung der dort erhaltenen Daten ausgebildet. Das Hochwasserwarnsystem im Gebiet des Buzi-Flusses wurde modernisiert und die lokale Bevölkerung darauf vorbereitet, auf Katastrophenwarnungen schnell zu reagieren. Dieser Ansatz wird jetzt in einem weiteren Projekt auf den Limpopo-Fluss übertragen.
  • Aufbau eines Zentrums für Umwelttechnologie in Peru. Dieses Projekt umfasste den Aufbau und die Ausstattung des Zentrums für Umwelttechnologie in Lima. Die Techniker des Zentrums wurden in Deutschland, Brasilien und Peru ausgebildet. Heute schult das Zentrum Fachleute für die Industrie und bietet peruanischen Unternehmen direkt Schulungs- und Beratungsleistungen an. Das Zentrum ist mittlerweile im privaten wie im öffentlichen Sektor gleichermaßen anerkannt, ebenso auch bei internationalen Partnern in verschiedenen Bereichen. Mit seinen selbstgenerierten Einnahmen deckt es seine Betriebskosten zu 100 %.

Neben dem unmittelbaren Nutzen für die Entwicklung in diesen Ländern wurden die verschiedenen Instrumente und Tools, die für diese Projekte geschaffen wurden, in einem Handbuch für weitere deutsch-brasilianische Dreieckskooperationen systematisiert.

Ziel

Die Wirksamkeit von Dreieckskooperationen mit Beteiligung von Brasilien und Deutschland hat beträchtlich zugenommen.

Vorgehensweise

Auf brasilianischer Seite arbeitet die im Außenministerium angesiedelte Brasilianische Agentur für Technische Zusammenarbeit (ABC) mit der GIZ zusammen. Das Programm besteht aus zwei Aktivitätsbereichen. Zum einen sollen bereits bestehende, im Rahmen trilateraler Projekte eingerichtete Partnerschaften ausgebaut werden, um die verstärkte Integration in den Entwicklungskontext von Drittländern zu gewährleisten und die Verbreitung der Ergebnisse und Wirkungen auf regionaler und internationaler Ebene zu fördern.

Der andere Bereich betrifft die Entwicklung innovativer Formen deutsch-brasilianischer Dreieckskooperationen, die in erster Linie auf Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau ausgerichtet sind. Diese werden mit Unterstützung der GIZ von brasilianischen Sektororganisationen durchgeführt. Der technische Inhalt der Ausbildung liegt hauptsächlich in der Verantwortung der brasilianischen Organisationen, während sich die deutsche Seite auf die Methodik sowie auf die Überwachung und Bewertung der Ergebnisse und Wirkungen der Ausbildung konzentriert.

Deutsch-brasilianische Dreieckskooperation © GIZ

Gemäß dem Bedarf, den Entwicklungsländer insbesondere in Afrika und Lateinamerika zum Ausdruck bringen, vereinbaren ABC und GIZ gemeinsam die Ziele der Ausbildung und die institutionellen Änderungen, die diese Länder in den betreffenden Bereichen vornehmen müssen. Dann werden brasilianische Sektororganisationen mit umfassender Erfahrung auf dem entsprechenden Gebiet gesucht. ABC und GIZ bereiten gemeinsam die Maßnahmen zum Kapazitätsaufbau vor, die dann überwiegend in Brasilien durchgeführt werden.

Der Beginn des trilateralen Kapazitätsaufbauprogramms ist für 2016 vorgesehen. Das Programm wird aus wenigstens sechs Kursen bestehen, an denen wenigstens acht verschiedene Institutionen aus Entwicklungsländern teilnehmen.