Organisationsberatung der Tschadseebeckenkommission

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltiges Wasserressourcenmanagement Tschadseebecken, Modul: Organisationsberatung der Tschadseebeckenkommission
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Tschad; Mitgliedsländer der Tschadseebeckenkommission: Niger, Nigeria, Kamerun, Tschad, Zentralafrikanische Republik, Libyen
Politischer Träger: Commission du Bassin du Lac Tchad (CBLT)
Gesamtlaufzeit: 2011 bis 2018

Tschad. Workshop zur Organisationsentwicklung der Tschadseebeckenkommission, Oktober 2014 (Foto: Dr. Lames) © GIZ

Ausgangssituation

Die Tschadseebeckenkommission wurde 1964 von den vier Anrainerstaaten des Tschadsees Niger, Nigeria, Kamerun und Tschad gegründet. 1985 trat die Zentralafrikanische Republik und 2007 Libyen der Kommission bei. Die Kommission ist die einzige von den Anrainerstaaten akzeptierte Institution zur Lösung grenzüberschreitendender Probleme. Sie hat das Mandat der Mitgliedsstaaten, grenzübergreifende Wasserprojekte zu überwachen und zu koordinieren, die natürlichen Ressourcen zu schützen, die Wassernutzung zu regeln, zu kontrollieren und Streitfragen zu schlichten. Die Organisationsstruktur der Kommission wurde 2009/2010 umgestaltet, doch die Reorganisation wird den Anforderungen nicht gerecht. Hinzu kommen neue Aufgabenbereiche, die eine weitere Anpassung der Managementstrategie und eine Erweiterung der Kompetenzen erforderlich machen.

Ziel

Die Tschadseebeckenkommission nutzt ihre erweiterten Planungs-, Kooperations- und Kommunikationsfähigkeiten zur Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Mitgliedsländern.

Vorgehensweise

Das Projekt zur Organisationsberatung der Tschadseebeckenkommission ist Teil des Programms „Nachhaltiges Wassermanagement Tschadseebecken“, in Kooperation mit der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe. Die Tschadseebeckenkommission soll zu einem Informationszentrum und zum Dienstleister für die Mitgliedsländer ausgebaut werden und ihre Aufgaben mit höherer Effizienz, Effektivität und erweitertem Know-how bewältigen.

Das Vorhaben investiert in institutionelle Reformen der Kommission, in die Konsolidierung der Planungsprozesse, in den Aufbau eines Monitoring- und Evaluierungssystems, eines Informationssystems (regionale Datenbank) sowie in die Verbesserung der internen und externen Kommunikation. Es unterstützt die Personalentwicklung und fördert den fachlichen Austausch mit anderen internationalen Kommissionen sowie die Erstellung von Medienprodukten und Publikationen. Durch eine verbesserte Geberkoordinierung sollen die verfügbaren Ressourcen künftig besser genutzt werden.

Unterstützt wird das Programm bei der Neugestaltung, Pflege der Webseite und beim Aufbau der internen Kommunikationsplattform der Kommission durch die Firma Compower, Karlsruhe, die auch die Schulungen hierzu durchführt. Der Ausbau der IT-Infrastruktur wird durch die AHT GROUP AG unterstützt, die auch das Informationssystem (LIS Lake Chad Information System) mit den regionalen Fachdatenbanken entwickelt hat. Der Aufbau des Hochtechnologieservers und die Schulung des IT-Personals wurden und werden durch die Ibes AG, Jena, begleitet. Unterstützung in der Beratung zur Organisationsentwicklung (Reform der Kommission, Kommunikation und Capacity Development) erfolgen durch Königswieser & Network, Wien, synetz international, Rösrath, und Integrated Consulting Group Deutschland, Berlin.

Der Ausbau der Fachkompetenz erfolgt über die kollegiale Begleitung der Fachabteilungen bei der Erstellung des ersten Statusberichtes zum ökologischen und sozioökonomischen Zustand des Tschadseebeckens und der jährlichen Monitoringberichte, die auch von der AHT GROUP AG unterstützt wird. Die Abteilungen werden in der Anwendung und Pflege des Informationssystems und der internen Kommunikationsplattform geschult und fortgebildet. Daneben wird die Fachkompetenz der Kommission zum Klimawandel erweitert.

Wirkung

Durch die Gründung der abteilungsübergreifenden „Internal Experts Meeting“ sowie der „Water and Climate Coordination Group“ erfolgt die fachliche Zusammenarbeit mit anderen Institutionen aus den Mitgliedsländern und ist international bereits jetzt koordinierter und auf gegenseitige Unterstützung ausgerichtet.

Das an die neuen Herausforderungen der Kommission angepasste Informationsmanagementsystem – mit verschiedenen Datenbanken, verbesserter interner IT-Infrastruktur (Hightechserver) sowie verbesserter Kommunikation des Personals über eine eigene interne Kommunikationsplattform – erlaubt eine effizientere fach- und abteilungsübergreifende Zusammenarbeit mit vereinheitlichten Daten. Aus diesen Daten wird der erste Statusbericht zum ökologischen und sozioökonomischen Zustand des Tschadseebeckens erstellt, dessen Fertigstellung 2015 geplant ist.

Tschad. Planungsworkshop, Januar 2015 (Foto: Dr. Lames) © GIZ

Durch die Einführung der abteilungsübergreifenden Planung und des Monitorings der Aktivitäten, Programme und Projekte ist erstmals die fristgerechte Erstellung strategischer Jahresoperationspläne für die jährlichen Ministerratssitzungen möglich.

Der Ministerrat hat im April 2015 zugestimmt, den vom Vorhaben erarbeiteten Reformvorschlag umzusetzen, um Effektivität, Effizienz und Fachwissen innerhalb der Kommission zu erhöhen.