Beitrag zu den Umweltzielen Perus

Programmbeschreibung

Bezeichnung: Beitrag zu den Umweltzielen Perus (ProAmbiente)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Peru
Politischer Träger: Agencia Peruana de Cooperación Internacional (APCI)
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

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Ausgangssituation

Peru erlebt seit über zehn Jahren einen bedeutenden Wirtschaftsaufschwung. Der damit einhergehende wachsende Wohlstand kommt allerdings nicht allen Bevölkerungsgruppen und Regionen gleichermaßen zugute. Zeitgleich nehmen Umweltprobleme im Land zu. Ressourcenverbrauchende und nicht nachhaltige Produktionsformen führen an vielen Orten zur Degradierung von Ökosystemen. Der Wald leidet besonders unter dem Raubbau. Der Klimawandel verschärft die Auswirkungen.

Peru setzte sich deshalb ehrgeizige Ziele zum Schutz und zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen. Um diese Ziele zu erreichen, müssen vor allem die politischen, institutionellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Leistungsfähigkeit für die Umsetzung gestärkt werden.

Ziel

Ausgewählte Ziele Perus zur nachhaltigen Nutzung der Ökosysteme, zum Biodiversitätserhalt, zur Treibhausgasminderung und zur Anpassung an den Klimawandel werden erreicht.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt vor allem die Steuerungs- und Umsetzungsfähigkeiten des Umwelt- und des Forstmanagementsystems und unterstützt eine effektivere Zusammenarbeit zwischen nationalen und subnationalen staatlichen wie nichtstaatlichen Institutionen. Beraten werden dazu das Umweltministerium und seine nachgeordneten Behörden für Umweltgenehmigung, Umweltüberwachung und Schutzgebietsmanagement sowie das Agrarministerium mit seiner nachgeordneten Forstbehörde. Das Vorhaben arbeitet außerdem mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium, dem nationalen Rat für Wissenschaft und Technologie und dem Produktionsministerium zusammen. Maßnahmen werden vor allem in den Regionen Ucayali, Amazonas und San Martin umgesetzt.

Einige Maßnahmen des Programms werden mit Unterstützung der Consultingfirma GITEC umgesetzt. Zur Verbesserung des Umweltmanagements arbeitet das Vorhaben eng mit der deutschen UVP-Gesellschaft zusammen, einer deutschen Wissensplattform für Umweltvorsorge. Eine Kooperation zum Biohandel wird vom Schweizer Staatssekretariat für Wirtschaft kofinanziert. Um die legale, nachhaltige Forstwirtschaft zu stärken, arbeitet das Vorhaben über eine Kofinanzierung mit der holländischen SustainableTrade Initiative (IDH) zusammen sowie mit dem deutschen Dienstleister für Importförderung (IPD).

Wirkungen

Die Voraussetzungen für ein effizientes Umweltmanagement sind verbessert. Das Vorhaben hat dazu das Umweltministerium bei der Erstellung nationaler Planungsinstrumente begleitet: beispielsweise der Umweltagenda 2015/16, der Klimawandelstrategie und der Klima- und Waldstrategie.

Die erste OECD-Umweltprüfung sprach Peru Mitte 2016 Empfehlungen für die weitere Verbesserung seines Umweltmanagements aus. Das Vorhaben begleitete die Durchführung dieser Prüfung.

Die neue Umweltgenehmigungsbehörde kann seit Januar 2015 große Umweltverträglichkeitsprüfungen abnehmen. Die Akteure des Umweltmanagementsystems haben Kompetenzen geklärt, Umweltgenehmigungs- und Überwachungsverfahren standardisiert und vereinfacht sowie die Beteiligungsverfahren der Zivilgesellschaft geregelt.

Die neue Forstbehörde bietet die institutionellen Voraussetzungen für ein effizienteres Waldmanagement und damit eine bessere, nachhaltige Nutzung von Ökosystemen. Mit den Durchführungsbestimmungen für das Forstgesetz und der Durchführung des Konsultationsprozesses indigener Völker trat das neue Forstgesetz in Kraft.

Öffentliche Investitionen zum Biodiversitätserhalt stiegen in drei Regionen um 20 Prozent. Leitlinien zur Mobilisierung entsprechender Mittel machten dies möglich. Durch die Akkreditierung beim Green Climate Fund der Vereinten Nationen hat Peru Zugang zu zusätzlichen internationalen Mitteln. Anreize für private Investoren bieten neue Kreditlinien für Forstplantagen und Agroforstsysteme der Agrarbank. Unternehmer können für biodiversitätsfreundliche Geschäftsideen außerdem verschiedene Fördermittel beantragen.

Forschungsprogramme, Netzwerke sowie Forschungs- und Innovationscluster sorgen für Innovationen in der nachhaltigen Nutzung der biologischen Vielfalt, vor allem bei Holz, einheimischem Kakao, Sacha-Inchi-Nüssen und Heilpflanzen.

Peru. Verbesserte Voraussetzungen für Waldschutzmaßnahmen (REDD+) © GIZ / Fabian Schmidt-Pramov

Zur Verbesserung des Schutzes der biologischen Vielfalt wurde das Biosphärenreservat Gran Pajatén eingerichtet, das 2015 von der UNESCO anerkannt wurde. Die Schutzgebietsbehörde ist dabei, schrittweise eine Finanzierungslücke zu schließen. Die Eigenfinanzierung des nationalen Schutzgebietssystems hat sich deshalb seit 2014 um fast ein Drittel erhöht.