Konservierung von Steinmonumenten in Angkor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Steinkonservierung in Angkor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: APSARA National Authority
Gesamtlaufzeit: 2007 bis 2020

Ausgangssituation

Das Weltkulturerbe Angkor ist eine der wichtigsten archäologischen Stätten in Südostasien. Sie ist sowohl die Haupttouristenattraktion in Kambodscha als auch ein Symbol für nationale Identitätsstiftung. Problematische Witterungsbedingungen sowie ungenügende Pflege in den Jahren politischer Unruhen führten zu einem teilweise besorgniserregenden Zustand der Tempelanlagen. Darüber hinaus belasten akut steigende Touristenzahlen die Tempel und stellen die örtliche Denkmalbehörde APSARA vor wachsende Herausforderungen.

In der Vergangenheit wurden Konservierungs- und Restaurierungsmaßnahmen fast ausschließlich von internationalen Projekten finanziert und durchgeführt. Diese Projekte sind meist nicht auf Dauer ausgelegt und die Arbeiten sind aus denkmalpflegerischer Sicht oft problematisch, da sie überwiegend von ungenügend geschulten Arbeitskräften durchgeführt werden. Trotz des enormen Bedarfs an Fachleuten gibt es bisher weder eine staatlich anerkannte Ausbildung für Restauratorinnen und Restauratoren noch verbindliche Richtlinien für das Anlernen von Baustellenpersonal. Neben diesem Fachkräftemangel sind auch die finanziellen Mittel äußerst beschränkt.

Ziel

Die örtliche Denkmalbehörde APSARA verfügt über ein professionelles Konservierungsteam, das sämtliche Restaurierungs- und Konservierungsmaßnahmen erfolgreich plant und fachgerecht durchführt.

Lokale Steinkonservierungsexperten führen regelmäßig formal anerkannte berufliche Ausbildungsmaßnahmen durch, um dem lokalen Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Vorgehensweise

Seit 2011 setzt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH die 2007 vom damaligen Deutschen Entwicklungsdienst (DED) begonnene Zusammenarbeit fort und unterstützt APSARA gezielt beim Aufbau und Training einer eigenen Steinkonservierungsabteilung, der Stone Conservation Unit (SCU). Dieses Projekt befähigt die Partnerorganisation, sowohl unabhängig von ausländischen Expertinnen und Experten Restaurierungsmaßnahmen durchzuführen als auch die Qualität der Arbeiten von internationalen Teams fachkundig zu beurteilen.

Komponenten des Vorhabens sind der Einsatz von nationalen und internationalen Expertinnen und Experten, Aus- und Weiterbildung, Sachgüterlieferungen in kleinem Umfang und örtliche Zuschüsse. Die finanzielle Nachhaltigkeit ist dadurch gewährleistet, dass der Projektpartner APSARA inzwischen den weitaus größeren Teil der Kosten der Steinkonservierungsabteilung selbst trägt.

Wirkung

Der Aufbau einer permanenten Steinkonservierungsabteilung sowie die Ausbildung einheimischer Fachkräfte im Bereich Steinkonservierung sichern den nachhaltigen Schutz des Weltkulturerbes, schaffen neue Arbeitsplätze und tragen nicht zuletzt auch zur ökonomischen Stabilität der Region bei.

Der Aufbau und das Einrichten der APSARA Stone Conservation Unit (SCU) begann zunächst mit der Beschäftigung von drei einheimischen Steinkonservierungsexperten an der örtlichen Denkmalbehörde.

In den Folgejahren wurde ein Ausbildungsprogramm entwickelt, um die Kapazitäten von APSARA mit einem geplanten Berufsbildungsgang weiter auszubauen. Zwischen März 2013 und März 2015 fand ein erster Ausbildungsdurchgang, angelehnt an das duale System in Deutschland, mit 20 jungen Kambodschanerinnen und Kambodschanern statt. Das „Handbuch für Steinkonservierung und -restaurierung in Angkor“, auf dem die Ausbildung basiert, gilt als exemplarisches Lehrbuch für Ausbildungsvorhaben in Entwicklungsländern.

Seit März 2015 arbeiten 19 kambodschanische Steinrestauratorinnen und -restauratoren, einschließlich der drei lokalen Seniorexperten, kontinuierlich an Konservierungsprojekten im Angkor Park. In den zehn Jahren ihres Bestehens hat die SCU mittlerweile über 60 verschiedene Restaurierungsvorhaben an circa 25 verschiedenen Tempeln wirksam durchgeführt. Die Arbeiten werden in der Regel von der Behörde beauftragt und daraufhin professionell und eigenverantwortlich geplant und fachgerecht durchgeführt.

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