Wasserversorgung und Abwassermanagement

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Wasserversorgung und Abwassermanagement
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministry of Housing, Utilities and Urban Communities (MoHUUC)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ägypten. Kontrolle der Wasserqualität im Labor.  © GIZ

Ausgangssituation

Im Rahmen der ägyptischen Wassersektorreform wurde die Verantwortung für Dienstleistungen im Wassersektor von den Gouvernoraten auf neu gegründete Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsunternehmen übertragen. Die Unternehmen sind unter dem Dach einer nationalen Holding Company for Water and Wastewater (HCWW) zusammengeführt. Mit diesem Schritt in Richtung Kommerzialisierung soll die Situation im Wasser- und Abwassersektor wesentlich verbessert werden.

Der politische Umschwung im Land sowie häufige Umbesetzungen von Entscheidungsträgern im Sektor verlangsamten die Reformbemühungen. Die öffentlichen Dienstleistungen in der Siedlungswasserwirtschaft wurden gleichzeitig aber weitgehend aufrechterhalten und in Teilbereichen sogar verbessert. Die Zufriedenheit der Bevölkerung mit den öffentlichen Dienstleistungen gewann stark an Bedeutung. Der Staat bemüht sich deshalb, die Dienstleistungen nachhaltig zu verbessern sowie die betriebliche und wirtschaftliche Effizienz der Trinkwasser- und Abwasserunternehmen zu steigern. Trotz des allseits wahrnehmbaren verbesserten Betriebs der Anlagen sind die Unternehmen jedoch noch nicht in der Lage, ihre Dienstleistungen in der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gemäß der nationalen Standards und wirtschaftlich rentabel zu erbringen.

Ziel

Die Voraussetzungen für eine wirtschaftliche und nachhaltige Trinkwasser- und Sanitärversorgung sind verbessert.

Ägypten. Techniker bei Reparaturarbeiten einer Abwasseranlage.  © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die ägyptischen Reformbemühungen im Wassersektor in den Bereichen Sektorplanung und -regulierung, betriebliche Effizienz der regionalen Wasser- und Abwasserbetriebe sowie bei der Verbesserung der Dienstleistungsversorgung in informellen städtischen und unterversorgten ländlichen Siedlungsgebieten.

Das Vorhaben unterstützt die Entwicklung evidenzbasierter Planungsinstrumente. So wird gewährleistet, dass Investitionen im Trinkwasser- und Abwassersektor effizient und wirkungsorientiert eingesetzt werden. Die Firma Atkins International Limited berät das Vorhaben dabei fachlich. Gleichzeitig wird die nationale Regulierungsbehörde bei der rechtlichen Definition ihres Mandats sowie bei der Entwicklung und Anwendung von Regulierungsinstrumenten unterstützt.

In der Holding Company for Water and Wastewater (HCWW) sollen personelle und institutionelle Kompetenzen weiterentwickelt werden. Die landesweite Verbreitung guter technischer und kaufmännischer Praxisbeispiele soll die Unternehmen dabei unterstützen, ihre betriebliche Effizienz zu steigern.

Um Defizite bei den Serviceleistungen im Wassersektor auszugleichen, werden zivilgesellschaftliche Teilhabe an Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen sowie die Beteiligung des Privatsektors in informellen, städtischen und benachteiligten ländlichen Gebieten gefördert.

Ägypten. Trinkwasseraufbereitungsanlage im Nildelta.  © GIZ

Wirkungen

Die Maßnahmen des Vorhabens erhöhen die Leistungsfähigkeit der Institutionen im Wassersektor. Dort werden effiziente Arbeits- und Qualitätsmanagementprozesse eingeführt, die die Dienstleistungen nachhaltig verbessern. Mit seinem Beitrag zur Wasserversorgung und Abwasserentsorgung trägt das Vorhaben zur sozialpolitischen Stabilität in Ägypten bei.

Der verbesserte Zugang zu adäquater Trinkwasser- und Sanitärversorgung hat viele positive Auswirkungen, die langfristig die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen im Land stabilisieren helfen. Krankheiten, die durch unsauberes Wasser und mangelnde Hygiene entstehen, werden durch die Maßnahmen verringert. Dadurch, und durch den Wegfall von Hilfsdiensten zur Wasser- und Sanitärversorgung, wird Zeit gewonnen: für wirtschaftliche Aktivitäten und für den regelmäßigen Schulbesuch von Jungen und Mädchen – besonders in ländlichen Gebieten – und damit ein Beitrag zur Armutsreduzierung geleistet.

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