Ein gemeinsamer Markt für das südliche Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Zusammenarbeit zur Verbesserung der wirtschaftlichen Integration in der SADC-Region (CESARE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC): Angola, Botsuana, Demokratische Republik Kongo, Lesotho, Madagaskar, Malawi, Mauritius, Mosambik, Namibia, Sambia, Seychellen, Simbabwe, Südafrika, Swasiland, Tansania
Politischer Träger: SADC-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

SADC-Region. © GIZ

Ausgangssituation

Die Südafrikanische Entwicklungsgemeinschaft (SADC) besitzt erhebliches Wirtschaftspotenzial. Gleichwohl ist der Handel der Region mit der übrigen Welt immer noch durch Ausfuhr von Rohstoffen geprägt; und dies in einer Zeit, in der die Rohstoffpreise einen historischen Tiefstand erreicht haben. Gleichzeitig sind andere Branchen von einem harten internationalen Wettbewerb geprägt, sodass es den SADC-Staaten schwerfällt, ihren Anteil am Welthandel zu steigern. Die erhofften zukünftigen Vorteile regionaler wirtschaftlicher Integration geraten daher gegenüber drängenden Belangen wie Staatshaushalte und Arbeitslosenzahlen in den Hintergrund. Obwohl die regionale wirtschaftliche Integration in politischen Verlautbarungen immer wieder beschworen wird, bestehen in der Region nach wie vor erhebliche Handelshemmnisse. Der Handel zwischen den SADC-Mitgliedsstaaten ist infolgedessen immer noch schwierig, zeitraubend und kostspielig. So kann die Fahrt mit einem Lkw über die Grenze zwischen zwei Mitgliedsstaaten pro Tag bis zu 300 US-Dollar kosten; Wartezeiten von mehreren Tagen sind keine Seltenheit.

2015 hat die SADC eine Überprüfung ihres regionalen Masterplans für die nächsten fünf Jahre abgeschlossen, in dem der Schwerpunkt auf der industriellen Entwicklung und dem Ausbau der Infrastruktur in der Region liegt. Der Masterplan ist zwar ein großer Fortschritt, die Umsetzung bleibt jedoch eine Herausforderung.

Ziel

Nationale und regionale Akteure haben die regionale wirtschaftliche Integration der Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika, SADC, auf der Basis der regionalen Protokolle und Politikvorgaben gestärkt.
SADC-Region.  © GIZ

Vorgehensweise

Die GIZ unterstützt das SADC-Sekretariat und andere SADC-Strukturen bei ihren Bemühungen, den Stand der Umsetzung der relevanten SADC-Protokolle zu überwachen, darüber Bericht zu erstatten und zu evaluieren. Zur Förderung der Verhandlungen zum Handel mit Dienstleistungen leistet das Vorhaben (implementiert durch die Firma GFA) technische Beratung für das SADC-Sekretariat und die Mitgliedsstaaten und baut Verhandlungsforen auf.

Fortgang und Vertiefung der regionalen wirtschaftlichen Integration in der Region hängen von etlichen wichtigen Stakeholdern ab, die den Prozess voranbringen und leiten. Neben dem SADC-Sekretariat, das den regionalen Integrationsprozess koordiniert und verwaltet, sind die Mitgliedsstaaten dafür verantwortlich, die regionalen Vorschriften und Beschlüsse national umzusetzen. Die Einbindung der Privatwirtschaft in strategische und thematische Diskussionen über verschiedene Aspekte der Integration gewährleistet, dass die Debatte den Unternehmen gerecht wird und zu mehr grenzüberschreitendem Handel führt.

In einem seiner wichtigsten Handlungsfelder unterstützt das Vorhaben Stakeholder-Netzwerke bei den Verhandlungen über zu regional harmonisierten Lösungen zum Abbau von Handelshemmnissen und bei ihrer Umsetzung. Interventionen befassen sich mit produkt- und sektorübergreifenden Herausforderungen bei Produktion und Handel, beispielsweise mit Zollverfahren oder Qualitätsnormen, um die Entwicklung wichtiger Wirtschaftszweige und regionaler Wertschöpfungsketten zu fördern.

© GIZ

Einer der zentralen Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung ist die Infrastruktur in der Region. Zu den größten Barrieren bei Infrastrukturprojekten gehört das Fehlen angemessen vorbereiteter Vorschläge, die bei Infrastrukturfonds eingereicht werden könnten. Das Vorhaben veranstaltete deshalb bereits in einer frühen Projektphase Dialoge zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor zur Durchführbarkeit von Projektideen.