Grenzüberschreitendes Wassermanagement in Zentralasien

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grenzüberschreitendes Wassermanagement in Zentralasien
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan, Usbekistan
Gesamtlaufzeit: 2009 bis 2017

Zentralasien. Wasserreservoir in Tadschikistan. © GIZ

Ausgangssituation

Wasserknappheit ist ein globales Problem, das besonders Zentralasien betrifft. Die chronische Übernutzung der vorhandenen Ressourcen und die Auswirkungen des globalen Klimawandels verschärfen die Situation weiter. Zudem sind die Wasserressourcen in der Region ungleich verteilt und werden zu unterschiedlichen Zwecken genutzt. Während die wasserreichen Staaten Tadschikistan und Kirgisistan am Oberlauf der großen Flüsse Syr Darja und Amu Darja das Wasser mangels Alternativen vorwiegend zur Energieproduktion im Winter nutzen, benötigen die am Flussunterlauf liegenden Staaten Kasachstan, Turkmenistan und Usbekistan das Wasser hauptsächlich zur landwirtschaftlichen Bewässerung im Sommer. Wasserknappheit, schlechte Bewirtschaftung und unterschiedliche Interessenlagen tragen dazu bei, dass die Frage der Wasserverteilung in Zentralasien ein hohes Konfliktpotenzial birgt.

Im Rahmen der Wasserinitiative Zentralasien („Berliner Prozess“) des Auswärtigen Amts unterstützt die GIZ, teilweise auch finanziert durch die Europäische Union, die Länder Zentralasiens beim Aufbau eines nachhaltigen regionalen Wassermanagements.

Ziel

Die zentralasiatischen Staaten entwickeln gemeinsam praktische Ansätze für ein nachhaltiges regionales Wassermanagement und setzen hierzu ausgewählte Maßnahmen um.

Vorgehensweise

Das Programm agiert in allen fünf Ländern Zentralasiens. Die umgesetzten Maßnahmen basieren auf einer Strategie, die gemeinsam mit den nationalen und regionalen Partnerinstitutionen entwickelt wurde. In Phase III des Programms liegt der Schwerpunkt auf der Stärkung regionaler Institutionen und der Verankerung bisher gesammelter Erfahrungen.

Das Programm unterstützt jene Institutionen in Zentralasien, die auf regionaler Ebene für die Regelung der Wasserverteilung zuständig sind, und stärkt so deren politische Position in der Region. Ferner berät es die entsprechenden regionalen, nationalen und lokalen Institutionen bei der Erarbeitung rechtlicher Bestimmungen und Richtlinien und unterstützt die Entwicklung praktischer Ansätze für ein nachhaltiges integriertes Wassermanagement. Die Aktivitäten werden durch Pilotprojekte in ausgewählten Flussgebieten ergänzt, welche anschaulich die Möglichkeiten verbesserter Wassernutzung zeigen.

Seit 2009 unterstützt die GIZ zudem die Entwicklung eines Rahmenabkommens zwischen Kirgisistan und Tadschikistan über die Zusammenarbeit an grenzüberschreitenden Flüssen.

Wirkung

In Zusammenarbeit mit der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) und Vertretern aller fünf zentralasiatischer Staaten wurden Vorschläge zur Stärkung der institutionellen Leistungsfähigkeit des Exekutivkomitees des Internationalen Fonds zur Rettung des Aralsees (EC IFAS) erarbeitet. In einem umfassenden Projekt haben EC IFAS und die fünf Staaten gemeinsam mit der GIZ, der UNECE und Vertretern der internationalen Gebergemeinschaft ein Programm zur Verbesserung des Wassermanagements im Aralseebecken entwickelt – das dritte Aral Sea Basin Programm –, das von allen fünf Staaten bestätigt wurde.

In ausgewählten Flussgebieten wurden gemeinsam mit nationalen und lokalen Partnern und Interessensvertretern Methoden zur nachhaltigen Flussgebietsplanung und -bewirtschaftung erarbeitet. Dabei wurde die Leistungsfähigkeit des Wassermanagements gestärkt. Zudem wurden zahlreiche Pilotmaßnahmen umgesetzt. Sie reichen von der Sanierung maroder Wasserinfrastruktur, der Einführung wassersparender Bewässerungstechnologien und dem Bau eines Kleinwasserkraftwerks in einer entlegenen Region bis zur Errichtung von Datenbanken und Karten unter Zuhilfenahme von Geoinformationssystemen.

Mehr als 500.000 Menschen, deren Einkommen eng an die Bewässerungsfeldwirtschaft geknüpft ist, und viele andere, die in den Pilotgebieten des Programms leben, profitieren nun von den umgesetzten Maßnahmen durch eine verbesserte Wasserverfügbarkeit und Wasservorhersage, funktionstüchtige Wasserbauwerke und eine bessere Planung in Bezug auf Naturgefahren.

Tadschikistan. Dushanbe Serafs. © GIZ