Unterstützung des Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC)

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung des Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ghana
Politischer Träger: Ghanaisches Außenministerium
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Das Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) ist eines von nur drei durch die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) anerkannten Trainingsfachzentren der ECOWAS in Westafrika. Im Rahmen der Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur bildet das KAIPTC ziviles Personal, Polizei und Militär in Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Wiederaufbau aus und bereitet sie auf ihre Aufgaben in regionalen und kontinentalen Einsätzen vor, beispielsweise in Friedens- und Wahlbeobachtungsmissionen.

Seit seiner Gründung 2004 wird das KAIPTC von der Bundesrepublik Deutschland unterstützt; seit 2006 durch das Kooperationsprojekt mit der GIZ vor Ort.

Unterstützt von der GIZ, hat das KAIPTC einen Strategieplan entwickelt, mit dem es sein Bestehen langfristig sichern und seine Stellung als Institution stärken will.

Seither hat das KAIPTC sein Trainingsangebot nachfrageorientiert weiterentwickelt, seine regionale Kooperation mit relevanten Partnern ausgebaut und seine Organisationsstruktur und -prozesse verbessert.

Diese Schritte haben das Zentrum deutlich wettbewerbsfähiger gemacht. Der aktuelle Strategieplan wurde für den Zeitraum 2014 bis 2018 entwickelt und baut auf diesen Erfolgen auf.

Ziel

Das KAIPTC steuert sein Trainingsangebot im Einklang mit dem aktuellen Strategieplan (2014–2018).

Vorgehensweise

Das Vorhaben kombiniert finanzielle Unterstützung mit Prozess-, Management- und Organisationsberatung. Folgende Schwerpunkte stehen im Zentrum der Zusammenarbeit:

  1. Fortführung des Organisationsentwicklungsprozesses: Er ermöglicht dem Zentrum, effizienter und effektiver zu arbeiten. Es kann sich so im Markt der afrikanischen Peacekeeping-Trainingszentren gegenüber Wettbewerbern besser positionieren.
  2. Weiterentwicklung und Integration des Learning-Managementsystems (LMS): Mithilfe einer Alumni-Plattform, einer Datenbank, E-Learning-Angeboten, Kursmanagement sowie Monitoring und Evaluierung werden interne Prozesse und die externe Kommunikation des Zentrums verbessert. Die Beratungsleistungen zum LMS werden in Kooperation mit einem externen Consultingunternehmen erbracht.
  3. Systematischer Aufbau von Beziehungen mit relevanten Partnern wie ECOWAS, Afrikanische Union und Vereinte Nationen
  4. Entwicklung eines Kursportfolio-Managementsystems: Das Vorhaben unterstützt das KAIPTC dabei, sein Angebot noch stärker und marktorientierter am Bedarf der Abnehmerorganisationen auszurichten.

Wirkung

Mit Unterstützung durch das Vorhaben konnte das KAIPTC seine Kooperation mit Abnehmerorganisationen, wie ECOWAS, der Afrikanischen Union und den Vereinten Nationen ausbauen und verbessern. Seither werden deutlich mehr am KAIPTC ausgebildete zivile Experten in Friedensmissionen eingesetzt. Ein Beispiel ist der Trainingskurs „Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration“: Die Vereinten Nationen und die Afrikanische Union wurden von Beginn an in die Entwicklung, Durchführung und Überprüfung des Kurses eingebunden. Beide Organisationen haben deshalb eine genaue Vorstellung davon, was der Kurs beinhaltet, und sie haben das KAIPTC in der Zusammenarbeit als kompetenten Partner kennengelernt. In der Folge schicken sie mehr Auszubildende in KAIPTC-Kurse und übernehmen auch die Kursgebühren.

Auch auf den akuten Bedarf an Kräften für die Friedensmission der Vereinten Nationen in Mali hat das KAIPTC reagiert: Mit Unterstützung durch das GIZ-Projekt hat das KAIPTC einen Trainingskurs für Menschenrechte entwickelt und in sein reguläres Kursprogramm aufgenommen.

Mit Unterstützung der GIZ hat das KAIPTC eine Gender Policy ausgearbeitet und verabschiedet: Frauen werden jetzt gezielt zur Teilnahme angeworben und gefördert, Genderthemen wurden in die Curricula aller Kurse integriert. In der Region ist das KAIPTC derzeit das einzige Trainingsfachzentrum der ECOWAS, das eine Gender Policy verabschiedet hat.

Entlang des entwickelten Monitoring- und Evaluierungssystems setzt das KAIPTC seine Arbeit nun auf Basis wirkungsorientierter Arbeitspläne um und evaluiert sie vierteljährlich. Auch die KAIPTC-eigenen Mitarbeiter werden regelmäßig geschult.

Mit dem neuen Learning-Managementsystem laufen jetzt alle wichtigen Prozesse am KAIPTC (wie Datenverwaltung, Kursmanagement und Netzwerkpflege mit den Alumni) webbasiert und damit einheitlich und einfacher.

Ghana. Kofi Annan International Peacekeeping Training Centre (KAIPTC) © GIZ

Die von der GIZ unterstützte Organisationsentwicklung, gemeinsame Planungstreffen und Kongresse mit der ECOWAS-Kommission und anderen Akteuren haben die Marktposition des KAIPTC erheblich verbessert. Das KAIPTC hat sich zu einem zentralen Mittler innerhalb der Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur entwickelt.