Central Asia Drug Action Programme

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Central Asia Drug Action Programme (CADAP 6)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan 
Politischer Träger: Ministerien für Innere Angelegenheiten und Gesundheit, Zentralasien
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ausgangssituation

In den zentralasiatischen Staaten sind Drogenhandel und Kriminalitätsrate, Korruption, Drogenmissbrauch und HIV-Infektionen stark miteinander verflochten. Die rechtliche, politische, wirtschaftliche und soziale Stabilität dieser Länder wird dadurch erheblich gefährdet.

Vor allem die Heroinabhängigkeit ist ein großes Problem in der Region, so offizielle Statistiken. Je nach Land spritzt zwischen 50 und 80 Prozent der registrierten Drogenkonsumenten diese Droge. Intravenöser Konsum gilt als eine der Hauptursachen für die Übertragung von HIV und anderer durch Blut übertragbarer Krankheiten. Die betroffenen Staaten haben bereits große Anstrengungen unternommen, um das Bewusstsein für das Infektionsrisiko durch den gemeinsamen Gebrauch von Spritzen und weiterer Utensilien für den intravenösen Drogenkonsum zu erhöhen. Allerdings muss noch mehr getan werden, um den Menschen bewusst zu machen, was sie zur Vorbeugung von HIV-Infektionen tun können.

Ziel

Die Leistungsfähigkeit der zentralasiatischen Länder, das Drogenphänomen umfassend und beständig zu bewältigen, ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Central Asia Drug Action Programme (CADAP) unterstützt die Regierungen der zentralasiatischen Länder bei der Umsetzung politischer Strategien und praktischer Maßnahmen zur Reduzierung der Nachfrage nach illegalen Drogen.

Seit 2015 läuft die sechste Phase. Erzielte Ergebnisse sollen weiter gefestigt und ausgebaut werden. Das Projekt unterstützt nationale Drogenstrategien und Kontaktstellen sowie die Bereiche Prävention und Behandlung. Außerdem arbeitet das Vorhaben mit Ministerien, staatlichen Behörden und weiteren Akteuren, die im Bereich Drogenpolitik zuständig sind. Es fördert Maßnahmen zur Stärkung von Ressourcen, Kompetenzen und Leistungsfähigkeit sowie die berufliche Qualifizierung. Bewährte europäische Erfolgsmethoden zur Bekämpfung von Drogen sollen in Zentralasien allgemein verankert und angewendet werden. Sämtliche Aktivitäten zielen auf den Aufbau nationaler und regionaler Leistungsfähigkeit. Sie umfassen Politikberatung, technische Unterstützung, Drogenmonitoring, Präventionsmaßnahmen sowie Drogentherapie- und Schadensminderungsangebote.

An der Umsetzung des Programms sind verschiedene Institutionen der EU Mitgliedstaaten beteiligt: Trimbos-instituut (Niederlande), ResAd (Tschechische Republik), National Bureau for Drug Prevention (Polen) sowie Frankfurt University of Applied Sciences (Deutschland). CADAP wird von der EU seit 2001 finanziert. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH koordiniert und steuert das Programm seit 2010.

Wirkungen

  • Regionale und nationale Austauschformate zu drogenrelevanten Themen sensibilisieren für das Problem Drogenkonsums als Thema der öffentlichen Gesundheit.
  • Nationale Drogeninformationssysteme verbessern die Verfügbarkeit von Informationen zur Problematik. Erfassung und Prüfung erfolgen nach internationalen Standards. Nationale Entscheidungsträger*innen nutzen diese Daten zur Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Reduzierung der Drogennachfrage.
  • Durch Berichte, Studien und Analysen des Projekts sind relevante Akteure besser über die Drogenszene informiert. Sie können darauf aufbauend gezielter Strategien gestalten.
  • Die Angebote für Drogenkonsumenten richten sich nun besser nach ihren Bedürfnissen. Das Vorhaben nutzte dafür eine Kombination aus kompetenzfördernden Maßnahmen. Drogenprävention und -Therapie. Partnerinstitutionen wurden mit technischer Ausrüstung unterstützt.
  • Außerdem wurde ein Schulpräventionsprogramm in den nationalen Lehrplan in Kasachstan intergiert. Das trägt zur Prävention des Drogenkonsums von Jugendlichen bei. Auch Lehrer*innen und Eltern haben ihre Kompetenzen in diesem Bereich deutlich verbessert.