Institutionenförderung für Energieversorgung

Solaranlage © GIZ

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Institutionenförderung für Energieversorgung in Afghanistan (IDEA)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afghanistan
Politischer Träger: Ministry of Energy and Water (MEW)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Ausgangssituation

Strom aus der Steckdose ist in Afghanistan nach wie vor eine Rarität. Nur ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zu elektrischer Energie. Für eine verbesserte Stromversorgung sind weiterhin politische Reformen sowie erhebliche öffentliche und private Investitionen nötig. Dafür muss vorab ein gesicherter rechtlicher Rahmen für Privatinvestitionen und private Anlagenbetreiber geschaffen beziehungsweise angepasst werden. Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH Afghanistan seit 2002 beim Ausbau des Energiesektors durch erneuerbare Energien.

Ziel

Die Bevölkerung, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben Zugang zu umweltschonend und klimafreundlich produzierter Energie. Afghanische Institutionen und Fachkräfte sind qualifiziert, um Rahmenbedingungen für eine verlässliche Stromversorgung zu schaffen.

Vorgehensweise

Das Programm „Institutionenförderung für Energieversorgung in Afghanistan“ unterstützt die Regierung Afghanistans in vier Bereichen:

  1. Nationale Ebene. Die Partner werden beraten, politische und rechtliche Voraussetzungen für eine verbesserte Energieversorgung zu erarbeiten. Energiepolitiken werden überarbeitet, Strategien entwickelt. Die beteiligten Institutionen werden gestärkt, indem ihre Rollen und Mandate gemeinsam geklärt, Verantwortlichkeiten formalisiert und Aufgaben präzisiert werden. Nicht zuletzt wird das Personal für seine Aufgaben aus- und fortgebildet.
  2. Koordinierung und Kooperation. Strukturen und Mechanismen, nicht nur national, sondern vor allem zwischen der nationalen und der Provinzebene, sorgen dafür, dass sich Energiepolitiken an den lokalen Gegebenheiten und Bedarfen orientieren und ausrichten. Der Aufbau der Strukturen bezieht alle beteiligten Ministerien und Behörden ein.
  3. Privatwirtschaft. Für die erwünschten Investitionen der Privatwirtschaft werden die notwendigen rechtlichen und finanziellen Rahmenbedingungen erarbeitet. Als Interessenvertretung der Privatwirtschaft wird der 2013 gegründete afghanischen Verband für erneuerbare Energien (Afghan Renewable Energy Union, AREU) gestärkt.
  4. Verbraucher und Unternehmen. Informationen für Verbraucher und Unternehmen werden aufbereitet und zur Verfügung gestellt. Computergestützte Datenbanken für erneuerbare Energien und Energieeffizienz werden dazu weiterentwickelt.

Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben die berufliche Fortbildung für den Betrieb von Erneuerbare-Energien-Anlagen.

Das Thema „Energieeffizienz in Gebäuden“ wird für die Integration in die afghanische Bauordnung aufgearbeitet. Aktivitäten des Vorhabens werden teilweise von der GFA Consulting-Group durchgeführt.

Wirkungen

Mit Unterstützung der GIZ wurden bislang folgende Wirkungen erzielt:

  • Fünf Gesetze und Strategien, darunter die Politik für erneuerbare Energien und das Stromversorgungsgesetz, wurden von der Regierung angenommen.
  • Die Regierung hat ein Komitee offiziell anerkannt und mandatiert, das die Koordination zwischen Ministerien und Institutionen verbessern soll (Renewable Energy Coordination Committe RECC).
  • Rollen- und Aufgabenverteilung zwischen den beteiligten Ministerien und dem Energieversorger DABS sind geklärt. Das Ministerium für Energie und Wasser ist das federführende Ministerium im Energiesektor. Die GIZ berät das Ministerium zur Organisationsentwicklung und zur Sektorkoordinierung. Kompetenzen und Verantwortlichkeiten werden geklärt, Stellenbeschreibungen erstellt und Aufgabenbereiche definiert.
  • In den fünf Nordprovinzen Badakhshan, Takhar, Kunduz, Samangan und Balkh koordinieren von der GIZ unterstützte Komitees (Provincial Energy Committees, PEC) die Umsetzung staatlicher Energieplanungen. Weitere Provinzen möchten ebenfalls Komitees einrichten.
  • In der beruflichen Aus- und Weiterbildung wurden Lehrpläne und Ausbildungsmaterialien zu Wasserkraft und Solarenergienutzung entwickelt. 73 Techniker sowie 32 Studierende haben ihre Ausbildung abgeschlossen.
  • Für den Unternehmerverband AREU wurde eine erste Analyse von Unternehmen im Erneuerbare-Energien-Sektor erstellt. Eine Marktstudie für Photovoltaik ist in Arbeit.
  • Die Energiewende ist eingeleitet: Bis 2020 sollen entsprechend dem 5-Jahres-Plan 500 Megawatt Strom aus erneuerbaren Energien produziert werden. Die GIZ unterstützt das Energie- und Wasserministerium bei den Ausschreibungsverfahren für die ersten 17 genehmigten Anlagen.