Nachhaltige Kontrolle von Schadheuschrecken und anderen Massenschädlingen in Zentralasien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Kontrolle von Schadheuschrecken und anderen Massenschädlingen in Zentralasien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Usbekistan, Kasachstan
Politischer Träger: Landwirtschaftsministerien in Usbekistan und Kasachstan
Gesamtlaufzeit: 2004 bis 2009

Ausgangssituation

Die Agrar- und Weideflächen Zentralasiens werden regelmäßig von Feld- und Wanderheuschrecken befallen. Die Bedrohung durch Heuschrecken wird in der Aralseeregion seit 2002 von der Einwanderung der vorderasiatischen Melonenfliege überlagert, die den wirtschaftlich bedeutenden Anbau von Zuckermelonen weitgehend zum Erliegen gebracht hat.

Beide Schaderreger verursachen hohe Einkommensverluste in der Landwirtschaft und tragen zur Verarmung der ländlichen Bevölkerung bei.

Die Landwirte und Pflanzenschutzdienste sind überwiegend nicht in der Lage, den Befall effektiv und umweltverträglich einzudämmen. Ursache dafür sind unzureichende Vorhersage- und Monitoringsysteme, fehlende oder ungeeignete Insektizide, veraltete Sprühtechniken, mangelndes Wissen über integrierte Bekämpfungsansätze sowie eine unzureichende Abstimmung zwischen den nationalen Pflanzenschutzdiensten.

Ziel

Ertragsverluste in der Landwirtschaft durch Heuschrecken und Melonenfliegen werden durch den regional koordinierten Einsatz moderner, umweltverträglicher Bekämpfungsmethoden verringert.

Vorgehensweise

Das Projekt berät Landwirtschaftsministerien, Pflanzenschutzdienste und Bauernverbände bei der integrierten Kontrolle von Heuschrecken und Melonenfliegen. Weltweit vorhandenes Wissen wird gesammelt und auf Seminaren mit Teilnehmern aus beiden Partnerländern ausgewertet. Unter Berücksichtigung lokaler Erfahrungen werden regionalspezifische Lösungsansätze abgeleitet.

Im Bereich Heuschrecken bildet das Vorhaben private und staatliche Dienstleister in modernen Vorhersage- und Monitoringsystemen sowie Sprühtechniken aus.

Im Bereich Melonenfliege folgt es einem partizipativen Arbeitsansatz und unterstützt Bauernverbände und Landwirte bei der Entwicklung integrierter Anbau- und Bekämpfungskonzepte.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Die Kartierung von Heuschreckenbrutgebieten mit Hilfe von Satellitenbildern hat die Planung von Bekämpfungsmaßnahmen entscheidend verbessert. Massenvermehrungen von Heuschrecken werden frühzeitig erkannt und präventiv bekämpft. Die Einführung der weltweit üblichen Ultra-low-volume-Sprühtechnik hat die Effizienz der Behandlungen erhöht und zugleich den Insektizidverbrauch und damit die Belastung der Umwelt gesenkt. In Usbekistan stieg der Anteil dieser Technik innerhalb von drei Jahren auf über 50 Prozent. Bis 2008 wurden in Gebieten, in denen sie konsequent eingesetzt wurde, keine nennenswerten Ertragsverluste in der Landwirtschaft festgestellt.

Dank einer intensiven Öffentlichkeits- und Aufklärungsarbeit erlebt der Zuckermelonenanbau in der Aralseeregion eine vorsichtige Renaissance. Unter dem Motto „Mit den Bauern – für die Bauern“ hat das Projekt die Landwirte umfassend über das Problem der Melonenfliege informiert und bei der Umsetzung integrierter Kontrollmaßnahmen unterstützt. Als besonders vielversprechend erwies sich der frühe Anbau unter Folie, bei dem ein Großteil der Melonen ohne Einsatz von Insektiziden bereits vor dem Befall durch Melonenfliegen geerntet werden kann. Dieser Ansatz wurde ursprünglich von iranischen Bauern entwickelt und ist Beispiel für einen gelungenen regionalen Wissenstransfer.