Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung von kleinen und mittelständischen Unternehmen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ägypten
Politischer Träger: Ministerium für Handel und Industrie (MTI)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Ausgangssituation

Auch mehrere Jahre nach Beginn des Umbruchs in der arabischen Welt (2011) befindet sich Ägypten weiter in einer wirtschaftlichen Krise. Hohe Arbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse und Unterbeschäftigung gehören zu den drängendsten politischen und sozioökonomischen Problemen.

Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu stärken und neue, hochwertigere Arbeitsplätze zu schaffen, muss die ägyptische Wirtschaft stärker auf Effizienz und Qualität statt auf günstige Arbeitskräfte setzen und sich von der Nutzung hochsubventionierter Rohstoffe verabschieden. Technologietransfer findet bisher kaum statt und die Innovationsfähigkeit etablierter Unternehmen, vor allem kleiner und mittelständischer Unternehmen, ist gering. Ihr Zugang zu professionellen Beratungs- und Umsetzungsdienstleistungen ist unzureichend.

Gleichzeitig ist seit dem politischen Umbruch verstärktes Interesse an unternehmerischer Initiative zu spüren. Die häufig sehr innovativen Unternehmensgründerinnen und -gründer stehen aber weiterhin einem nicht konsolidierten, qualitativ häufig schwachen staatlichen und privaten Unterstützungssystem gegenüber. Die staatlichen Prozesse zur Etablierung neuer Unternehmen, insbesondere mit innovativen Geschäftsmodellen, sind umständlich und intransparent.

Ziel

Die Voraussetzungen für mehr Wettbewerbsfähigkeit und neue Arbeitsplätze in kleinsten, kleinen und mittelständischen Betrieben der Verarbeitungsindustrie und ihrer Zulieferbranchen sind verbessert.

Vorgehensweise

Zur Förderung von Beschäftigung durch nachhaltige Wirtschaftsentwicklung in Ägypten setzt das Programm auf der Nachfrageseite des Arbeitsmarkts an und fördert neue und bessere Arbeitsplätze für Frauen und Männer. Dazu arbeitet es mit einem breiten Spektrum von Akteuren zusammen.

Das Industrieministerium wird dabei unterstützt, seine Industriepolitik auf die Förderung von Innovation in Unternehmen und die Förderung von Beschäftigung auszurichten. Ausgewählte Mitarbeiter des Ministeriums und nachgeordneter Institutionen werden zu Ansätzen moderner Innovations- und Beschäftigungsförderung fortgebildet. Zu einzelnen Aspekten wird gezielte Beratung angeboten, zum Beispiel wie Beschäftigungswirkungen erfasst, die Qualität von Arbeitsverhältnissen verbessert oder kleine und mittelständische Unternehmen in Industriezonen eingebunden werden können.

Davon profitieren unter anderem die verschiedenen privaten und öffentlichen Innovations- und Gründungszentren, deren Dienstleistungsangebot mit Unterstützung des Programms ausgebaut und qualitativ verbessert wird. Das Programm will Lücken bei der Förderung innovativer Geschäftsideen durch geeignete Dienstleistungsangebote schließen. Ein Schwerpunkt ist die Zusammenarbeit mit Gründerzentren, sogenannten Inkubatoren und Start-up-Acceleratoren, Institutionen, die neu gegründete Unternehmen unterstützen. Seit Anfang 2017 werden auch erfolgreiche, auf Ägypten bezogene Aktivitäten und Formate des Responsible and Inclusive Business Hub (RIBH) im Rahmen des Vorhabens umgesetzt. Breitenwirksame Geschäftsmodelle, die benachteiligte Bevölkerungsgruppen einbeziehen, werden verstärkt in den Blick genommen.

Der Zugang zu professionellen, industrienahen Dienstleistungen trägt dazu bei, die Innovationskraft kleiner und mittelständischer Unternehmen zu stärken und durch die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit ihr Wachstum zu fördern. Das Programm unterstützt deshalb den Aufbau eines Dienstleistungsmarktplatzes in einer lokalen Institution mit regionalen Niederlassungen, der den Unternehmen einen zentralen Zugang zu geschäftsorientierten Lösungen ermöglicht. Zudem werden ausgewählte Technologie- und Innovationszentren des Industrieministeriums dabei unterstützt, neue Dienstleistungen zu entwickeln oder bestehende Angebote zielgruppenorientiert und effektiv anzubieten.

Die Consultingfirma GOPA unterstützt die Umsetzung des Vorhabens.

Wirkungen

Im November 2016 wurde die, mit Unterstützung des Projekts erarbeitete, Strategie für Innovation in der Industrie der Öffentlichkeit vorgestellt. Ihre Eckpunkte konnten in der für das Industrieministerium bis 2020 ausgerichteten Industrie- und Handelsstrategie verankert werden. Im Laufe von 2017 werden erste Maßnahmen durch die nachgeordneten Behörden des Industrieministeriums umgesetzt.
Durch die Erarbeitung einer „Landkarte“ mit Dienstleistern und Gründungszentren stehen schon etablierten und potenziellen Jungunternehmerinnen und -unternehmern umfassende Informationen über Unterstützungsangebote zur Verfügung. Bisher haben 40 von ihnen Inkubationsprogramme durchlaufen, die sie für den Markt vorbereiten. Mehr als 500 (potenzielle) Gründerinnen und Gründer konnten durch Wettbewerbe, Dienstleistungsmessen und Diskussionsveranstaltungen dabei unterstützt werden, fundierte Entscheidungen zu Geschäftsplanung und -finanzierung zu treffen.