Luftreinhaltung für malaysische Städte: Verkehr und Industrie

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Luftreinhaltung für malaysische Städte: Verkehr und Industrie
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Malaysia
Politischer Träger: Ministry of Science, Technology and Environment, Department of Environment
Gesamtlaufzeit: 2002 bis 2006

Ausgangssituation

Malaysia ist ein Schwellenland, das sich rasch entwickelt und daher in seinen Städten mit zunehmender Luftverschmutzung durch Verkehr und Industrie zu kämpfen hat. Andere Beispiele aus Asien zeigen, dass die städtische Luftverschmutzung erhebliche Gesundheitsrisiken birgt und die Entwicklung städtischer Ballungsgebiete hemmt. Die Entwicklung Malaysias hin zu einem modernen und nachhaltig wirtschaftenden Industrieland erfordert vor diesem Hintergrund eine moderne, umfassende Umwelt- und damit auch Luftreinhaltepolitik.

Ziel

Die malaysische Umweltbehörde und andere mit Luftreinhaltung befasste Behörden sollen in die Lage versetzt werden, Maßnahmen zur Luftreinhaltung umzusetzen. Die Luftqualität in städtischen Großräumen soll nachhaltig verbessert werden.

Vorgehensweise

Auf nationaler Ebene berät das Projekt das malaysische Department of Environment bei der Entwicklung und Umsetzung einer modernen Luftreinhaltepolitik. Mit der Partnerbehörde werden beispielsweise Abgasgrenzwerte für Fahrzeuge und Industrie erarbeitet. Man entwickelt gemeinsam Lösungen, wie die Einhaltung dieser Werte überwacht werden kann. Besonders wichtig ist ferner eine Verbesserung der Treibstoffqualität, da nur so moderne Abgasstandards für Neufahrzeuge und verringerte Emissionen alter Fahrzeuge zu erreichen sind. Mit einer verbesserten Datenqualität zu Ursachen und Folgen der Luftverschmutzung (Luftmessnetz, Emissionskataster, Gesundheitsstudien) wird den Behörden eine wirkungsvolle Grundlage für umweltpolitische Entscheidungen an die Hand gegeben. Sie schaffen zugleich Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit.

Auf kommunaler Ebene werden der öffentliche Nahverkehr sowie der nicht-motorisierte Verkehr gefördert. In Workshops für Industrie, Medien und Universitäten wird die umweltbewusste städtische Verkehrsentwicklung erläutert. Auch breite Bevökerungsschichten werden durch Umweltkommunikation und intensive Außendarstellung der Projektaktivitäten für Umweltbelange sensibilisiert.

Auf internationaler Ebene wird u. a. die “Clean Air Initiative for Asian Cities” oder der privatwirtschaftliche Technologietransfer zwischen Malaysia und Europa gefördert.

Wirkung – Was bisher erreicht wurde

Eine Verordnung zur Treibstoffqualität wird 2005 verabschiedet. Dies wird den Schadstoffausstoß von Fahrzeugen um 15 bis 20 Prozent verringern. Weiterhin wurden erste Entwürfe für die derzeit geltende europäische Abgasnorm für Fahrzeuge sowie für moderne, an europäischen Standards angelehnte Abgasvorschriften für die Industrie erarbeitet. Hierdurch wird die Schadstoffbelastung weiter abnehmen.

Das Projekt hat außerdem Studien zur Nutzung einheimischen Erdgases erstellt und entsprechende Vorschläge auf politischer Ebene unterstützt. Erdgas gilt als eher sauberer Treibstoff und bietet angesichts hoher Erdölpreise eine Alternative zu Benzin und Diesel.