Reform des Wassersektors in Peru

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zu Modernisierung und Stärkung der Siedlungswasserwirtschaft (PROAGUA II)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), Leistungsbereich Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Land: Peru
Politischer Träger: Ministerium für Wohnungsbau, Bau- und Sanitärwesen (Ministerio de Vivienda, Construcción y Saneamiento –MVCS)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Peru. Abwasserkläranlage in Chavin © GIZ / Mariela Maguiña

Ausgangssituation

Die Wasserressourcen in den bevölkerungsreichen Gebieten entlang der Pazifikküste Perus sind knapp und meist kontaminiert. Industrielle und häusliche Abwässer gelangen ungeklärt in die Flüsse. Urbanisierung, Klimawandel und die Verschmutzung der Oberflächengewässer verschärfen die Situation zusätzlich.

In vielen Regionen sind die Wasserversorgungsbetriebe sehr klein. Das Finanzmanagement ist schlecht, die Wassertarife nicht kostendeckend und oft bestimmt politische Einflussnahme das Geschäft. Diese Situation beeinträchtigt die Qualität der Wasserversorgung und des Abwassermanagements erheblich.

Die peruanische Regierung arbeitet daran, die städtische Wasser- und Sanitärversorgung für die Herausforderungen des Klimawandels zu rüsten. Verbesserte und langfristige sichergestellte Wasserversorgung haben politische Priorität. Das Ministerium für Wohnungsbau, Bau- und Sanitärwesen will die in den vergangenen Jahren entwickelte Strukturreform der Siedlungswasserwirtschaft zügig umsetzen.

Ziel

Die Wasserversorgungsunternehmen Perus bieten verbesserte Dienstleistungen in der Wasser- und Sanitärversorgung.

Vorgehensweise

Das Projekt konzentriert sich im komplexen Reformprozess im Wassersektor auf fünf strategische Elemente:

  • Beratung des zuständigen Ministeriums und nachgeordneter Behörden zur Umsetzung der neuen Rahmengesetzgebung für die Siedlungswasserwirtschaft.
  • Institutionelle Stärkung der neu gegründeten nationalen Behörde für die Verwaltung der Wasser- und Abwasserdienstleistungen (OTASS).
  • Verbesserte Leistungsperformance von vier lokalen Wasserversorgungsunternehmen, die sich in das Reformprogramm des Ministeriums eingeschrieben haben; kofinanziert durch das Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und unterstützt durch das Consultingunternehmen Akut.
  • Wissens- und Technologietransfer zur Aufbereitung und Wiederverwendung von Abwässern.
  • Auf- und Ausbau von Zertifizierungssystemen sowie dualen Ausbildungsgängen für Wasser- und Abwassertechniker, gemeinsam mit den wichtigsten Aus- und Weiterbildungseinrichtungen Perus.

Wirkungen

  • Vier Wasserversorgungsunternehmen in Übergangsverwaltung haben Pläne zu Sofortmaßnahmen erstellt, die es ihnen ermöglichen, ihre kommerzielle und technische Leistungsfähigkeit erheblich zu verbessern. Bis 2019 sichern diese die langfristige Versorgung von 590.000 Menschen.
  • In Moquegua wurden 13.250 Wasserzähler installiert. Dies fördert einen sorgfältigen Umgang mit Trinkwasser. Zahlreiche Leckagen im Wasserversorgungssystem wurden geschlossen. Dadurch gibt es mehr Wasser für Neuanschlüsse.
  • Das Einleiten von Industrieabwasser wird besser kontrolliert. Die Unternehmen klären ihr Abwasser daher zunehmend vor oder entrichten Gebühren für Abwassereinleitung.
Peru. Genauigkeitsprüfung der Wasserzähler in Moyobamba © GIZ / Magnolia Pinedo
  • Abwassergebühren werden in Abwassermanagement reinvestiert. Dies gewährleistet die finanzielle und ökologische Nachhaltigkeit.
  • Zwei Wasserversorgungsunternehmen haben den Verkauf von gereinigtem Abwasser vereinbart. Dadurch werden Einnahmen erhöht und Verschmutzung reduziert. Außerdem erhält Abwasser einen Wert als Ressource in Zeiten der Wasserknappheit.
  • Die ersten 100 Studenten haben ihre Ausbildung als Wasser- und Abwassertechniker begonnen.
  • Hunderte Techniker bereiten sich auf eine neue Zertifizierung vor. Bis Ende 2018 werden 40 Prozent des technischen Personals in 20 Wasserunternehmen zertifiziert. Damit wird der langfristige und sachgerechte Betrieb der Netze und Anlagen sichergestellt.