Armutsminderung durch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet des Río Artibonito

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Armutsminderung durch nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet des Río Artibonito
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Dominikanische Republik, Haiti
Politischer Träger: Secretaría Técnica de la Presidencia (Dominikanische Republik); Ministère de la Planification et de la Coopération Externe (Haiti)
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2012

Ausgangssituation

Das Einzugsgebiet des Río Artibonito in der Grenzregion zwischen Haiti und der Dominikanischen Republik ist von großer Bedeutung für die Wasserversorgung der Insel Hispaniola und die Subsistenz der armen Bevölkerung. Steigender Landnutzungsdruck bei fehlenden Einkommensalternativen sowie Mangel an staatlichen Leistungen und grenzüberschreitender Kooperation führen in der Region zur Zunahme einer nicht nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Ziel

Die Nachhaltigkeit des Naturressourcenmanagements im grenzüberschreitenden Einzugsgebiet des Río Artibonito ist verbessert und führt zu Armutsminderung.

Vorgehensweise

Das Projekt unterstützt die Umsetzung der UN-Desertifikationskonvention (CCD) in beiden Ländern und des dominikanisch-haitianischen Abkommens zur Förderung der grenzüberschreitenden Kooperation, sowie das nationale Aufforstungsprogramm Quisqueya Verde der Dominikanischen Republik.

Zielgruppe ist die arme ländliche Bevölkerung am grenzüberschreitenden Oberlauf des Río Artibonito und ihre Basisorganisationen. Mehr als 80 Prozent der Menschen leben unterhalb der staatlich festgesetzten Armutsgrenze. Die Mehrheit von ihnen, etwa 80 Prozent, lebt auf haitianischer Seite. Frauen werden bei Entscheidungsprozessen bisher nicht ausreichend beteiligt.

Der deutsche Beitrag beinhaltet in beiden Ländern Institutionenförderung, die Einbeziehung bestehender Kleinprojektefonds, Capacity Building sowie Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung von Teilwassereinzugsgebieten. Neben den Leistungen auf lokaler Ebene wird in der aktuellen Phase verstärkt auf Institutionenförderung auch auf regionaler und nationaler Ebene gesetzt. Das Vorhaben pflegt einen kontinuierlichen Austausch mit dem auf dominikanischer Seite geförderten Programm „Schutz und Management natürlicher Ressourcen in Wassereinzugsgebieten“ (PROGEREN), vor allem im produktiven Bereich und bei der Förderung der Umwelteinheiten der Gemeinden.

Die Maßnahme kooperiert bei lokalen Beratungsmaßnahmen mit dem von Entwicklungshelfern und der KfW Entwicklungsbank unterstützten Fonds Programa de Manejo Sostenible de los Recursos Naturales en la Zona Fronteriza (PROMAREN) der Dominikanischen Republik sowie dem Fonds d’Assistance Économique et Sociale (FAES) Haitis.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die binationale Zusammenarbeit vor Ort hat sich verbessert, die Kooperation auf lokaler Ebene wurde verbessert. Verschiedene Institutionen, wie Gemeinden, Abgeordnete, ONG, GEF-Artibonito, treffen sich jetzt regelmäßig. Die partizipativ erstellten Landnutzungspläne haben lokal die Kommunikation und den Willen zum gemeinsamen Handeln gestärkt.

Maßnahmen zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktivität, Diversifizierung des Anbaus und der Vermarktung, beispielweise von Biogemüse, haben den Handlungsspielraum der armen Bevölkerungsgruppen erhöht. Einige Täler verfügen seit Jahren das erste Mal wieder ganzjährig über wasserführende Quellen, da die Bodenschutzmaßnahmen greifen. Die Bauern testen auf den verbesserten Böden mit großem Interesse Kaffee, Kakao und Moringha. Es gibt explizites Interesse anderer Organisationen und Vorhaben in der Region (PROMAREN, FUNDASEP und GEF-Artibonito), die Unterstützung fortzusetzen.

Artikel teilenArtikel drucken