Ägyptisch-Deutsches Komitee zur Förderung der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und des Umweltschutzes (JCEE)

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ägyptisch-Deutsches Komitee zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz (JCEE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministry of Electricity and Renewable Energy (MoERE)
Gesamtlaufzeit: 2019 bis 2023

1 Kuraymat, Beni Suef CSP Solar Power Plant. Photographer Ralf Becker

Ausgangssituation

Die Energiebranche Ägyptens befindet sich in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Die Bemühungen der letzten Jahre führen zu einem aktuellen Energieüberschuss. Der Energiebedarf steigt jedoch rasant, und der bis 2022 geplante Subventionsabbau, hohe Stromverluste und geringe Energieeffizienz belasten die öffentlichen Verbraucher und private Haushalte. Zudem erfordert ein modernisiertes, flexibles sowie zuverlässiges Stromsystem neue institutionelle Strukturen.

Eine bessere Energieeffizienz gilt als wichtige Lösung für die Herausforderungen eines steigenden Energieverbrauchs und gewährleistet darüber hinaus die Versorgungssicherheit. Daher werden in Ägypten nationale Strategien und Aktionspläne umgesetzt, um die Energieeffizienz in allen Bereichen gezielt zu fördern. Im Mittelpunkt der Bemühungen steht der Nationale Aktionsplan für Energieeffizienz (NEEAP), in dem die institutionellen, finanziellen und Berichtspflichten festgelegt sind.

Potenziale, Erneuerbare Energien zu nutzen, sind in Ägypten reichlich vorhanden. Ihre Nutzung kann erheblich zur Energieversorgung beitragen sowie die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern. Die ägyptische Regierung strebt daher bis 2022 an, 20 Prozent des gesamten Stroms aus erneuerbaren Energien zu erzeugen. Erneuerbare Energien senken nicht nur die Risiken von Energieimporten, sondern verbessern auch die CO2-Bilanz des Landes. Verschiedene Finanzierungsmodelle fördern die Erneuerbaren Energien, vor allem Sonnen- und Windenergie. 

Ägypten übernimmt mehr Verantwortung im Klimaregime, wodurch die nationale Klimapolitik an Bedeutung gewinnt. Zahlreiche landesweite Klimaschutzansätze und -projekte werden gefördert und kommen letztendlich dem ganzen Lande zugute.

Ziel

Der operative Rahmen zur Verringerung der CO2-Intensitäten in Stromversorgung und -verbrauch ist verbessert.“

Zaafarana, Red Sea Wind Power Plant. Photographer Ralf Becker

Vorgehensweise

Das Ägyptisch-Deutsche Komitee zur Förderung der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und des Umweltschutzes (JCEE) verfolgt zwei Hauptaufgaben.

Zum einen fungiert es als Sekretariat des High-Level Joint Committee (HLJC), einer Plattform zum hochrangigen politischen Austausch zwischen Deutschland und Ägypten in der Energiebranche. Das in der Regel jährlich stattfindende HLJC-Meeting bringt Akteure aus Ägypten und Deutschland für einen Tag zusammen, um politisch relevante Entwicklungen im ägyptischen Energiesystem zu diskutieren. Mitglieder des Ausschusses sind zum Beispiel mehrere Ministerien. Dazu zählen das Ministerium für Elektrizität und Erneuerbare Energien (MoERE) und nachgeordnete Behörden, wie die Behörde für Neue und Erneuerbare Energie (NREA), die ägyptische Regulierungsbehörde für Elektrizitätsversorgungs- und Verbraucherschutz (EgyptERA), ausgewählte Stromversorgungsunternehmen (DISCOs) und viele mehr. Von deutscher Seite gehören dem HLJC fünf Ministerien an: das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), das Bundesministerium für Umwelt (BMU), das Bundesministerium für Wirtschaft (BMWi), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie das Auswärtige Amt (AA).

Zum anderen führt JCEE zusammen mit seinen Partnern zahlreiche Aktivitäten in den fünf Handlungsfeldern durch: nationale Strategie für Energieeffizienz, Beratung für die Verteilnetze, EnEff- Technologien, nachhaltige Energie und Klimaschutz sowie Erneuerbare Energien. Dabei zielt JCEE vor allem darauf ab, die Partner- und Mitgliedsinstitutionen zu stärken. Weiterhin entwickelt das Vorhaben die technischen, planerischen und Führungsfähigkeiten der Mitarbeiter*innen weiter. Die Institutionen unterstützt das Projekt durch gezielte prozessuale, organisatorische und technische Beratung. Hierzu werden Veranstaltungen und offene Diskussionen durchgeführt, um die erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Akteuren zu verbessern. Nicht zuletzt bietet JCEE in den Ministerien umfassende Politikberatung zur Umsetzung der nationalen Strategien im Energiebereich an. Die Aktivitäten zielen darauf ab, leicht messbare Pilotmaßnahmen einzuführen. Sie werden durch Sensibilisierungs- und Bildungskampagnen unterstützt, um die Akzeptanz klimafreundlicher Maßnahmen insgesamt zu erhöhen.

Wirkung

Das Vorhaben ebnet den Weg für eine nachhaltige Energieinfrastruktur in Ägypten und hilft, globale Herausforderungen zu bewältigen, etwa die Verminderung von Treibhausgasemissionen. Eine hohe Energieeffizienz führt zu preiswerteren Stromrechnungen und einer geringeren Umweltbelastung. 

Außerdem schafft der Bereich Erneuerbare Energien zahlreiche sichere Arbeitsplätze. Nationale Programme zur Förderung der Energieeffizienz und der Erneuerbaren Energien, die von Expert*innen und der ägyptischen Institutionen entwickelt wurden, bieten eine wesentliche Grundlage, um dies zu erreichen. 

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