Ägyptisch-Deutsches Komitee zur Förderung der erneuerbaren Energien

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ägyptisch-Deutsches Komitee zur Förderung der erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz (JCEE)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministry of Electricity and Renewable Energy (MoRE); New and Renewable Energy Authority (NREA)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ausgangssituation

Die Energieversorgung Ägyptens schien bis vor wenigen Jahren noch langfristig gesichert. Doch der Energiebedarf steigt rasant und Energie wird nicht effizient genutzt. Im Zuge dessen entwickelte sich Ägypten vom Netto-Exporteur zum Netto-Importeur von Energie. Der steigende Energieverbrauch mit jährlichem Zuwachs von bis zu 10 Prozent ist aufgrund der immer noch hohen Energiesubventionen eine starke Belastung für den Staatshaushalt.

Derzeit setzt der Staat eine sozialverträgliche Reform der Subventionspolitik im Strombereich um. Diese neue Energiepreispolitik berücksichtigt die niedrigen Einkommen weiter Teile der Bevölkerung sowie die Konkurrenzfähigkeit der Industrie. Im Strombereich wurden seit 2014 die Preise in drei Runden bereits deutlich erhöht.

Ägypten verfügt über enorme erneuerbare Energiequellen wie Wind- und Solarenergie, die die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen verringern können. So ist geplant, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von derzeit neun Prozent bis 2022 auf 20 Prozent zu steigern. Im Mai 2012 verabschiedete die Regierung zudem einen politisch-strategischen Energieeffizienzfahrplan. Mehrere landesweite Informationskampagnen fanden 2016 zum Thema Stromsparen statt, weitere Kampagnen werden folgen. Die Steigerung der Energieeffizienz ist darüber hinaus für die staatseigenen Stromverteilungsunternehmen verpflichtend geregelt. So müssen die Unternehmen beispielsweise jährliche Effizienzstrategien vorlegen, die sie sodann verbindlich umsetzen müssen.

Ziel

Die Voraussetzungen für klimafreundliche Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz sind verbessert. Längerfristige Strategien zu erneuerbaren Energien und Energieeffizienz liegen vor.

Vorgehensweise

Das Ägyptisch-Deutsche Komitee bietet eine Plattform für einen bereichsübergreifenden Politikdialog der nationalen Akteure über erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz. Es kooperiert hierbei mit unterschiedlichen Interessengruppen, zu denen unter anderem acht ägyptische Ministerien, der Ministerrat für Energiefragen und der Verband der ägyptischen Industrie gehören. Das Projektteam unterstützt die Partnerinstitutionen vielfältig: durch umfassende Politikberatung, Maßnahmen zur ganzheitlichen Kompetenzentwicklung sowie durch Bildungsinitiativen und Technologietransfer. Zu den Arbeitsfeldern gehört die Beratung zu gesetzlichen und regulatorischen Rahmenbedingungen zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz. Darüber hinaus schult das Projektteam Mitarbeitende in wichtigen Institutionen zu den Themen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Klimaschutz und unterstützt sie organisatorisch. Mit Informationskampagnen erhöhen die Partner das Bewusstsein für den effizienten Umgang mit Strom in der Bevölkerung.

Wirkungen

EgyptERA, die ägyptische Regulierungsbehörde, befindet sich in einem umfangreichen Restrukturierungsprozess. Das Projektteam hat in den vergangenen Jahren diesen Prozess intensiv begleitet: es hat zahlreiche Weiterbildungen zu Regulierungsthemen, aber auch zu Managementpraktiken und Public Relations für die Regulierungsbehörde organisiert.

Ein gemeinsam mit EgyptERA entwickelter Stromabnahmemodellvertrag sorgt inzwischen für günstige Rahmenbedingungen für das Engagement privater Investoren. Angesichts der begonnenen Liberalisierung des Strommarktes entwickelte EgyptERA mit Unterstützung des Komitees das regulatorische Vertragswerk für den Netzzugang künftiger privater Kraftwerksbetreiber, das bereits in mehreren Pilotprojekten angewendet wurde.

Die Entwicklung von Informationskampagnen für den verantwortungsbewussten Umgang mit Energie obliegt EgyptERA und dem Energieministerium. Das Projekt unterstützt mit internationalem und nationalem Know-how die Koordination und praktische Umsetzung.

In den neun staatlichen Stromverteilungsunternehmen Ägyptens wurden mit Unterstützung des Projekts Büros eingerichtet, die für die dezentrale Verbreitung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz zuständig sind. Dies hat zur Installation und Abnahme zahlreicher sogenannter Photovoltaik-Aufdachanlagen geführt, die das Land näher an die nationalen Ausbauziele für erneuerbare Energien heranführen. Regelmäßig durchgeführte Weiterbildungen, in denen beispielsweise Ausbilder für das industrielle Energie-Auditing ausgebildet werden, gehören zu deren Arbeitsbereichen.

Das Elektrizitätsministerium hat in Anlehnung an die arabische Energieeffizienzrichtlinie einen nationalen Aktionsplan verabschiedet, der im Stromsektor eine Steigerung der Energieeffizienz um rund zehn Prozent vorsieht.

Das Projekt unterstützt die Behörde für erneuerbare Energien, die für den Ausbau der erneuerbaren Energien verantwortlich ist, deren Testlabore für Photovoltaik und Solarthermieanlagen zu modernisieren.

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