Konservierung von Steinmonumenten in Angkor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Konservierung von Steinmonumenten in Angkor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: National Authority for the Protection and Management of Angkor and the Region of Siem Reap (APSARA)
Gesamtlaufzeit: 2006 bis 2018

Ausgangssituation

Die Tempel von Angkor sind ein Symbol für Kambodscha – der Archäologische Park Angkor in der Region Siem Reap das wichtigste kulturelle Monument und die größte Touristenattraktion des Landes. Mehrere Millionen Besucher aus aller Welt reisen jedes Jahr nach Angkor und tragen erheblich zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes bei. Insbesondere die Stadt Siem Reap ist sehr stark auf den Tourismus angewiesen. Es besteht jedoch die große Gefahr, dass die fantastischen Reliefs und Statuen der Tempel durch zunehmende Verwitterung beschädigt werden und eines Tages verloren gehen.

Die „Götterstadt“ vor dem Verfall zu bewahren, damit sich in- und ausländische Touristen auch künftig für das Land interessieren, ist sehr wichtig. Der nachhaltige Schutz des kulturellen Erbes von Angkor erfordert es, dass bei der Behörde für den Schutz und die Verwaltung von Angkor und die Region Siem Reap (APSARA) das für die Konservierung von Steinmonumenten notwendige Fachwissen aufgebaut wird.

Der Erhalt der Tempelanlagen von Angkor trägt auch zur kulturellen und politischen Stabilität des Landes bei. Die Tempel von Angkor sind ein nationales Symbol, und es ist kein Zufall, dass Kambodscha eines von nur zwei Ländern weltweit ist, das ein Bauwerk in seiner Landesflagge trägt, nämlich Angkor Wat.

Ziel

Die kambodschanischen Fachleute sind in der Lage, die Tempel von Angkor zu konservieren und zu restaurieren.

Vorgehensweise

Bis 2007 wurden Restaurationsarbeiten an den Tempelanlagen von Angkor nur von internationalen Teams durchgeführt, da die APSARA nicht über die notwendigen Ressourcen und Kompetenzen verfügte. Seit 2007 hat die GIZ die APSARA beim Aufbau einer Abteilung für die Konservierung von Steinmonumenten (Stone Conservation Unit, SCU) unterstützt. Der Abteilung gehören zurzeit drei inländische Fachkräfte sowie zwei fachliche Supervisoren an.

Das Projekt sieht vor, kambodschanische Fachkräfte in Konservierungs- und Restaurierungstechniken zu schulen. Dadurch verhilft es den Teilnehmenden zu einem sicheren Einkommen. Die GIZ nutzt ihre langjährige Erfahrung beim Capacity Development zur Stärkung der lokalen Kompetenzen. Dies ist insbesondere für ein Land wie Kambodscha wichtig, wo die meisten Intellektuellen als soziale Gruppe von den Roten Khmer ermordet wurden. Das zur Erhaltung der Tempel erforderliche Wissen ist so verlorengegangen und muss nun wieder vermittelt werden. Zurzeit gibt es in Kambodscha keine Einrichtung, an der Experten für die Konservierung von Steinmonumenten ausgebildet werden. Da auch keine schriftlichen Lehrmaterialien existierten, hat die SCU ein Handbuch entwickelt, das von Dozenten und für Schulungen vor Ort eingesetzt werden kann. Langfristig wird die APSARA neue Konservatoren ausbilden und damit die Abhängigkeit des Landes von internationalen Projekten verringern.

Für 2012 wird eine Vergrößerung der Abteilung für die Konservierung von Steinmonumenten innerhalb der Behörde angestrebt. Zu diesem Zweck sollen die inländischen SCU-Fachkräfte weitere Experten ausbilden. Die Experten der GIZ betonen die Notwendigkeit enger Zusammenarbeit und von Erfahrungsaustausch zwischen den internationalen Teams und den kambodschanischen Fachleuten. Die GIZ übernimmt auch beratende und koordinierende Funktionen und organisiert Workshops und andere Schulungsmaßnahmen. Zurzeit werden neue Schulungseinheiten für Konservatoren erarbeitet. Außerdem entwickelt das Projekt Kurse zur Vertiefung der theoretischen Kenntnisse der Schulungsleiter.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

  • Die SCU ist inzwischen gut aufgestellt, um in Angkor Konservierungsarbeiten durchzuführen. So hat die Abteilung bereits acht Projekte im Auftrag internationaler Partner und elf Projekte für inländische Partnerorganisationen durchgeführt. Insgesamt wurden rund 100 Objekte restauriert.
  • Das Büro und die Werkstatt sind gut ausgestattet.
  • Die Konservierungsmaßnahmen werden erfolgreich geplant, koordiniert und umgesetzt. Darüber hinaus wurden auch Maßnahmen in die tägliche Arbeit integriert, um den Zustand der Monumente laufend zu überwachen.
  • Die SCU wird von inländischen und internationalen Teams regelmäßig zur Beratung hinzugezogen.
  • Ein Datenerfassungssystem wurde in Betrieb genommen, in das laufend aktuelle, gut strukturierte Daten von allen Baustellen eingespeist werden.
  • Eine Liste mit in- und ausländischen Händlern und Logistikunternehmen wurde erstellt, die in der Lage sind, die für die Konservierung notwendigen Materialien zu liefern und zu transportieren.
  • Für die Schulung der Konservatoren wurde ein Handbuch auf Khmer und auf Englisch verfasst. Dieses Handbuch soll künftig als Standardwerk für die Ausbildung von Konservatoren dienen.

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