Unterstützung der Wasserdirektion der Kommission der Afrikanischen Union (AUC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Wasserdirektion der Kommission der Afrikanischen Union (AUC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Kommission der Europäischen Union (EUC)
Land: Afrika, länderübergreifend (Mitgliedsstaaten Afrikanische Union)
Politischer Träger: Wasserdirektion der Kommission der Afrikanischen Union (AUC)
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2015

Ausgangssituation

In Afrika leben 285 Millionen Menschen (28 Prozent) ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser und 424 Millionen Menschen (41 Prozent) haben keine Sanitärversorgung. Ohne Zugang zu Trinkwasser und Sanitärversorgung ist ein wirtschaftlicher, gesundheitlicher, geschlechtsspezifischer und ökologischer Fortschritt nur sehr begrenzt möglich. Darüber hinaus leben zwei Drittel der afrikanischen Bevölkerung im Einzugsbereich der 59 internationalen Flussbecken des Kontinents. Folglich sind für die Wasser- und Sanitärversorgung, Konfliktvermeidung und ein grenzübergreifendes Wasserressourcenmanagement in Afrika Strategiebildung und Koordinierung sowohl auf panafrikanischer als auch auf regionaler Ebene unerlässlich. Die Kommission der Afrikanischen Union (AUC) hat den Afrikanischen Rat der Wasserminister (African Ministers' Council on Water, AMCOW) damit beauftragt, eine Strategie zu entwickeln, mit der die Sharm-el-Sheikh-Vereinbarungen für die Wasser- und Sanitärversorgung von 2008 umgesetzt werden sollen. Die GIZ stärkt die Ressourcen der maßgeblichen Partner, der Wasserdirektion der Afrikanischen Union (AUC Department of Rural Economy and Agriculture, AUC-DREA) und des Afrikanischen Rats der Wasserminister (AMCOW), diese Vereinbarungen umzusetzen.

Ziel

AUC-DREA und AMCOW sind soweit gestärkt, dass sie ihr Mandat zur Umsetzung der Sharm-el-Sheikh-Verpflichtungen erfüllen können. Mithilfe von Schlüsselpartnern werden Aktionspläne zu Themenschwerpunkten umgesetzt, die auf panafrikanischer und regionaler Ebene abgestimmt worden sind. AMCOW leitet den afrikanischen Politikdialog im Bereich Wasser- und Sanitärversorgung und Wasserressourcenmanagement.

Vorgehensweise

Mit Unterstützung der GIZ konnte AMCOW den Prozess leiten, der zur kontinentweiten Annahme einer Umsetzungsstrategie der Sharm el Sheikh Commitments führte.

Die GIZ konzentriert sich auf drei Brennpunkte, um die Wirkungsweise und Leistungen von AUC, AMCOW und regionalen Institutionen, den Regional Economic Communities (RECs) und River/Lake Basin Organizations (R/LBOs) zu verbessern:

  1. Eine Umsetzungsstrategie mit dem dazu gehörigen Prozess zu entwickeln.
  2. Die interne Organisation und Kommunikation zwischen panafrikanischen und regionalen Ebenen, Institutionen und Zivilgesellschaften zu verbessern. Dazu gehört auch die Definition von Rollen und Verantwortlichkeiten.
  3. AUC und AMCOW zu beraten und zu unterstützen, wie grenzübergreifendes Wasserressourcenmanagement auf regionaler und nationaler Ebene eingeführt werden kann.

Das von der EU-Kommission unterstützte panafrikanische Vorhaben wendet sich an alle AU-Mitgliedsstaaten und arbeitet eng mit anderen deutschen Vorhaben im Wassersektor sowohl auf regionaler als auch nationaler Ebene zusammen.

Wirkung

Mit den Maßnahmen verbessern sich die Ressourcen von AUC und AMCOW signifikant. Im Rahmen der 5th African Water Week wurden rund 1.000 Experten im Wasserbereich vernetzt, aus Wissenschaft und Politik, Nichtregierungsorganisationen, internationalen Organisationen und der Zivilgesellschaft. Sie verfassten eine abschließende Dakar Declaration zur weiteren Verbesserung des Zugangs zu Wasser- und Sanitärversorgung sowie des Wasserressourcenmanagements in Afrika.

Die Umsetzung des Kigali Action Plan hat begonnen (2015-2020), womit in zehn Pilotländern 5 Millionen Menschen Zugang zu Wasser und 5 Millionen Menschen Zugang zu Sanitärversorgung erhalten sollen. Im Rahmen des jährlichen Status Reports on Water and Sanitation werden bisher 47 von 54 Mitgliedsstaaten der AU und die jeweiligen RECs vernetzt, die ihre Daten zu Wasser- und Sanitärversorgung einbringen und diskutieren.

Zur Abstimmung und Umsetzung eines panafrikanischen Aktionsplans zum Wasserressourcenmanagement treffen sich regelmäßig 15 bis 20 Akteure der River/Lake Basin Organisations (R/LBOs) und der RECs.

Die Wirkungen dieses Vorhabens tragen zum Nutzen der städtischen und der ländlichen armen Bevölkerung bei – vor allem für Frauen und Mädchen.