Trinkwasserzugang und Abwasserentsorgung verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm zur Verbesserung der Wasserversorgung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung ( BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Afghanisches Ministerium für Wirtschaft
Gesamtlaufzeit: 2008 bis 2020

Ein modernes System zur nachhaltigen Wasserversorgung wird aufgebaut.

Ausgangssituation

Eine geregelte Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser ist für die meisten Menschen in Afghanistan ein Wunschtraum. In Kabul ist knapp jede zehnte Person an das noch weitgehend marode Trinkwassersystem angeschlossen. In den Provinzhauptstädten ist es nur jeder fünfte hier lebende Mensch. Die ländliche Bevölkerung ist auf Brunnen, fließende Gewässer oder die Versorgung über Wassertankwagen angewiesen. Es fehlen neue Leitungsnetze. Alte Netze müssen instandgesetzt werden, denn bis zu 40 Prozent des Wassers gehen durch Leckagen verloren.

Die verfügbaren Wasserressourcen nutzt das Land oftmals unsachgemäß und Vorkehrungen zu deren Schutz fehlen bislang. Obwohl Afghanistan mit einer Neuordnung des Wassersektors begonnen hat, lässt der angestrebte Ressourcenschutz bislang auf sich warten. Die Dezentralisierung und die Betreiberautonomie sind allerdings ansatzweise umgesetzt worden.

Ziel

Die nachhaltige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in den städtischen Zentren ist aufgebaut, die dafür notwendigen Rahmenbedingungen sind geschaffen und die afghanischen Institutionen betreiben die Wasserinfrastruktur eigenständig und bauen sie weiter aus.

Verfügbare Ressourcen werden oftmals nicht sachgemäß genutzt.

Vorgehensweise

Während die KfW Entwicklungsbank zum Aufbau der Wasserinfrastruktur beiträgt, arbeitet das Projekt mit den afghanischen Institutionen daran, die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung bedarfsorientiert zu betreiben und auszubauen.

Mit den für die Wasserpolitik zuständigen Ministerien, besonders dem Ministerium für Energie und Wasser, erarbeitet das Projekt Richtlinien zur Wasserressourcennutzung und unterstützt das Ministerium dabei, diese in die Tat umzusetzen.

Das Projekt berät und qualifiziert seit 2008 das Personal der Gesellschaft für die städtische Wasserversorgung und Abwasserentsorgung hinsichtlich seiner technischen und kaufmännischen Kenntnisse.
Damit das Stadtentwicklungsministerium eine funktionierende städtische Abwasserentsorgung planen und aufbauen kann, schult das Projekt die verantwortliche Mitarbeiterschaft sowohl fachlich als auch in organisatorischen Fragestellungen.

Mit der nationalen Umweltbehörde erarbeitet das Projekt ein Qualitätsmanagementsystem für die städtische Trinkwasserversorgung.

Die Consultingfirmen GOPA Infra und INTEGRATION unterstützen bei der Umsetzung des Vorhabens.

Mehr Haushalte sollen an das Wassernetz angeschlossen werden.

Wirkungen

Zwischen 2011 und 2017 besuchten rund 3.000 Angestellte aller Institutionen im Wasserbereich Managementschulungen, sowie praktische Fort- und Weiterbildungsschulungen. Sie können ihre Aufgaben dadurch heute besser wahrnehmen.

Im Bereich des Wasserressourcenmanagements wurden erste dauerhafte Grundwasser-Monitoring- Systeme eingerichtet, erste wasserwirtschaftliche Rahmenpläne erstellt und konkrete Maßnahmen zum Grundwasserschutz umgesetzt, wie die Schließung illegaler Müllablagerungen in der Nähe öffentlicher Trinkwasserbrunnen.

In den Projektstädten hat sich die Anzahl der Hausanschlüsse an das Trinkwasserversorgungsnetz deutlich erhöht. Zwischen Dezember 2013 und Mai 2018 ist beispielsweise in Kabul eine Steigerung von 43.300 auf 57.800 Anschlüsse zu verzeichnen, in Mazar –e- Sharif von 12.000 auf 17.300 oder in Taloqan von rund 900 auf 2.500. 

In den vergangenen  Jahren haben sich in allen unterstützen Wasserbetrieben die Kenngrößen, die zu einer Verbesserung der Betriebskostendeckung beitragen, verbessert. Neben der Anzahl der Hausanschlüsse zählen hierzu vor allem die Zahl der eingebauten Wasserzähler, der ausgestellten Wasserrechnungen und der Anteil an bezahlten Rechnungen.

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